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Vandalen wüteten am Keltengehöft

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Unbekannte haben am Keltengehöft Stöffling gewütet und einen großen Schaden angerichtet. Unter anderem wurde eine Lehmflechtwand an einem Keltenhaus völlig zerstört. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Unbekannte haben am Keltengehöft Stöffling gewütet und dabei großen Schaden angerichtet. Nach Angaben der Gemeinde Seeon-Seebruck dürfte sich die Tat zwischen dem 22. Juni und 1. Juli ereignet haben.


Dabei wurde unter anderem mutwillig eine Lehmflechtwand an einem Keltenhaus komplett zerstört und eine Tür zu einem Blockhaus aus den Angeln gerissen. Auch die Feuerstelle wurde völlig verunreinigt hinterlassen. Dort fanden die Vertreter der Gemeinde verkohltes Holz und Bierflaschen-Scherben.

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Die Gemeinde hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Nach Angaben von Matthias Ziereis von der Tourist-Information beläuft sich der Schaden an den in Handarbeit hergestellten Rekonstruktionen auf etwa 4000 Euro.

Das keltische Gehöft von Stöffling ist Teil des 2007 eröffneten Archäologischen Rundwegs durch die Gemeinde Seeon-Seebruck. Oft wird das Gehöft, das möglichst realistisch nachgebaut wurde, auch als »Herzstück« des über 22 Kilometer langen Rundwegs bezeichnet.

Im Bereich der ehemaligen La-Tène-zeitlichen Keltensiedlung wurden mehrere Tausend keltische Münzen aus Gold, Silber und anderen Metallen sowie 24 nahezu vollständig erhaltene Fibeln gefunden. Eine Datierung anhand der Fibeln erlaubte einen Rückschluss auf die Besiedlung von etwa 250 vor Christus.

Um das Leben der damaligen Zeit für Besucher plastisch und praktisch erlebbar zu machen, bietet die Tourist-Information Seebruck seit der Eröffnung des Rundwegs ein umfangreiches Programm an. Die Kelten- und Römerzeit erwacht zu neuem Leben und Kinder und Erwachsene können im Rahmen des Programms »Geschichte erleben« in den Lebensalltag unserer Vorfahren eintauchen. Wer will, kann sich zudem im Pfeil- und Bogenschießen üben oder alte Handwerkstechniken ausprobieren. ga

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