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Veränderte Wahrnehmungsprozesse in Gang gesetzt

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Ekkehard Wiegand neben seinem witzig ironischen Gemälde »Alles nicht wahr«. (Foto: Giesen)

Was ist Kunst? Wie beeinflusst Kunst unser Leben? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Schüler der privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer in Traunstein seit mehreren Jahren um diese Zeit. Um den Schülern die zeitgenössische Kunst näher zu bringen, aber auch um die Schule für Kunstinteressierte zu öffnen, gibt es eine Ausstellung mit Werken eines Künstlers aus der Region in der großen Aula.


Organisiert von dem Künstler und Kunsterzieher der Schule Rudi Pflügl zeigt heuer der bekannte Pallinger Maler und Bildhauer Ekkehard Wiegand einen repräsentativen Querschnitt aus seinen Bildern und Skulpturen. Unter dem Titel »Typisch ekk« präsentiert der Künstler einige großformatige Bilder und vor allem Büsten, die seit Jahrzehnten sein Hauptthema sind. Als »Verdichtung« auf das Wesentliche und Wichtigste eines Menschen spielte die Büste, das »Brustbild« in allen Kulturen eine große Rolle.

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Dabei sind Wiegands Büsten keine realistischen Abbildungen eines Menschen, sondern abgewandelte, oft skurrile Möglichkeiten von Personen, die während des Arbeitsprozesses – auch für den Künstler selbst oft überraschend – gleichsam »zum Leben erweckt« werden.

»Eine richtig fröhliche Ausstellung«, sagte ein begeisterter Besucher der Vernissage. Das trifft zweifellos zu, wenngleich den Arbeiten Wiegands gedankliche Tiefe und gediegener künstlerischer Hintergrund keineswegs fehlen.

Die so fröhlich ratschenden Personen auf dem Bild »Alles nicht wahr« werden zwar witzig, komisch dargestellt, aber die Ironie der ganzen dargestellten Situation und die Lächerlichkeit der Leute wird dem Betrachter offenbar, ohne verletzend zu sein. Wiegands bevorzugtes Material bei seinen Skulpturen ist Hartholz, da es zu vereinfachten Formen zwingt. Außerdem benutzt er es als Farbträger, so dass Malerei und Bildhauerei sich hier gegenseitig befruchten.

Ekkehard Wiegand wurde 1944 in Bad Reichenhall geboren und lebt und arbeitet seit 2002 in einem großen Atelierhaus in Gengham bei Palling. Er studierte auf der Kunstakademie in Linz in der Meisterklasse für Bildhauerei bei Professor Walter Ritter. Seit 1968 stellte Wiegand auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland aus und war auf vielen Kunstmessen vertreten, so in Düsseldorf, Köln und Basel. Neben Grafikserien für Firmen übernahm er immer wieder auch die innenarchitektonische Gestaltung von Gebäuden mit Wand- und Bodenmosaiken, Reliefs, Möbel- und Brunnenentwürfen.

Geöffnet ist die Ausstellung in der privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer an der Weckerlestraße 17 in Traunstein bis 3. November, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr. Christiane Giesen