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»Verb-Brecher, Silbenfischer und Vers-Sager«

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In die Rolle eines Jugendlichen versetzte sich Willy Astor am Donnerstagabend in Waging beim Lied »Pubertier is in the house«. (Foto: Mix)

Willy Astor bezeichnet sich selber als »Verb-Brecher, Silbenfischer und Vers-Sager«. In seinem Programm »Reim Time« stellt er sein Talent, mit Worten umzugehen, einmal mehr unter Beweis. Am Donnerstagabend eröffnete er in Waging das diesjährige »Zeltln-Festival« im Kurpark und wurde von den Zuhörern begeistert gefeiert. Der Komödiant zeigte aber auch, dass er nicht nur witzig sein kann. Mit einem sehr nachdenklichen Lied und einer wunderschönen Akustiknummer beendete er den Abend.


»Albernheit verhindert den Ernst der Lage« erklärte Willy Astor im Zirkuszelt und forderte die Besucher auf, bei allem Leid und Elend auf der Welt die Fröhlichkeit nicht zu vergessen. Man solle das »innere Kind« in sich nicht verdrängen und ruhig öfter mal wieder herzhaft lachen oder dumme Streiche spielen. Gleich zu Beginn des Abends kündigte er ein Lied über Waging, »meine absolute Lieblingsstadt«, an, das er in langer Arbeit komponiert habe. Es bestand dann allerdings aus genau einem Satz: »O Waging, du bist so, wie du bist«.

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Wie üblich bei seinen Auftritten nahm er auch Kontakt zu den Gästen in der ersten Reihe auf und stieß gleich auf einen jungen Mann aus der Schweiz namens Florin, »a sakrisch bayerischer Nam«, wie der Komödiant ironisch feststellte. Gott sei Dank saß nicht weit entfernt die Kathl aus Waging, die sein Weltbild von der bayerischen Provinz wieder zurechtrückte. Im Laufe des Abends kam er immer wieder auf die beiden zurück und entlockte ihnen zur Erheiterung der übrigen Gäste so manches Detail aus ihrem Leben.

Die überaus humorvollen Lieder von Willy Astor, darunter das bekannte »I hob d’Maschin scho putzt«, der Hip Hop von der »Taube Jo«, der Song »Pubertier is in the house« oder das Seniorenmedley begeisterten die Besucher. Bei dem einen oder anderen Wortspiel dauerte es eine Weile, bis es verstanden wurde, was bei der raschen Folge kein Wunder ist.

Sein Talent, Begriffe in völlig anderem Kontext zu witzigen Geschichten zu verbauen, zeigte er mit der »Reise auf die Spirituosen«, in der allerlei Getränke vorkamen, oder der Erzählung über seine WG mit vielen Prominenten. Begeistert sangen die Zuhörer bei manchem Refrain mit. Willy Astor meinte dazu nur trocken: »Es ist schon komisch. Hier sitzen lauter gebildete, intelligente Menschen vor mir, die lautstark von Kaulquappensocken singen.«

Doch Willy Astor ist nicht nur ein hervorragender Komödiant und Wortverdreher. Er ist zudem ein ausgezeichneter Gitarrist und schreibt auch nachdenkliche Lieder. Aus seiner neuen CD »Chance Songs« (Anm.: angelehnt an Chansons) gab er eine kleine Kostprobe mit dem Lied »Einfach sein«, in dem er sich tiefgründige Gedanken macht über das einfache Leben, Zufriedenheit, die Fähigkeit, kleine Dinge zu sehen und zu genießen. Mit dem Stück »Nautilus« aus seiner CD »Sound of Island« beendete er den Abend und erhielt lang anhaltenden, begeisterten Applaus. Pia Mix

Der in Berlin lebende Künstler Yngve Holen ist neuer Träger des Robert-Jacobsen-Preises. Die Stiftung des Schraubenfabrikanten Reinhold Würth sprach dem Deutsch-Norweger die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk zu, das sich mit den Auswirkungen der technologischen Entwicklung auf den Menschen befasst. Begleitend wird im Würth Haus im Berliner Stadtteil Nikolassee eine Werkschau gezeigt, wie die Stiftung vor der Preisvergabe mitteilte.