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Verein »erlesene oper« mit neuem Projekt

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Sieglinde Zehetbauer und Markus Kotschenreuther sind Solisten in der heiteren Auber-Oper »Dem Schelm die Hälfte«, die der Verein »erlesene oper« im März zweimal im KuKo Rosenheim unter musikalischer Leitung von Georg Hermansdorfer aufführt. (Foto: Nicole Richter)

Enorm ist das Engagement des Vereins »erlesene oper e.V.« auch für das jüngste Projekt – die nur zweimalige Aufführung der heiteren Oper »Dem Schelm die Hälfte« des französischen Romantikers Daniel François Esprit Auber (1782 bis 1871) im März im KuKo Rosenheim. Markenzeichen des Ensembles um Georg Hermansdorfer, in dessen Händen ein weiteres Mal Regie und musikalische Leitung liegen, ist die Aufführung in deutscher Sprache. Es singen und spielen Solisten, Chor und Orchester des Vereins, alle aus der Region. Das Bühnenbild stammt wieder von Otto von Kotzebue.


Mit »Dem Schelm die Hälfte« bringt Georg Hermansdorfer, Vereinsgründer und in der oberbayerischen Kulturszene als vielseitiger, mehrfach ausgezeichneter Künstler bekannt, das neunte vergessene Opernwerk auf Bühnen im südostbayerischen Raum (wir berichteten). Hermansdorfers Leidenschaft ist, musikalische Schätze auszugraben und zu neuem Leben zu erwecken – wie »Die lustigen Weiber aus Windsor« von Carl Ditters von Dittersdorf, »Die wandernden Komödianten« von Francois Devienne, AIbert Lortzings »Die beiden Schützen« und »Die sieben Raben« von Josef Gabriel Rheinbergers. Im vergangenen Jahr lockte »Treemonisha«, die erste genuin amerikanische Oper mit Ragtime-Effekten, zahlreiche Besucher ins KuKo.

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Daniel François Esprit Auber starb mit 89 Jahren in Paris. Er war einer der der erfolgreichsten französischen Opernkomponisten des frühen 19. Jahrhunderts. Er komponierte »La bergère châtelaine« und »Emma«, die mit 181 Aufführungen an der Opéra Comique zum Durchbruch führten. Der Komponist entwickelte in seinen 51 Bühnenwerken einen persönlichen Stil, indem er italienische Melodik mit französischem Esprit verband. 1825 ernannte ihn König Karl X. zum Ritter der Ehrenlegion, 1857 wurde er unter Napoleon III. zum kaiserlichen Hofkapellmeister berufen.

»Dem Schelm die Hälfte« mit dem Originaltitel »Carlo Broschi ou La part du diable« wurde 1843 in Paris sehr erfolgreich uraufgeführt und dort jahrelang gespielt. Nach über 90 Jahren erklingt dieses Werk erstmalig wieder. Eine Liebesromanze, politische Intrigen und eine heitere Verwechslungsgeschichte sind die Zutaten zu diesem vergnüglichen Werk, das durch die spritzigen, schon an die spätere Operette erinnernden Melodien und Rhythmen seinen besonderen Charme erhält.

Der adelige Theologiestudent Rafael, verliebt in die Schneiderin Casilda, gibt sein Theologiestudium auf und bewirbt sich um eine Militärlaufbahn. Doch alles läuft schief. Carlo, der Bruder der Angebeteten, die sich nach ihrer Entführung in ein Kloster rettet, erfährt von der Notlage Rafaels. Der spanische König und seine Gemahlin machen während einer Jagd Rast in der Klostergaststätte. Der König ist depressiv, wird aufgeheitert durch ein Lied von Carlo. Heimlich engagiert die Königin den Sänger für eine Jagdgesellschaft in der Klostergaststätte. Auch Rafael ist an dem Abend anwesend, weiß er doch aus geheimen Schriften, dass just an diesem Abend zwei Stunden vor Mitternacht der Teufel zu beschwören sei.

Doch der Leibhaftige erscheint nicht. Rafael will sein unglückliches Leben beenden. Um ihn davor zu bewahren, gibt sich Carlo als Teufel aus. Als Lohn fordert er »von allem die Hälfte«. Drei Monate später im Königspalast – Carlo ist zwischenzeitlich der Vertraute der Königin – will der um seinen Einfluss fürchtende Großinquisitor die königliche Ehe durch Intrigen entzweien, allerdings dank Carlo vergeblich.

Die Königin ernennt ihn zum Dank zum Hofkapellmeister, seinen Schützling Rafael zum Hauptmann. Dieser glaubt, er habe seine Karriere allein der Macht des Teufels zu verdanken und dass ihm nun nichts mehr geschehen könne. Als auch noch Casilda auftaucht, auf die der König seit langem ein Auge geworfen hat, wird es kompliziert. Selbstredend hat die Liebesgeschichte ein Happy End.

Die Vorstellungen finden am Samstag, 7. März, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 15. März um 16 Uhr im KuKo Rosenheim statt. Karten sind im Vorverkauf an der Kasse des KuKo Rosenheim sowie im TicketZentrum Kroiss erhältlich. Näheres unter www.erlesene-oper.de. kd

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