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Vergnügliches zum Nachdenken

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Aus seinem neuen Buch »Partner, Paare, Paarungen« las Werner Schneyder im k1. (Foto: Heel)

Fünf Geschichten aus seinem neuen Buch »Partner, Paare, Paarungen« präsentierte der 1937 in Graz geborene Kabarettist, Autor, Schauspieler und Regisseur Werner Schneyder bei seiner gut einstündigen Lesung im vollbesetzten Studiotheater des Traunreuter k1. Geschichten mit Charme und Witz über die unterschiedlichsten Arten von Zweierbeziehungen, über Liebes- und Ehepaare, Freundinnen und Freunde, Bühnen- und Berufspartner sowie Zufallsbegegnungen. Die menschliche Komödie in ihrer ganzen Vielfalt eben.


So amüsant wie tiefsinnig war etwa die Erzählung »Das Mädchen im Regen«, die Schneyder zum Auftakt vorlas. Da glaubt ein verheirateter Mann mittleren Alters, ein hübsches Mädchen zeige Interesse an ihm, und verhält sich entsprechend gockelhaft. Leider völlig umsonst, denn wie die schöne Pointe aufzeigt, hat er alles falsch gedeutet bzw. war nicht er gemeint, sondern sein Sohn. Köstlich auch die Geschichte von »Rudolfo und Mimi«, in der ein junger Student seiner opernbegeisterten Freundin mit geradezu missionarischem Eifer beizubringen versucht, dass die Handlung in »La Bohème« dem dieser Oper zugrunde liegenden sozialkritischen Roman überhaupt nicht gerecht werde. Dass der Effekte wegen alles verdreht und beschönigt worden sei, soziale Notstände etwa als »Charme der Armut« vorgeführt würden. Was die entnervte Freundin schließlich zu der Feststellung veranlasst, dass nicht die Realität wichtig sei, sondern das, was man (künstlerisch) daraus mache.

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Speziell für Männer interessant war wohl die Moral aus der Erzählung »Löwendressur«, die von einem zirkusbegeisterten Entertainer handelt, der von seiner Freundin verdächtigt wird, einen Seitensprung begangen zu haben. Denn so wie ein (Löwen-)Dompteur bei einer Aufführung nie nachgeben dürfe, sollte eines der Tierchen Sperenzchen machen, dürfe man(n) auch nie etwas zugeben.

Wie man unterschiedliche Geschmäcker elegant unter einen Hut bringt, führte Schneyder dann mit der Geschichte »Fisch essen« vor, in der ein Mann sich herausgefordert fühlt, seiner Frau, die Fisch nicht ausstehen kann, den Geschmack von Fisch nahe zu bringen. Behutsam und mit viel Einfühlungsvermögen geleitet er sie von Kostprobe zu Kostprobe, was die Dame jedes Mal mit »dafür, dass ich keinen Fisch mag, ist der wirklich ausgezeichnet« kommentiert. Ein Paradebeispiel dafür, wie man Probleme in einer Ehe löst. Abschließend erzählte Schneyder noch in »Zimmer 87« von einem jungen Schauspieler, der in einem Hotelangestellten einen Verbündeten für seine Eskapaden gewinnt und Jahre später als längst arrivierter Darsteller daran erinnert wird. Wolfgang Schweiger