Verkehrssituation in Marquartstein: Der »Schleichweg« ist nicht die bessere Lösung

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Auch wenn die Umfahrung den Eindruck vermittelt, mehr Zeit in Anspruch zu nehmen, ist sie die bessere Lösung. (Foto: Peter)

Marquartstein – Der vermeintlich günstigere Weg, der »Schleichweg«, ist bei Umleitungen nicht automatisch die bessere Lösung. Im Gegenteil, er führt teilweise sinnbildlich gesagt sogar in eine Sackgasse. Noch dazu, wenn der Verkehr der »Abkürzer« neuralgische Punkte wie die Alte Dorfstraße und die alte Achenbrücke in Marquartstein meistern muss und der besagte Straßenbereich eng und verwinkelt ist. Zugleich ist er ein vielfrequentierter Schulweg für die Schüler der Grundschule und des  Landschulheims Marquartstein. Stockender Verkehr und Stausituationen sind hier vorprogrammiert – ganz abgesehen von der zusätzlichen Belastung der Anlieger.


Seit der letzten Maiwoche laufen die Bauarbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Bundesstraße 305. Begonnen wurde im südlichen Bereich zwischen der Abfahrt B 307 in Richtung Schleching von Unterwössen kommend und der Kreuzung Lanziger Straße von der nördlichen Seite. Damit sind selbsterklärend eine Vollsperrung und Umleitungen verbunden. Für den Bauabschnitt I, für den die Arbeiten noch bis Mitte August dauern, ist für den Durchgangsverkehr in Richtung Reit im Winkl und Schleching sowie aus dieser Richtung kommend die Umleitung über Vogllug und Süssen bis Raiten realisiert.

Vorübergehend war Einbahnregelung nötig

Wie Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) bei einem Gespräch ausführte, werde von überwiegend ortskundigen Autofahrern die Alte Dorfstraße und folglich die alte Achenbrücke als Abkürzung genutzt, um die etwas längere Strecke der offiziellen Umleitung zu meiden. Das habe bereits Anfang Juni dazu geführt, dass für die Staudacher Straße eine vorübergehende Einbahnregelung erfolgte, sodass die Durchfahrt nur noch von Nord nach Süd möglich sei. Teils nutzten die »Abkürzer« auch die Freiweidacher Straße, um die Umfahrung zu umgehen und die alte Achenbrücke meiden zu können, fügte der Bürgermeister noch an.

Bei der Nutzung der Alten Dorfstraße als Abkürzung hat nach den Worten des Bürgermeisters bereits ein gewisser Lernprozess begonnen. Der Verkehr nehme seit ein paar Tagen ab. Um die Sicherheit der Schulkinder beim Queren zu gewährleisten, haben im Moment die zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) und der Bürgermeister mit ehrenamtlicher Unterstützung die Schülerlotsentätigkeit im besagten Bereich übernommen.

Besonders prekär für die Verkehrssituation ist dabei, dass für den Linienverkehr die Beschränkung der alten Achenbrücke für die Bauzeit aufgehoben werden musste, damit die Busse den Fahrplan einhalten können und der Ausstieg für die Fahrgäste an den richtigen Straßenseiten verbleiben kann.

Ein Instagram-Eintrag, von dem der Bürgermeister berichtet, könnte die Situation nicht besser beschreiben. Ein Chiemgauer hatte in Unterwössen etwas zu erledigen. Ortskundig wie er war, nutzte er aus nördlicher Richtung kommend den »Schleichweg« über die Alte Dorfstraße mit der engen alten Brücke und fand die angespannte Verkehrssituation vor. Bei der Heimfahrt von Unterwössen kommend bog er links auf die offizielle Umleitung über die B 307 ab und dann wiederum kurz vor Raiten rechts auf die Kreisstraße TS 55 in Richtung Süssen, Lanzing und Vogllug. Seinen Beitrag betitelte er »Umleitung wird zur Urlaubsfahrt«. Und wer die Stecke nutzt, findet wirklich wunderbare Wiesen- und Streuflächen, mit Lanzing ein reizvolles Ensemble und einen Straßenverlauf eingesäumt von hohen Böschungen und Wäldern vor, was den vermeintlichen Umweg kurzweilig werden lässt.

Nebenbei führte der Bürgermeister noch an, dass die Bauarbeiten bisher im geplanten Zeitablauf sind. Die alte Fahrbahndecke im ersten Bauabschnitt wurde bereits vollständig abgetragen. Nun laufen die Arbeiten für die Entwässerung und die Trinkwasserversorgung, bevor der Breitbandausbau in Angriff genommen werden kann.

MP