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Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug optimal ausgerüstet

Traunstein. Das Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF) Traunstein, das vom Malteser Hilfsdienst betrieben wird, verfügt dank der finanziellen Unterstützung der Dr. Johannes Heidenhain-Stiftung nun über eine medizinische Ausstattung, mit der auch Intensivpatienten betreut und versorgt werden können. Die Zusatzausrüstung im Wert von rund 10 000 Euro schafft die Voraussetzung für Intensivtransporte und erhöht die Sicherheit des Patienten während des Transportes.

Ein kleines »unsichtbares« Zusatzmodul zum EKG/Defibrillator im Wert von 10 000 Euro macht es möglich, dass mit dem Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug der Malteser nun auch Intensivtransporte begleitet werden können. Stefan Lackner (links), Leiter des Malteser Rettungsdienstes in Traunstein, und Rettungssanitäter Maximilian Bienzle freuen sich über die verbesserte Ausrüstung, die dank einer Spende der Dr. Johannes Heidenhain-Stiftung möglich war. (Foto: Volk)

Gefährdung des Patienten war häufig zu groß

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»Mit der zusätzlichen Ausstattung können der Kreislauf eines Patienten und dessen Beatmung optimal überwacht werden, was die Patientensicherheit deutlich erhöht«, betont Joaquin Kersting, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Traunstein. Der ärztliche Standortleiter des VEF Traunstein, Dr. Axel Müll, ergänzt: »Bisher mussten unsere Ärzte dringende Transporte von Intensivpatienten schweren Herzens ablehnen, wenn ein Intensivtransportwagen, wie sie in München und Regensburg stationiert sind, nicht rechtzeitig zur Verfügung stand.« Die Gefährdung der Patienten während des Transportes war häufig zu groß. Mit der neuen intensivmedizinischen Ausrüstung können diese Transporte nun auch mit dem Traunsteiner Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug und einem Rettungswagen durchgeführt werden.

Stefan Lackner, Leiter Rettungsdienst der Malteser Traunstein freut sich über die hochmoderne Ausrüstung und würdigt die Dr.-Johannes-Heidenhain-Stiftung für die großzügige Spende: Das neue Zusatzmodul des EKG beinhaltet nun unter anderem ein besonderes Pulsoxymeter (zur Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung), das in der Lage ist, auch eine Kohlenmonoxidvergiftung zu erkennen. Nach einem Brand, bei dem sich Personen eine Rauchgasvergiftung zugezogen haben, sei es sehr wichtig, den Anteil des aufgenommenen Kohlenmonoxids exakt zu bestimmen. Das Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug der Malteser ist das einzige Rettungsmittel im Traunsteiner Rettungsdienstbereich, das ein solches Gerät mitführt.

Mit der letzten Neufassung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes wurden bayernweit zehn Standorte für Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuge festgelegt. Eines davon steht seit 1. März 2011 rund um die Uhr an der Rettungswache der Malteser in Traunstein bereit. Bayern hat als bisher einziges Bundesland zusätzlich zu den bereits vorhandenen Intensivtransportfahrzeugen und -hubschraubern sogenannte Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuge (VEF) geschaffen, die mit einem Notarzt besetzt sind. Die Notwendigkeit dieser speziellen Notarztfahrzeuge ist darin begründet, dass immer häufiger Patienten zwischen Krankenhäusern verlegt werden.

Optimale Betreuung während des Transports

Oft ist bei diesen Transporten die Begleitung und Betreuung des Patienten durch einen Notarzt erforderlich. Damit der örtliche Notarzt nicht mehr abgezogen werden muss und dadurch für die Notfallrettung im Versorgungsbereich ausfällt, wurden die Verlegungsarztstandorte geschaffen. Der Verlegungsarzt wird mit dem VEF zu dem Krankenhaus gebracht, welches den arztbegleiteten Patiententransport angefordert hat. Der Patient selber wird mit einem Rettungswagen transportiert, in den der Verlegungsarzt zusteigt. Gleichzeitig führt das VEF eine spezielle Ausrüstung mit, die es dem Verlegungsarzt erlaubt, den Patienten während des Transportes optimal zu betreuen. Das Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug der Traunsteiner Malteser wurde im letzten Jahr zu 468 Einsätzen angefordert. pv.