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Verleihung des Titels Weltkulturerbe: Landkreis Traunstein und seine Partner haben eine gute Chance

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Die Bewerbung um die Verleihung des Titels Weltkulturerbe an das Salzwesen in Südostbayern und Salzburg beinhaltet nach Ansicht von Ideengeber Dr. Alfred Kotter »viele gute Themen«.

Zusammen mit einer Reihe von Partnern bewirbt sich der Landkreis Traunstein um die Verleihung des Titels Weltkulturerbe an das Salzwesen in Südostbayern und Salzburg (wir berichteten). Dr. Alfred Kotter, der diese Idee vor Jahren erstmals geäußert hatte, sieht – wie er in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erläuterte – eine »gute Chance«, dass die Bemühungen von Erfolg gekrönt werden. Denn die Bewerbung beinhalte »viele gute Themen«.


Der Landkreis setzt sich zum Ziel, dass die UNESCO das Salzwesen hüben wie drüben der deutsch-österreichischen Grenze eines Tages zum Weltkulturerbe ernennt. Bereits im vergangenen Jahr hat er eine Bewerbung in einem Ministerium in München abgegeben. Nach dem Eintritt ins Verfahren ist er seitdem damit beschäftigt, die Zusammenarbeit mit seinen Partnern – den Landkreisen Berchtesgadener Land und Rosenheim sowie den Städten Bad Reichenhall, Rosenheim, Traunstein und dem Markt Berchtesgaden – zu vertiefen. Und besondere Bedeutung sieht der Landkreis im grenzüberschreitenden Zusammenschluss mit dem Land Salzburg sowie dem Bezirk und der Stadt Hallein.

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Die Idee, sich um den Titel Weltkulturerbe für das Salzwesen zu bewerben, stammt von Dr. Alfred Kotter. Der promovierte Historiker – er befasste sich seinerzeit in seiner Dissertation mit der Saline Traunstein – kommt aus Traunstein. Seit einiger Zeit leitet er die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen. Schon vor sieben oder acht Jahren – ob 2013 oder 2014, da kann er sich im Rückblick auf die Schnelle nicht festlegen – sei er mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten, sich um eine Auszeichnung des Salzwesens durch die UNESCO zu bemühen. In der Folgezeit habe er »immer wieder einmal mit verschiedenen Leuten gesprochen«, um die Angelegenheit voranzutreiben. Die Gespräche hätten jedoch gezeigt, dass eine Bewerbung »keinen Sinne macht, wenn man nicht die Politiker vor Ort gewinnen kann«.

2018 erhielt Kotter die Unterstützung, die er gesucht hatte. Ein Treffen mit Landrat Siegfried Walch habe die »Initialzündung« für eine Bewerbung gegeben. Die Signale, die dann aus München kamen, seien aber zunächst »nicht sehr ermutigend« gewesen. Das Ministerium habe zu verstehen gegeben, dass eine Bewerbung in den nächsten Jahren keinen Sinn mache. Wider Erwarten habe sich 2020 dann aber alles plötzlich geändert. Der Minister habe sich gemeldet und angeregt, eine Bewerbung einzureichen – was dann auch so geschah.

Kotter habe, wie er berichtet, »einiges miteingestreut«. So habe er vor allem versucht, die Vielfalt der Themen klarzumachen, die das Salzwesen mit all seinen Standorten in Vergangenheit und Gegenwart bietet. Und er habe auch Ansprechpartner genannt, die weiterhelfen können.

Aus der Ferne betrachtet Kotter die Bewerbung und alle nun laufenden Bemühungen, die damit verbunden sind, mit großem Interesse. Seine Möglichkeiten, mitzuhelfen, seien – bedingt durch seinen Beruf – begrenzt. Momentan sieht er, wie er sagt, »keine Chance, mich in größerem Umfang einzubringen«.

Der Historiker empfiehlt, in der Bewerbung das große Ganze zu betrachten. Berchtesgaden zum Beispiel sollte nicht mit dem Salzbergwerk auftrumpfen, Traunstein, Reichenhall oder auch Rosenheim nicht mit der Saline – so wie sie jeweils bestand beziehungsweise noch besteht. Statt die Einzeldenkmäler sei der Verbund aller Denkmäler in den Vordergrund zu stellen.

Wünschenswert ist laut Kotter auch »abstraktes Denken«. Ein Thema etwa sei die Vernetzung. So sei das Geflecht auszulegen, das die Soleleitungen, die Triftgewässer, die Salzhandelswege und die einzelnen Betriebe einst bildeten. Ein anderes Thema sei die Nachhaltigkeit. Über Jahrhunderte sei die Bewirtschaftung der Wälder so erfolgt, dass die Energieversorgung der Werke mit Baumstämmen als Brennmaterial sichergestellt war.

Wenn man die Vernetzung, die Nachhaltigkeit und anderes Besonderes und Einzigartiges in den Vordergrund stellt, dann hat die Bewerbung laut Kotter eine »gute Chance«. Das Salzwesen in Südostbayern und Salzburg habe, so ist Historiker Dr. Alfred Kotter überzeugt, »das Potenzial«, zum Weltkulturerbe ernannt zu werden.

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