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Verliebt in eine warme, erdige Stimme

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Blues- und Jazzstandards in höchster Perfektion präsentierten Amina und John bei ihrem Konzert in Traunstein. (Foto: Heigl)

Mit dem Song »Let's do it« begann die Traunsteinerin Amina Thiombane gemeinsam mit ihrem Duo-Partner, dem Gitarristen John Brunton, auf der Bühne im Traunsteiner »Tropical« ein Konzert, das in allen Jazz-Clubs der Welt erfolgreich hätte stattfinden können. In dem Song hieß es weiter »Let's fall in Love« und genau das passierte an diesem Abend. Man verliebte sich Hals über Kopf in die tiefe, warme, erdige Stimme der Sängerin, in ihre Mimik, ihre Körpersprache und in ihr versonnenes, manchmal schalkhaftes Lächeln. Man verliebte sich in dieses ungleiche Paar – sie groß und von einer zeitlosen Schönheit, er kleiner und mit markanten Ohren, die alles an Musik einzusaugen schienen – und erfreute sich an der Noblesse seines Gitarrenspiels, das ihren edlen Gesang optimal umrahmte. Man genoss Bruntons zurückhaltende Art, die mit Thiombanes völlig uneitler, hingebungsvoller Darbietung so wunderbar korrespondierte.


Aminas Vorbilder sind die großen Sängerinnen wie Eartha Kitt, Nina Simone und deren Interpretationen der Blues- und Jazzstandards, auf die sie sich ganz und gar einließ, hinter denen sie ehrfurchtsvoll zurücktrat und sich völlig in den heiligen Dienst der Musik stellte. Egal, ob sie Nancy Sinatras »Bang Bang«, oder Oscar Brown jrs. »Sin and Soul«, Eartha Kitts »My Heart belongs to Daddy«, Tom Waits »Chocolate Jesus«, Muddy Waters »I am the Blues« oder die »Moritat von Mackie Messer« von Kurt Weill dem begeisterten Publikum vorstellte, immer war die große Achtung vor dem Werk zu spüren.

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Mit den Worten »Vertragt’s no’ an’ Gassenhauer?« stimmte die sympatisch-natürliche Sängerin, die Springerstiefel und Abendkleid mit souveräner Eleganz zu tragen wusste, »Hit the Road Jack« als dritte Zugabe an. Das zahlreich erschienene Publikum ließ die beiden Musiker nur ungern gehen. Barbara Heigl