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Verwandtenaffäre: Waigel soll CSU-Ehrenkodex ausarbeiten

München (dpa) - Der Vater des Euro soll der CSU bei der Bewältigung der Verwandtenaffäre helfen: Der frühere CSU-Vorsitzende Theo Waigel soll einen Ehrenkodex schreiben. Und die CSU setzt sich ebenso wie Abgeordnete anderer Parteien gegen die Woge der Kritik in den Medien zur Wehr.

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Die CSU will sich einen Ehrenkodex geben. Foto: Oliver Weiken Foto: dpa

CSU-Chef Horst Seehofer ging mit scharfer Kritik am ZDF und anderen Medien zum Gegenangriff über, denen er bewusste Manipulation der Berichterstattung vorwarf. «Wenn ein bestimmtes Maß an Unrichtigkeit überschritten ist, muss man sich wehren dürfen.» Er werde ab jetzt mit aller Konsequenz gegen solche Vorfälle vorgehen - politisch und gegebenenfalls rechtlich.

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Insgesamt 79 Landtagsabgeordnete hatten seit dem Jahr 2000 Ehefrauen oder Kinder als Bürohilfen angeheuert. Dies war nach bayerischem Abgeordnetengesetz rechtens, hat aber trotzdem eine Welle der Empörung ausgelöst. Nach jetzigem Kenntnisstand waren unter den 79 Abgeordneten nur zwei, die möglicherweise gegen Rechtsvorschriften verstoßen haben: Der frühere CSU-Fraktionschef Georg Schmid und Georg Winter, der frühere Vorsitzende des Haushaltsausschusses.

Mittlerweile haben im Landtag 52 Abgeordnete aller fünf Fraktionen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie sich gegen pauschale Abzocke-Vorwürfe wehren. «Wie wenn man auf der Treibjagd ist, und die Bluthunde wittern eine Blutspur», kritisierte Seehofer vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung in München. «Da wird nicht mehr links und rechts geschaut, das ist schlimm. (...) Wir lassen nicht mit uns Schlitten fahren.»

Anlass von Seehofers Medienkritik war unter anderem ein Bericht des ZDF-«heute-journal» über Seehofers Nominierung als CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, die von der Aufregung über die Affäre überschattet worden war. Der Sender hatte gemeldet, FC-Bayern-Präsident Hoeneß sei aus einem CSU-Werbefilm herausgeschnitten worden - was laut CSU nicht stimmte.

Das ZDF räumte den Fehler ein, Moderator Claus Kleber bedauerte ihn ausdrücklich: «Das hätte mir nicht passieren dürfen.» Seehofer will den Fall nun im ZDF-Verwaltungsrat zum Thema machen.