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Vettel: Mal sehen, wie uns die Spanier empfangen

Sakhir (dpa) - Nach einem Ausflug auf den Olympia-Kurs in Sotschi schaltet Sebastian Vettel erstmal in den Fußball-Modus: Daumendrücken für den FC Bayern und Borussia Dortmund. 

Abreise
Sebastian Vettel reiste von Bahrain aus nach Sotschi, um die neue Formel-1-Strecke zu inspizieren. Foto: Valdrin Xhemaj Foto: dpa

«Mal sehen, wie uns die Spanier nach den ersten Spielen empfangen werden», meinte Vettel spitzbübisch. Denn ausgerechnet in der Heimat seines Erzrivalen Fernando Alonso wird sich der Formel-1-Tross zum Europa-Auftakt wiedersehen: Angeführt vom dreimaligen Weltmeister Vettel. «Das Rennen in Barcelona wird sicher auch noch etwas besonderes», prophezeite der Red-Bull-Star.

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Mit Sicherheit. Erstens, weil Verfolger Alonso nach seinem unglücklichen Saisonstart mit einem Ausfall und dem technischen Defekt in Sakhir auf Revanche vor heimischer Kulisse sinnen wird. Zweitens, weil niemand weiß, ob der Red Bull nach der Demonstrationsfahrt von Bahrain wieder ähnlich überlegen sein wird. Drittens, weil Mercedes nach dem traumatischen Achterbahn-Wochenende für Nico Rosberg mit Pole und Platz 9 alles daran setzen wird, sich nicht zum Qualifikationsweltmeister abstempeln zu lassen.

Und letztlich, weil der Kurs bei Barcelona und der damit verbundene Europa-Start der Formel 1 immer als Gradmesser für den Rest der Saison gilt. «Es ist eng, und ich bin mir sicher, dass es sich von Strecke zu Strecke in Europa wenden wird», sagte Vettels Teamchef Christian Horner. Mit zwei Siegen aus vier Rennen und der WM-Führung von Titelverteidiger Vettel konnte der Rennstall die Rückreise aber entspannt antreten.

Vettel selbst machte allerdings noch einen Abstecher nach Russland. Am Montag inspizierte der 25 Jahre alte Heppenheimer die Rennstrecke für die Formel-1-Premiere im kommenden Jahr auf dem Olympia-Gelände in Sotschi. Vettel geriet schon ins Schwärmen für den neuen Kurs: «Es ist eine einzigartige Strecke mit dem Meer, den Bergen und dann auch noch im Olympia-Park.»

Um dort im kommenden Jahr als jüngster viermaliger Weltmeister antreten zu können, muss Vettel seine Verfolger weiter in Schach halten. Kumpel Kimi Räikkönen hat im Lotus gerade mal zehn Punkte weniger. Als Dritter kann Lewis Hamilton im Mercedes aber schon selbst mit einem Sieg und einem Vettel-Nuller den Hessen nicht von der WM-Spitze verdrängen. Dasselbe gilt für Alonso. Hamilton hat 27 Punkte Rückstand, Alonso 30.

Egal: «Guten Morgen!!! Lächeln!!!» twitterte Alonso am Tag nach seinem achten Rang. Mehr war für den Ferrari-Piloten wegen der defekten Überholhilfe DRS nicht drin. Ob der dreimalige Bahrain-Gewinner selbst mit einer funktionierenden großen Klappe am Heckflügel im vierten von 19 WM-Rennen eine Chance gegen Vettel gehabt hätte, ist zumindest fraglich. «Der Außerirdische ist wieder da!», befürchtet bereits «La Repubblica» aus dem Ferrari-Land Italien. «Vettel erteilt eine meisterhafte Lehrstunde», meinte das spanische Sportblatt «Marca».

Aber Vorsicht! «Was Ferrari angeht, müssen sie sich auf keinen Fall verstecken. Mit Sicherheit brauchen wir nicht darüber reden, sie abzuschreiben», betonte Vettel, nachdem die Scuderia in der Wüste von Sakhir vom Pech verfolgt gewesen war. «Ich bin sicher, dass das Glück zu uns zurückkommt und das Pech, das wir erlebt haben, vielleicht bald mal die anderen trifft», meinte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. «Die Saison ist lang, es gibt keinen Grund zum Jammern», fügte er hinzu.

Mal sehen, wie die Gefühlslage bei Alonso und seinen Landsleuten nach den Champions-League-Festspielen zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona sowie Borussia Dortmund und Real Madrid sein wird. Vettel wird es in Spanien auf jeden Fall zu spüren bekommen. Zumal Alonso bekennender Anhänger der Königlichen ist.