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VfB mit «Big Point» im Abstiegskampf: 3:1 gegen Schalke

Stuttgart (dpa) - Erleichtert und glücklich ließen sich die VfB-Profis nach dem «Big Point» im Abstiegskampf lautstark von ihren Fans feiern.

VfB Stuttgart - FC Schalke 04
Mit großem Willen setzt sich der VfB durch, Martin Harnik (r) traf gleich doppelt. Foto: Uli Deck Foto: dpa

Das wichtige 3:1 (1:0) gegen Champions-League-Anwärter Schalke 04 war ein Sieg der Leidenschaft - und der VfB zum Abschluss des 31. Spieltags in der Fußball-Bundesliga der große Gewinner des Wochenendes. Neben dem überragenden Österreicher Martin Harnik (23./59.) traf vor 60 000 Zuschauern Cacau (54.) mit seinem ersten Saisontor für die Schwaben, Adam Szalai (69.) gelang nur noch der Anschluss für die enttäuschenden Gäste. Nach den Niederlagen der Tabellennachbarn Nürnberg und HSV haben die Stuttgarter durch den achten Saisonsieg jetzt fünf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz.

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«Wir haben heute gezeigt, dass eine Mannschaft, die kämpft und zusammenhält, auch gegen einen besseren Gegner gewinnen kann», analysierte VfB-Coach Huub Stevens zufrieden. «Es war ein Schritt, aber nicht mehr als das. Wir müssen weitermachen.» Auch Sportvorstand Fredi Bobic lobte das enorme Engagement seines Teams beim 700. Bundesligasieg: «Was die Jungs heute abgerissen haben in puncto Kampf und Leidenschaft, nur so kann man eine Mannschaft wie Schalke bezwingen.» Trotzdem sei Euphorie fehl am Platz. «Wir haben noch drei Endspiele vor der Brust. Die Jungs können stolz sein, aber die Reise geht noch weiter.» Der überragende Harnik freute sich über die eigene Zielstrebigkeit: «Wir haben defensiv wenig zugelassen. Wir waren heute sehr effizient und das hat den Unterschied ausgemacht.»

40 000 Fahnen ließ der VfB vor Spielbeginn an seine Fans verteilen - im vorletzten Heimspiel dieser Spielzeit sollten beim Kampf ums Drinbleiben alle Kräfte mobilisiert werden. Stevens vertraute überraschend Cacau als Sturmsolisten und setzte dafür Vedad Ibisevic nach schwächeren Leistungen zunächst erneut nur auf die Bank. Nach den aufsteigenden Vorstellungen beim 2:0 gegen den SC Freiburg und dem 1:1 in Gladbach zählte für den Niederländer nur ein weiteres Erfolgserlebnis. Die Schalker, nach zuletzt sieben Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage, reisten immerhin als zweitstärkstes Bundesliga-Team der Rückrunde an.

Die Stuttgarter begannen in der Defensive sehr gut gestaffelt, ließen wenig zu und warteten geduldig auf Konter. Bei den spielbestimmenden Schalkern fehlten dagegen vor allem im letzten Drittel Präzision und Ruhe beim Abspiel, die Ideen des gelbgesperrten Julian Draxler und verletzten Jefferson Farfan wurden schmerzlich vermisst.

So ging der Plan von Stevens perfekt auf. Nach einem Freistoß von Daniel Didavi köpfte Harnik mit seinem neunten Saisontor das 1:0 (23.) - Schalkes Torhüter Ralf Fährmann sah dabei schlecht aus. Bereits zum 19. Mal in dieser Saison übernahm der VfB damit die Führung - herausgekommen waren bis dato aber nur sieben Siege. Der bemühte Cacau hätte in der 37. Minute sogar beinahe auf 2:0 erhöht. Dem konnten die Schalker in der ersten Hälfte lediglich eine vielversprechende Co-Produktion von Leon Goretzka und Klaas-Jan Huntelaar (45.+2) entgegensetzen.

Stevens, von 1996 bis 2002 und 2011 bis 2012 Chefcoach auf Schalke und dort immerhin zum «Jahrhundertrainer» geadelt, mahnte seinen VfB von der Bank aus immer wieder zur Ordnung. Engagiert kämpften seine Profis auch um die zweiten Bälle und wurden für den großen Einsatz beloht. Ausgerechnet Cacau markierte nach feiner Vorarbeit von Ibrahima Traoré per Kopf das 2:0 (54.), ehe erneut Harnik ein Klasse-Solo von Gotoku Sakai (59.) zum 3:0 veredelte.

Doch von wegen entspanntes Zurücklehnen: Beim 1:3 durch Szalai versank die gesammelte VfB-Defensive im Kollektivschlaf. Auf einmal wackelten die Stuttgarter wieder. Szalai traf sogar zum vermeintlichen 2:3 (72.), aber Schiedsrichter Günter Perl erkannte den Treffer nicht an - vor Szalais Kopfball soll der Ball bereits im Aus gewesen sein. Stevens wurde unruhig, gestikulierte und rief sein Team zu gesteigerter Vorsicht. Am Ende blieb der VfB auch im dritten Spiel in Serie ohne Niederlage. Bereits am Freitag steht die Partie bei Hannover 96 an.

Die Spieldaten:

Ballbesitz in %: 39,6 - 60,4

Torschüsse: 12 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 45,8 - 54,2

Fouls: 23 - 13

Ecken: 2 - 3

Quelle: optasports.com