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VfL-Stürmer Ginczek giert nach mehr - »Club« im Abstiegssog

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Der Wolfsburger Daniel Ginczek traf bei seinem alten Club. Foto: Timm Schamberger Foto: dpa

Der Wolfsburger Aufschwung hält an - und der von Daniel Ginczek auch. VfL-Coach Labbadia rühmt nach dem »super-geilen Sieg« in Nürnberg die »unfassbar gute Abschlussstärke« des Angreifers. Dem »Club« fehlt im Abstiegskampf so einer.


Nürnberg (dpa) - Das Tor gegen seinen Ex-Club bejubelte Daniel Ginczek nur dezent. »Ich habe mich innerlich gefreut«, klärte der Angreifer des VfL Wolfsburg nach dem 2:0 (0:0) beim 1. FC Nürnberg auf.

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Der 27-Jährige hat gerade einen Lauf in der Fußball-Bundesliga - und der Beinahe-Absteiger der vergangenen beiden Jahre dadurch auch. Vier Spiele, drei Siege, zehn Punkte - die Wölfe pirschen sich heran an die internationalen Startplätze. 22 Punkte eröffnen unverhoffte Perspektiven. »Nach oben ist alles möglich, wir setzen uns keine Grenzen«, erklärte Ginczek. Trainer Bruno Labbadia sprach von einem »super-geilen Sieg. Das war ein wichtiger Schritt für die Mannschaft.«

Der Aufschwung des VfL ist eng verknüpft mit Ginczek. Der so oft verletzungsgeplagte Stürmer, der im Sommer für zehn Millionen Euro vom VfB Stuttgart kam, bringt gerade eine richtig gute Dividende. In den vergangenen drei Partien traf er, an sechs der letzten sieben Wolfsburger Tore war der kraftvolle Angreifer beteiligt. »Ich bin fit, ich bin gesund. Ich hatte eine schwierige Zeit. Ich habe Spaß am Fußball und mit der Mannschaft«, kommentierte Ginczek.

»Ich freue mich, dass ich hier treffen konnte«, sagte der Mann des Abends, der in der Saison 2013/14 für den »Club« spielte. »Er hat eine unfassbar gute Abschlussstärke«, äußerte Labbadia über Ginczek, der als Stammkraft aus Stuttgart kam, aber auf den Durchbruch in Wolfsburg lange zunächst warten musste.

Ginczek habe erst in eine körperliche Topverfassung gebracht werden müssen, betonte Labbadia. »Er hat top gearbeitet. Es freut mich total, wie abgezockt er das Tor gemacht hat.« Ginczeks 1:0 in der 58. Spielminute ließ Josip Brekalo in der Nachspielzeit noch eine Zugabe folgen. »Ein Arbeitssieg«, resümierte Ginczek.

Die Gier des Torjägers nach weiteren Toren und Punkten im Jahresendspurt ist aber noch nicht gestillt. Ginczek blickte sofort voraus auf Dienstag, wenn es daheim gegen Stuttgart weitergeht, seinen nächsten Ex-Verein. »Darauf freue ich mich«, bemerkte er angriffslustig: »Es ist noch kein Urlaub. Es sind noch sechs Punkte zu vergeben vor der Winterpause. Die wollen wir auch mitnehmen.«

Wie ein Spitzenteam spielten die Wolfsburger im Max-Morlock-Team am Freitagabend nicht gerade, aber sie punkten so. Und die Nürnberger? Sie traten nicht zwingend wie ein Absteiger auf - aber sie punkten nicht. Seit neun Partien warten die Franken inzwischen auf einen Sieg. Drei Zähler gab es zuletzt am 29. September beim 3:0 gegen Düsseldorf.

Der Trainer weiß, dass sich das möglichst noch vor Weihnachten in den Partien in Mönchengladbach und gegen den SC Freiburg ändern sollte. »Fußball ist ein Ergebnissport«, bemerkte Michael Köllner. Einen Typ wie Ginczek würde sich der »Club«-Coach in seiner Offensivabteilung auch wünschen. »Im letzten Drittel haben wir nicht die Brutalität gehabt«, klagte Köllner. 14 Saisontore sind eine Absteigerquote.

Viel Aufwand, null Ertrag - das ist das Dilemma des Aufsteigers. »Wir waren nach vorne zu harmlos«, gestand Verteidiger Tim Leibold. Hinzu kam Pech: Das 1:1 von Adam Zrelak zählte wegen einer Abseitsposition nicht. »Wolfsburg war heute mehr als schlagbar«, urteilte Leibold. Der Matchwinner hatte jedoch ein VfL-Trikot an: Daniel Ginczek.

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