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Viel mehr als eine gewöhnliche Blaskapelle

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Musikalisch und auch theatralisch außergewöhnlich: Da Blechhauf'n aus Österreich. (Foto: Rasch)

Bezugnehmend auf das Material ihrer Instrumente bezeichnen sie sich selber als Blechhaufen, ohne dabei einen musikalischen Blechschaden zu verursachen: Mit ihrer hochwertigen Unterhaltungskost wurden die sieben charmanten Burschen aus dem Burgenland bei ihrem zweiten Gastspiel im Traunreuter k1 wieder frenetisch gefeiert und mehrfach auf die Bühne zurückgeholt. »Ich hätte ihnen noch Stunden zuhören können«, schwärmte eine Traunreuterin.


Dass sich hinter der Musik kein krachledernes Hm-ta-ta verbirgt, sondern virtuose Blasmusik vom Feinsten, ist den Fans vom »Blechhauf'n hinlänglich bekannt. Die rasante Unterhaltungsshow, die durchaus mehr Zuhörer verdient hätte, erwies sich erneut als absolutes Novum und wahres Blechspektakel. Dynamisch, empfindsam und sehr unterhaltsam. »Ein cooler, grooviger Haufen«, schwärmte auch der k1-Manager Thomas Kazianka.

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Gewürzt mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie, blieb dabei auch die Theatralik nicht auf der Reisestrecke. Begleitet von »Radio Dauerwelle« und dem »Nachtfalken«, begaben sich abgrundtiefe Subkontra-Lagen auf dem Helikon (Vorreiter der Tuba) sowie hohes und tiefes Blech, geleitet von einem lebenden Navigationsgerät auf eine rund zweistündige, hingebungsvolle Reise. Wie im richtigen Leben auch, gerieten die Musiker dabei in Kreisverkehre, in Raststätten oder in die Polizeikontrolle. Die Zuhörer bzw. Zuschauer amüsierten sich dabei köstlich und genossen den bläserischen Balanceakt zwischen Polka, einem Freddy Quinn-Medley, dem »Knight Rider«-Thema oder der »Träne« von den Prinzen. Mal witzig und mal zynisch, aber fein dosiert und angereichert mit Wiener Schmäh, stellten die Akteure auch wieder ihr gesangliches Talent unter Beweis.

Das Septett, das in der Mehrzahl aus dem Burgenland und der Steiermark stammt, hat sich in der Region bereits einen Namen gemacht. Im k1 trat die Combo zum ersten Mal im Mai 2010 mit großem Erfolg auf. Bei ihrem jüngsten Auftritt im Chiemgau standen sie in Pittenhart auf der Bühne. Gut möglich, dass darauf der mäßige Besuch im k1 zurückzuführen ist, der aber der Stimmung keinerlei Abbruch tat. Die Zuhörer feierten den Blechhauf'n, der viel mehr ist als eine herkömmliche Blaskapelle, frenetisch und forderten am Ende vier Zugaben, die auch gerne gegeben wurden.

Die sieben Vollblutmusiker zwischen 27 und 40 Jahren machen hingebungsvolle Blasmusik auf hohem Niveau, und bei den Melodien bedienen sie sich weltweit bei den verschiedensten Stilen. Allesamt sind sie Profis, haben studiert oder tun es noch und arbeiten in verschiedenen Orchestern, wie zum Beispiel an der Wiener Staatsoper oder am Wiener Raimundtheater. Einige von ihnen arbeiten nebenher auch noch als Musiklehrer, wie sie am Rande des Konzerts gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt einräumten. Mit dem Blechhauf'n absolvieren sie ein straffes Programm mit jährlich rund 60 Konzerten und treten in Österreich, der Schweiz und in Deutschland auf: »Eben da, wo uns die Leute verstehen.« ga