Dacia Jogger
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Kleiner Preis, großes Platzangebot - damit soll der Dacia Jogger Käufer überzeugen. Ab 13.990 Euro ist der Siebensitzer zu haben. Foto: dpa
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Wegen seiner großen Bodenfreiheit kommt der Dacia Jogger auch auf Schotterstraßen gut voran. Für anspruchsvollere Geländefahrten fehlt ihm allerdings der Allradantrieb. Foto: dpa
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Die Ausstattung des Dacia Jogger ist schlicht, aber nicht spartanisch. Sowohl Klimaanlage als auch Navigationssystem sind mit an Bord. Foto: dpa
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Für 800 Euro Aufpreis gibt es den Dacia Jogger mit einer dritten Sitzreihe. Bis zu sieben Personen finden dann bequem in ihm Platz. Foto: dpa
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Ist die hintere Sitzreihe ausgebaut und die mittlere umgelegt, fasst der Kofferraum 1800 Liter. Foto: dpa
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Von allem etwas: Der Dacia Jogger ist so lang wie ein Kombi aus der Kompaktklasse, so geräumig wie ein Van und so rustikal wie ein SUV. Foto: dpa

Viel Platz für wenig Geld: Eine Testfahrt im Dacia Jogger

Berlin (dpa-infocom) - Je größer die Familie, desto kleiner ist oft das Budget für einen Neuwagen. Dabei sind Autos mit vielen Plätzen meist besonders teuer. Außer bei Dacia. Denn die rumänische Renault-Tochter bringt als billigsten Siebensitzer im Land nun den Jogger an den Start.


Während der VW Sharan oder der Opel Zafira kaum noch auf Interesse stoßen, stemmt sich ausgerechnet Dacia gegen den Trend und baut einen neuen Van. Wenn im Frühjahr zu Preisen ab 13.990 Euro der Jogger in den Handel kommt, wird er deshalb zu einem der wenigen neuen Siebensitzer in der Kompaktklasse.

Und wie es sich für die Renault-Tochter gehört, wird er auch noch zum billigsten Auto seiner Art. Selbst wer die teuerste Ausstattung wählt, zahlt schwerlich mehr als 20.000 Euro.

Drei Autos in einem

Als Nachfolger des Lodgy, des Dokker und des Logan MCV ersetzt der Jogger nicht nur drei Autos auf einmal. Sondern er soll zugleich das Beste dreier Fahrzeugtypen vereinen. Denn sein Format hat er mit einer Länge von 4,55 Metern von einem Kombi aus der Kompaktklasse. Das Innenleben ist geräumig und variabel wie bei einem Van. Und das Design folgt dem SUV-Trend.

Statt mit langweiligen Linien lockt der Jogger deshalb mit einem modernen Mix aus rustikalem Auftritt und robusten Anbauteilen. Er legt sich bullige Formen zu und leistet sich sogar etwas mehr Bodenfreiheit. Nur Allradantrieb gibt es keinen - allzu weit dürfen die Abenteuer also nicht vom Asphalt wegführen.

Innen schlicht, aber nicht schmucklos

Auch innen haben die Rumänen den Preisbrecher herausgeputzt. Natürlich verlangt der Jogger beim Material einige Zugeständnisse. Die Kunststoffe sind ein bisschen härter als anderswo, und den dünnen Sitzen mangelt es etwas an Komfort. Doch alle Oberflächen sind strukturiert und die Kanten sauber entgratet. Auch finden sich hier und dort ein paar Zierleisten.

Das dennoch eher schlichte Ambiente gleicht der Jogger vor allem mit einem großen Platzangebot aus. Er steht zwar auf einer Kleinwagen-Plattform, bietet aber Raum wie ein Großer: Die dritte Sitzreihe, die Dacia für gerade mal 800 Euro Aufpreis anbietet, taugt nach einer kleinen Kletterei sogar für Erwachsene. Und der Kofferraum fasst mit über 1800 Litern mindestens so viel wie ein Kombi. Die stehen jedoch nur zur Verfügung, wenn man die Sitze in der zweiten Reihe umgeklappt und danach aufgestellt hat. Die dritte Reihe muss dafür ganz ausgebaut werden. Immerhin wiegen die Sessel keine zehn Kilo. Sind alle Sitze besetzt, bleiben nur magere 160 Liter Stauraum.

Abstriche bei Ausstattung und Antrieb

Licht und Schatten zeigen sich ebenso bei der Ausstattung. Zwar gibt es längst eine Klimaanlage, ein Navigationssystem mit Rückfahrkamera und neuerdings sogar eine elektrische Parkbremse. Und der in die Dachreling integrierte Gepäckträger ist nicht nur clever, sondern auch konkurrenzlos. Doch eine automatische Abstandsregelung oder eine Hilfe bei der Spurführung sucht man unter den Assistenzsystemen vergebens.

Noch dünner ist das Angebot unter der Haube. Denn zumindest zum Start gibt es nur einen Benzin-Motor. Der ist zwar aus der neuesten Generation, hat einen Turbo und eine Direkteinspritzung und wird sogar mit Flüssiggas-Umrüstung angeboten. Doch der erste Hybrid lässt bei den Rumänen noch ein Jahr auf sich warten. Der Plug-in-Technik wollen sich die Preisfüchse sogar noch länger verwehren, und mehr Leistung als die 81 kW/110 PS des ein Liter großen Dreizylinders halten sie offenbar für verzichtbar.

Entsprechend freudlos ist das Fahrgefühl. Das Spitzentempo von 183 km/h geht für diese Klasse zwar noch in Ordnung. Doch das laute Schnattern des Dreizylinders ist genauso quälend wie die 10,5 Sekunden, die der Jogger braucht, um von 0 auf 100 km/h zu kommen. Und auch Lenkung, Fahrwerk und Federung könnten besser abgestimmt sein.

Fazit: Preiswerte Familienpackung

Natürlich ist ein Dacia kein Auto für Poser. So billig, wie sein Preis annehmen lässt, wirkt der Jogger aber nun auch wieder nicht. Weder sieht er so aus, noch fühlt er sich so an. Seine große Stärke ist ohnehin sein Platzangebot. Schließlich kann man jede Menge Personen oder Gepäck einladen und muss dafür nicht einmal tief in die Tasche greifen.

Datenblatt: Dacia Jogger TCe 110

Motor und AntriebDreizylindeer-TurbobenzinerHubraum:999 ccmMax. Leistung:81 kW/110 PS bei 5000 - 5250 U/minMax. Drehmoment:200 Nm bei 2900 - 3500 U/minAntrieb:FrontantriebGetriebe:Sechsgang-SchaltgetriebeMaße und GewichteLänge:4547 mmBreite:1784 mmHöhe:1631 mmRadstand:2898 mmLeergewicht:1251 kgZuladung:444 kgKofferraumvolumen:160-1819 LiterFahrdaten:Höchstgeschwindigkeit:183 km/hBeschleunigung 0-100 km/h:10,5 sDurchschnittsverbrauch:5,6 Liter/100 kmReichweite:890 kmCO2-Emission:127 g/kmKraftstoff:SuperSchadstoffklasse:Eu6DEnergieeffizienzklasse:CKosten:Basispreis des Dacia Jogger:13.990 EuroGrundpreis des Dacia Jogger TCe 110:14.490 EuroTypklassen:k.A.Kfz-Steuer:84 Euro/JahrWichtige Serienausstattung:Sicherheit:Sechs Airbags, LED-Scheinwerfer, NotbremsassistentKomfort:Tempomat, Bordcomputer, ZentralverriegelungSpritspartechnik:Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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