weather-image
23°

Vieldeutigkeit und Perspektivenwechsel

0.0
0.0
Bildtext einblenden

In einer Doppelausstellung von Heinrich Stichter und Konrad Kurz treten in der Städtischen Galerie Traunstein zwei Künstler gemeinsam an die Öffentlichkeit, die zu den wichtigsten Persönlichkeiten des regionalen Kunstschaffens zählen und die das kulturelle Leben seit vielen Jahren entscheidend mitgeprägt haben. Während Heinrich Stichter, Jahrgang 1940, mit neuen Arbeiten aus den letzten zwei Jahren vertreten ist, zeigt der 1934 geborene Konrad Kurz eine Installation, die 1982 entstanden ist, aber nichts an Aktualität eingebüßt hat und die exemplarisch für das gesellschaftskritische Engagement des Bildhauers steht. Präsentiert wird das Schaffen zweier Künstler, die durch ihre Expressivität und ihre Leidenschaftlichkeit für die existentiellen Themen, welche die Menschen bewegen, verbunden sind.


Heinrich Stichter hat sich der nichtgegenständlichen, gestischen Malerei verschrieben. Seinen Bildern liegt ein offenes System zugrunde, das mit den Konstanten der Malerei operiert. Es sind dies die unmittelbaren Auseinandersetzungen von Raum und Fläche, von Farbe und Nichtfarbe, es ist die Verletzlichkeit der Materie und die Sichtbarmachung von Aktion und Prozesshaftigkeit.

Anzeige

Die Installation »Der bedrohte Mensch« von Konrad Kurz entstand unter dem unmittelbaren Eindruck militärischer Aufrüstung und atomarer Bedrohung. Die Installation umfasst eine im Raum inszenierte Figurengruppe und mehrere an der Wand montierte Objektkästen. Thema der in ihrer Intensität verstörenden und zutiefst ergreifenden Arbeit ist die Angst vor dem Ausgeliefertsein der Menschen an die Potenziale ihrer eigenen Vernichtung.

Die Thematisierung von Gewalt und Zerstörung wird durch den künstlerischen Zugriff bei Konrad Kurz in gegenständlicher Form und Heinrich Stichter in nichtgegenständlicher Form erfahrbar, der Reflexion damit zugänglich und birgt, indem sich der Betrachter von der Wucht der Aussagen ergreifen lässt, die Möglichkeiten zur Veränderung und Entwicklung. Vieldeutigkeit und Perspektivenwechsel sind für beide Künstler ästhetisches Programm und fordern den Betrachter zu einer aktiven Auseinandersetzung heraus.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 18. April, um 19 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Manfred Kösterke und einer Einführung von Galerieleiterin Judith Bader eröffnet. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 26. Mai, geöffnet ist die Städtische Galerie Traunstein Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Ausstellungsrundgänge mit den Künstlern Heinrich Stichter und Konrad Kurz werden an den Sonntagen 5. und 26. Mai jeweils um 15 Uhr angeboten. Am Internationalen Museumstag, der in diesem Jahr auf den 12. Mai fällt, ist der Eintritt in die Städtische Galerie frei.