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Viele Eisflächen sind noch nicht tragfähig

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Landkreis Traunstein: Viele Eisflächen sind noch nicht tragfähig
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Die ehrenamtlichen Helfer der BRK-Wasserwacht üben regelmäßig die Rettung von eingebrochenen Personen. Im Notfall ist es jedoch wichtig, dass auch Laien wissen, wie man einem Eingebrochenen helfen kann. (Foto: BRK TS)

Die kalten Temperaturen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass sich auf kleinen Weihern und Seen eine dünne Eisschicht gebildet hat. Viele Eisdecken sind noch zu dünn und es besteht Lebensgefahr, wenn man sie betritt.


Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr, zu ertrinken. Damit Aktivitäten auf dem Eis auch wirklich ein Freizeitvergnügen bleiben und nicht tragisch enden, empfiehlt die BRK-Wasserwacht dringend die Einhaltung der Eisregeln.

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»Grundsätzlich sollte man sich vor dem Betreten des Eises bei Fachleuten, Ortskundigen oder dem zuständigen Amt erkundigen, ob das Eis dick genug ist und Menschen sicher trägt«, berichtet Hans-Michael Weisky, der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Traunstein.

»Als Richtgröße für eine tragfähige Eisdicke gelten 15 Zentimeter. Allerdings können sich insbesondere in Seen und Flüssen durch Strömungen, Temperaturunterschiede und Lufteinschlüsse Stellen bilden, an denen die Eisschicht weniger dick ist und akute Einbruchgefahr besteht. Diese Stellen sind von oben leider kaum zu erkennen.«

Wichtig sei es daher, die Warnhinweise am Ufer sowie Markierungen auf dem Eis zu beachten und das Eis nie alleine zu betreten. Wer sich nicht sicher ist, ob das Eis wirklich trägt, soll am besten auf eine Eishalle oder öffentliche Eisflächen ausweichen.

Die ehrenamtlichen Wasserretter sind rund um die Uhr für Notfälle auf dem Wasser und für die Eisrettung mit Wasserrettern und Einsatztauchern einsatzbereit. »Die beste Rettung ist aber die, die gar nicht erst benötigt wird; daher raten wir zur Vorsicht! Das Eis trägt in vielen Fällen nicht! Nicht aufs Eis gehen! Im Notfall Hilfe unter der Nummer 112 anrufen!«, erklärt der Technische Leiter der Wasserwachts-Ortsgruppe Berchtesgaden, Franz Kurz.

Sollte das Eis zu knistern und knacken beginnen, ist es höchste Zeit, die Eisfläche zu verlassen. Besteht akute Einbruchgefahr, kann man den Druck auf die Eisfläche reduzieren, indem man sich flach auf das Eis legt und auf dem gleichen Weg zum Ufer zurück kriecht. Wer ins Eis eingebrochen ist, sollte durch laute Hilferufe sofort auf sich aufmerksam machen.

»Wer sieht, wie jemand ins Eis einbricht und dem Eingebrochenen zur Hilfe eilen will, sollte sich ihm auf beziehungsweise mit einem Gegenstand wie einem Schlitten oder einer Leiter nähern, um sein eigenes Gewicht besser auf dem Eis zu verteilen. An der Einbruchsstelle angekommen, sollte man dem Eingebrochenen niemals die Hand reichen, sondern ebenfalls einen Gegenstand. Sonst besteht die Gefahr, von dem in Panik geratenen Eingebrochenen selbst ins Wasser gezogen zu werden«, erklärt Weisky.

Durch die Kälte des Wassers und der dadurch schnell eintretenden Unterkühlung kann sich der Verunglückte aus eigener Kraft nur wenige Minuten am Eisrand halten. Darum ist schnelle Hilfe durch Augenzeugen erforderlich, denn die Alarmierung und Anfahrt der Einsatzkräfte dauert selbst bei größter Eile eine gewisse Zeit. Die eigene Sicherheit muss dabei jedoch immer bedacht werden.

Wer dem Eingebrochenen nicht direkt helfen kann oder als Augenzeuge vor Ort ist, sollte sofort die 112 wählen. Denn auch wenn die Rettung aus dem Wasser bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte gelingt, muss der Eingebrochene aufgrund der Unterkühlung so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden.