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Viele Falschanrufer bei Siegsdorfer Firma: »+49«-Vorwahl auf Visitenkarten »schuld«

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Sabine Einöder wird oft von Senioren angerufen, die eigentlich nicht zu ihr möchten.

Siegsdorf – Sabine Einöder ist eine gut gelaunte Frau, die fast immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Und wirklich ärgern muss sich die Siegsdorferin auch nicht über die zahlreichen Falschanrufer. Doch sie will ihre Geschichte erzählen und auf ein Problem aufmerksam machen, das sicherlich nicht nur sie und die Mitarbeiter ihres Büros betrifft.


Wer bei Sabine Einöder am Telefon rauskommt, ist bei der Firma Einöder Kühl- und Schankanlagen. Da möchten viele auch hin, doch einige haben ein ganz anderes Anliegen. »Sie wollen zu Ärzten, zu Physiotherapeuten, zu Handwerkern, zur Firma Pohlig oder zur Commerzbank«, sagt Sabine Einöder aus ihrer langjährigen Beobachtung.

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So erfährt die 57-Jährige auch einiges, was sie überhaupt nicht betrifft – von Stützstrümpfen angefangen über Nachfragen zu Rezepten bis hin zu Überweisungen. »Oft legen die Leute gleich los. Sie hören gar nicht richtig zu, wer sich gemeldet hat«, sagt die Siegsdorferin.

Das Problem: Auf Visitenkarten, Rezepten oder Geschäftsbriefen sind Telefonnummern häufig mit einem Plus versehen für die Vorwahl von Deutschland, also +49. »Vor allem ältere Menschen haben damit ein Problem. Sie ignorieren das voranstehende Pluszeichen (das ja eigentlich für zwei Nullen steht) und wählen mit der 49 los«, sagt Sabine Einöder.

Nachdem die Nummer der Firma Einöder Kühl- und Schankanlagen GmbH (08662) 4986-0 lautet, landen vor allem Siegsdorfer – »aber auch andere« – regelmäßig nicht dort, wo sie hin möchten, sondern bei Sabine Einöder. »Das kommt sehr häufig vor, und es wurden im Laufe der Jahre auch nicht weniger Anrufer.«

Die Siegsdorferin findet, dass es hier an Aufklärungsarbeit mangele. »Wenn man es den Leuten erklärt, dann dämmert es den meisten, dass die Landesvorwahl weggelassen werden muss und die verbleibende Ortsvorwahl am Anfang durch eine 0 ergänzt werden muss. Denn irgendwann hat man es ja doch schon einmal gehört.«

Deshalb erlebe sie oft, dass die Senioren am anderen Ende der Leitung verlegen seien. »Doch das muss nicht sein«, betont die 57-Jährige. Die Schreibweise der Telefonnummern habe sich im geschäftlichen Umgang in wenigen Jahren etabliert. »An unserer älteren Bevölkerung ist das aber schlicht und ergreifend vorbei gegangen.«

Sabine Einöder appelliert hier auch an Firmen, Ärzte und Handwerker: »Wer national oder regional tätig ist, muss doch keine internationale Nummer angeben. Das sorgt unnötig für Verwirrung«, findet die Siegsdorferin. – Die 57-Jährige wird nicht die einzige sein, die immer wieder mit Leuten zu tun hat, die eigentlich ganz woanders hin möchten. KR