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Zehn Jahre Lehrerkonzerte und 40-jähriges Bestehen der Musikschule Traunstein

Vielfältiger Hörgenuss beim Jubiläumskonzert

Verschiedene Virtuosen mit ihren verschiedenen Instrumenten, vereint an einem einzigen Konzertabend? Die Traunsteiner Musikschule garantiert einen solch vielfältigen Hörgenuss einmal im Jahr beim Konzert ihrer Lehrerinnen und Lehrer.

Ein ganz besonderes Schmankerl bot die Lehrer-Tanzlmusi mit (von links) Andreas Niedermeier, Gabi Oder, Georg Holzner, Balint Garaczi und Simon Nagl. (Foto: Plützer)

»Auf diesen Abend freuen wir Musiker uns nun schon seit zehn Jahren immer wieder neu«, begrüßte Georg Holzner, der Leiter der Musikschule Traunstein, das Publikum im Traunsteiner Kulturzentrum an diesem ganz besonderen Jubiläumsabend. Denn nicht nur die Lehrerkonzerte jährten sich zum zehnten Mal, auch die Musikschule selbst feiert mit 40 Jahren einen runden Geburtstag. Ein schöner Anlass, den sich auch Oberbürgermeister Christian Kegel und Kulturreferentin Ursula Lay nicht entgehen ließen. Das Kollegium der Musikschule zeigte wieder einmal mehr seine vielfältige Professionalität - und vor allem die Begeisterung für die Musik und so manches, was damit zusammenhängen kann.

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So präsentierte sich Patrick Pföß nicht als der Spezialist an der Querflöte, sondern zeigte sein beeindruckendes Talent als Sprachgestalter in dem durchaus humorvollen, avantgardistischen Stück »Stripsody« der Komponistin Cathy Berberian. Ein Stück nur für Stimme – nicht gesungen, wobei die vorbeiziehenden Alltagsgeräusche von Radio, Hund und Katz durchaus auch melodische Sequenzen boten.

Wunderbar humorvoll war auch das Trio der beiden Sängerinnen Friederike Duetsch und Johanna Hartmann im besten Charleston-Look zusammen mit dem Pianisten Thomas Hartmann und dem Hit »Meine beste Freundin«, ein Schlager von Misha Poliansky aus den 20er Jahren. Johanna Hartmann ist eigentlich Querflötenlehrerin, zusammen mit Ehemann Thomas am Klavier zeigte sie ihre Virtuosität an ihrem eigentlichen Instrument mit einer »Histoire du Tango« von Astor Piazolla, dem »concert d´aujourd´hui«, zu der auch Friederike Duetsch mit »Yo so maria« ihr gesamtes, gesangliches Können einbrachte.

Wild und anspruchsvoll ging es gleich weiter mit einer Sonate von Dimitri Schostakowitsch für Cello und Klavier, pointiert und nuanciert dargebracht von der Pianistin Maria Bittel, die für die gesamte bunte, runde Programmzusammenstellung verantwortlich zeichnete, und Cellist Simon Nagl.

Natürlich durfte auch die klassische Sparte der Musik nicht fehlen, die mit Werken von Franz Schubert und W. A. Mozart von den Geigerinnen Veronika Vajda und Andrea Brucker repräsentiert wurde. Georg Holzner zeigte mit der Begleitung von Thomas Hartmann und der Musik von Alexander Arutjunjan, was für ein wunderbares Soloinstrument die Trompete sein kann. Leise, melancholische, argentinische Töne gab es mit der Konzert-Gitarre von Alfred Schillmeier.

Ein ganz besonderes Schmankerl bot die Lehrer-Tanzlmusi. Zusammengestellt für einen der vielen Repräsentationsaufträge, die die Musikschule übers Jahr übernimmt, hatten die Beteiligten so viel Spaß am gemeinsamen Spiel, dass sie diese Formation auf jeden Fall beibehalten wollten. Volksmusik vom Feinsten präsentierten der junge Student und Musiklehrer Andreas Niedermeier an der Steierischen, der auch Solo begeisterte, Georg Holzner an der Trompete, Gabriele Oder mit der Klarinette, Balint Garaczi mit dem Tenor-Horn und last but not least Simon Nagl am Kontrabaß. Die zweite Lehrerformation des Abends sorgte für Jazz: Andreas Wimmer an der E-Gitarre, Dirk Bennert am Schlagzeug, Thomas Hartmann am Klavier und als Gast des Abends Christian von LeSuire mit dem Kontrabaß.

Warum haben eigentlich so wenige Schüler und Schülerinnen mit ihren Eltern diese wunderbare Gelegenheit genutzt, ihre Lehrkräfte einmal in ihrer vollen Profession zu erleben? Schade, denn es war wirklich für jeden Geschmack und jedes Alter etwas geboten. Schlagzeuglehrer Dirk Bennert ließ sogar die Puppen tanzen und präsentierte sich in seinem Zweitberuf als Bauchredner. Dafür spannte er auch gleich die Kollegen mit ein und gemeinsam mit Bär und Hase gab´s ein waschechtes G´stanzl mit Kontrabaß, E-Gitarre und Ziach. Man darf gespannt sein auf weitere zehn Jahre Lehrerkonzerte in Traunstein! Petra Plützer