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Vielfalt und Lebendigkeit zu »SCHWARZ–WEISS«

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Ein Blick in die Alte Wache in Traunstein, wo der Kunstverein 154 Arbeiten zum Thema SCHWARZ –WEISS von 73 Künstlern präsentiert. (Foto: Giesen)

Eng waren die Vorgaben zur Beteiligung an der Frühjahrsausstellung des Kunstvereins: dem Titel »SCHWARZ–WEISS« entsprechend sollten die Bilder nur schwarz-weiß sein, 30 mal 30 Zentimeter groß, auf Papier und ungerahmt. Außerdem durften nur Künstler des Vereins eine bis vier Arbeiten zu dieser nicht jurierten Ausstellung einreichen. So eng eingegrenzt und einfach der Titel klingen mag, was – an Fäden aufgehängt – in der Alten Wache nun zu sehen ist, ist in seiner Vielfalt und Lebendigkeit erstaunlich. 73 Künstler reichten über 200 Arbeiten ein, so dass die Vorstandschaft des Kunstvereins doch eine Auswahl treffen musste, weil mehr als 154 Werke zu präsentieren, schlicht nicht möglich war.


Offensichtlich fühlten sich die Künstler angeregt, aus dieser Eingrenzung etwas zu machen, denn fast alle Arbeiten sind neu – eigens für die die Präsentation – entstanden. Die gestalteten Möglichkeiten, denen sich der Besucher gegenüber sieht, sind nahezu unendlich. Sämtliche Techniken wurden angewandt, von Bleistift oder Kohle bis zu Druck, Öl und Aquarell, Ritzzeichnungen, Fotografie und Collage. Aber auch vorsichtige Versuche, ins Dreidimensionale zu gehen, finden sich, wie bei Cosima Strähhubers genialem Einfall der »Notunterkunft« – kleinen, versetzbaren Containern, rein aus Papier gearbeitet. Genauso vielfältig wie die Techniken sind die Themen, völlig nicht-gegenständlich bis realistisch ins Detail.

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Herbert Stahl, Vorsitzender des Kunstvereins Traunstein, erklärte bei der Vernissage die ungewöhnliche Art der Hängung, die sich nach der letzten Frühjahrsausstellung »Guck mal« mit kleinen Diabetrachtern entwickelt hatte. Auch bei dieser Präsentation ist der Betrachter gefordert, muss sich ständig neu orientieren, um die Vorder- und Rückseite der hängenden Werke zu betrachten. Nicht immer ist die Arbeit auf beiden Seiten vom gleichen Künstler – jeweils eine kleine Überraschung. Anhand sehr kleiner Schildchen mit Nummern kann man auf der Bildliste nähere Informationen zu Werk und Schöpfer bekommen.

Alle Bilder sind tatsächlich in den »Nichtfarben« schwarz und weiß und nirgends in irgendeiner Form farbig gehalten. Aber zwischen schwarz und weiß gibt es unzählige Zwischenstufen von Grau- und auch unterschiedlichen Weißtönen. Die Reduzierung auf diese »Unfarben«, wie sie Herbert Stahl bezeichnete, forderte den Künstler und fordert nun auch den Betrachter auf, sich mit den wesentlichen Elementen der Gestaltung zu beschäf-tigen. Gibt es etwas, das sich ohne Farbe gar nicht ausdrücken lässt? Haben die so gestalteten Bilder etwas mit Extremen, mit absoluten Gegensätzen zu tun? Eine Reihe von Assoziationen zu Schwarz-Weiß hat wohl jeder sofort, wie es auch Oberbürgermeister Christian Kegel bei der Begrüßungsrede ansprach.

Die reizvolle Ausstellung in der Alten Wache im Rathaus in Traunstein ist bis Sonntag, 22. März, werktags von 13 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Christiane Giesen