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Vielversprechende neue Namen beim 39. Internationalen Jazzfestival Saalfelden vom 23. bis 26. August

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Die slowenische Pianistin Kaja Draksler kehrt mit neuem Trio und Programm auf die Saalfeldener Bühne im Kunsthaus Nexus zurück. (Foto: Klinge)

Saxofone, Trompeten, Jazzgitarren, Notenblätter und riesige Fotoporträts von Jazzgrößen zieren in Saalfelden mitten im August die Schaufenster der Geschäfte. Der Ort im Salzburger Pinzgau ist seit Jahrzehnten auch ein Synonym für ein weltweit angesehenes Jazzfestival, das sich höchst erfolgreich abseits des Mainstreams positioniert hat.


Vom 23. bis 26. August wird – inmitten der zauberhaften Pinzgauer Bergwelt – zum 39. Male auf den Kosmos Jazz in seiner immer wieder überraschenden Vielfalt fokussiert, schillernder denn je, ohne jedoch in Beliebigkeit abzugleiten. »Jazz wird ja stets sehr offen interpretiert und ist bekannt für seine Vielschichtigkeit. Dem wollen wir im Rahmen unseres Festivals auch genügend Platz einräumen«, erklärt Intendant Mario Steidl. »Die Sounds reichen von weichen, sonoren Klängen, fließenden Synthie-Soli bis hin zu spitzen, rauen Melodien. Bei unserem Festival ist deshalb kein Konzert wie das andere, auf jeder Bühne können die Zuhörer etwas Neues kennenlernen. Die internationalen Künstler, die wir einladen, setzen sich mit verschiedensten Stilrichtungen auseinander und überraschen das Publikum Jahr für Jahr mit neuen, ungewöhnlichen Kompositionen.«

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Vor allem jüngeren Musikfans dürfte der Name des Wahlwieners Ulrich Drechsler ein Begriff sein. Unter dem Bandnamen »Café Drechsler« tourte das Trio des Klarinettisten bereits seit 2002 äußerst erfolgreich durch die Dance-Clubs dieser Welt. Unter dem Programmtitel »Liminal Zone« wird Drechsler den diesjährigen Saalfeldener Konzertreigen im Kongress eröffnen – mittlerweile mit einem achtköpfigen Ensemble und deutlich erweiterten Klang- und Kompositionsstrukturen, die der zentralen Idee einer »sozialen Skulptur« folgen.

Auch Gitarrist Elliott Sharp ist in der globalen Jazzszene kein Unbekannter: Nach Saalfelden kehrt der stets im Blues geerdete Free-Gitarrist diesmal mit der Harfenistin Hélène Breschand und dem Projekttitel »Chansons du Crépuscule« zurück, um die nur unscharf definierten, magischen Aggregatzustände der Dämmerung zwischen Tag und Nacht improvisatorisch zu erkunden.

Stellvertretend für die wenigen bekannteren Namen in diesem Saalfelden-Jahrgang sei an dieser Stelle auch die slowenische Pianistin Kaja Draksler genannt. Mit ihrem aktuellen Trio und dem Arbeitstitel »Punkt.vrt.Plastik« kehrt die atemberaubend innovative Virtuosin nach drei Jahren auf die Saalfeldener Bühne zurück.

Besonders neugierig machen dürfte die diesjährige Programmierung auf die auffallend vielen, hierzulande eher unbekannten Acts wie das finnische Elektronik-Trio »Virta«, das Schweizer Dreigespann »Schnellertollermeier« sowie das US-Oktett der Flötistin/Elektronikerin Nicole Mitchell mit ihrem aufwühlenden, besonders politisch motivierten Werk »Mandorla Awakening II«.

Erfreulich auch, dass von den über 40 Konzerten an den bewährten Spielorten Kongress, Nexus, dem Stadtplatz und den idyllischen Almen auch 21 kostenlose, nicht minder hochkarätige dabei sein werden. Und selbst die jüngsten Jazzfans kommen nicht zu kurz: Am Sonntag gibt es ein Kinderkonzert im Kafka-Saal im Nexus, diesmal mit Pepe und Speedy. Das vollständige Festivalprogramm findet sich im Internet unter www.jazzsaalfelden.com. Norbert Klinge