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Vier Runden Vorsprung

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Geschafft: Rainer Popp fügte seiner Siegessammlung bei der »Schinderei« in Hitzendorf bei Graz einen weiteren Erfolg hinzu. (Foto: privat)

Rad-Extremsportler Rainer Popp feierte bei der »Schinderei« in Hitzendorf in der Steiermark einen glänzenden Saisonabschluss. Die Schönauer Rad-ikone siegte zum vierten Mal in Folge beim Rennen über zwölf Stunden in der Masterklasse. Mit 90 Runden über 345 Kilometer und knapp 3 000 Höhenmetern war der sechsfache Weltmeister auch heuer nicht zu schlagen. Popp bleibt bislang der einzige »Senior«, der in den vergangenen Jahren die 90 Runden-Schallmauer durchbrochen hat.


Beim traditionellen Extremsport-Finale nahe der Steiermärker Hauptstadt Graz versammelte sich zum Saisonschluss auf dem 3,9 Kilometer langen Rundkurs Europas Radsportelite. Mit Christoph Strasser, Franz Preihs, Julian Eisenbeis und Rainer Popp waren alleine vier »Race across Amerika-Veteranen« am Start. Mit neuer Organisation auf bekannter Strecke gab es ein zwölf- und 24-Stunden-Rennen. Das zwölf Stunden-Rennen wurde erstmals in Europa als Langstrecken-Verfolgungsrennen ausgetragen. Eine knifflige taktische Entscheidung für jeden Einzelnen war die Wahl der Distanz.

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Popp fuhr bis Mitternacht ein glänzendes Rennen. Immer gut positioniert schaffte Popp bei hohem Tempo eine Runde nach der anderen. Fast zwei Stunden fuhr er in einer Fünfergruppe, die bestens harmonierte. Doch kurz vor Mitternacht stürzte der erfahrene Rennfahrer über eine am Boden liegende Trinkflasche, knallte unsanft auf den Boden und zog sich dabei Prellungen und Abschürfungen zu. Popp musste kurz behandelt werden, konnte das Rennen aber fortsetzen. Das Vorderrad war defekt, was auf der abgesperrten Strecke viel Zeit kostete. Nach knapp 15 Minuten stieg Popp wieder aufs Rad. Schwung und Motivation waren jedoch erst einmal verloren. Dazu gesellte sich jetzt der Kampf mit der Müdigkeit. Nach knapp zwei harten Stunden fing sich der Favorit jedoch wieder, reihte sich geschickt ein und fuhr bis zum Finale um sechs Uhr früh wieder im gewohnten Renntempo. Viele zwölf-Stunden-Fahrer wichen der Nacht aus und starteten erst, als Popp gerade fertig war. So begann ein zwölf Stunden langer Warteprozess auf die endgültige Platzierung. Letztendlich konnte aber auch dieses Jahr keiner den Seriensieger gefährden. Mit vier Runden Vorsprung war Rainer Popp auch in diesem Jahr das Maß der Raddinge. cw

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