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Vier Tage nach Vettels Geburtstag: Die Eifel ruft doch

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Traditionsstrecke
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Auf dem Nürburgring wird 2013 nun doch Formel 1 gefahren. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Nürburgring (dpa) - Sebastian Vettel kann seinen Juli-Fluch nun doch auf dem Nürburgring bezwingen. Nach monatelangem Gezerre, nach Machtkämpfen und Streitereien steht das Heimrennen für die deutsche Fahrer-Fraktion und den Mercedes-Werksrennstall endlich fest.


Am 7. Juli geben Vettel und seine Verfolger in der Eifel Gas. Darauf verständigte sich die Nürburgringgesellschaft mit Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone. »Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr«, sagte der 81 Jahre alte Brite in einer Pressemitteilung. Er habe sich »gerne« für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, »um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten«. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer äußerte sich erleichtert. »Der Mythos Nürburgring lebt«, teilte sie am Donnerstag in Mainz mit. Damit habe Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ein deutliches Bekenntnis zum Nürburgring abgelegt.

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19 der geplanten 20 Rennen in diesem Jahr sind somit bestätigt. Ob es einen Ersatz für die auf 2014 verschobene Premiere vor der Skyline von New York gibt, ist wenige Tage vor Beginn des Testfahrten weiterhin ungeklärt.

Dennoch können vor allem die deutschen Fans aufatmen - Vettel sowie seine Rivalen Nico Rosberg (Mercedes) und Nico Hülkenberg (Sauber) kommen. Die Zeit wurde allerdings bedrohlich knapp. Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt schaffte es aber.

Schon 2009 war er an der Rettung der Formel 1 auf dem Hockenheimring maßgeblich beteiligt. Seit demselben Jahr wechseln sich der Kurs in Nordbaden und die Strecke am Fuße der Nürburg mit dem Großen Preis von Deutschland ab. Ob der neunte WM-Lauf der kommenden Saison auch wieder als Grand Prix von Deutschland oder aber von Europa ausgefahren wird, ist zunächst noch offen. Auch, wer als Sportlicher Ausrichter - ADAC oder AvD - fungieren wird.

Die Fahrer dürften die zahlreichen Nebenschauplätze im Kampf um die Formel-1-Existenz auf dem Nürburgring mit seinem hunderte Millionen Euro teuren Freizeitpark weniger interessieren. Hauptsache es wird gefahren. Zumal Vettel noch eine Rechnung offen hat.

2011 verpasste er bei empfindlich kühlen Temperaturen in der bekannt rauen Eifel nach neun Podiumsplätzen in Serie als Vierter erstmals die Top Drei. Überhaupt konnte der dreimalige Weltmeister, der 26 seiner 101 Rennen gewann, vor deutschem Publikum noch kein Formel-1-Rennen gewinnen. Und auch der Monat Juli lastet schon wie ein Fluch auf dem Heppenheimer Red-Bull-Star: Es ist der einzige Monat im Rennkalender, in dem Vettel nach wie vor sieglos ist.

Umso wichtiger, dass die NBG und Ecclestone doch noch die Kurve bekamen. Nach der Insolvenz der staatlichen Besitzfirma im vergangenen Sommer stritten sich das Land Rheinland-Pfalz und die damaligen privaten Pächtern. Denen war vor knapp einem Jahr wegen ausstehender Pacht gekündigt worden. Die Ex-Pächter gaben Betrieb und Immobilien zurück, ihnen wurde dafür aber zugestanden, mit Ecclestone zu verhandeln und das Formel-1-Rennen auf dem Ring unter Dach und Fach zu bringen.

Ecclestone brach jüngst aber diese Gespräche ab, stattdessen verhandelte er mit der NBG und dem ihm seit Jahren bestens bekannten Schmidt. Dann ging alles rasend schnell und Vettel bekommt vier Tage nach seinem 26. Geburtstag die Chance, seinen Heim- und Juli-Fluch endlich hinter sich zu lassen.

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