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Vierter Bauabschnitt am Bodenberg schreitet voran

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Schwierige Arbeitsverhältnisse.
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Sind mit dem Verlauf der Bauarbeiten am Bodenberg zufrieden (v.l.): Christian Rehm, Thomas Zumbrunnen und Sepp Leitner. (Fotos: Bauregger)

Schneizlreuth – Wie der Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Christian Rehm, bei einem Ortstermin an der Baustelle auf der Bundesstraße 21 am Bodenberg in Schneizlreuth betonte, sei diese die schwierigste Baumaßnahme im gesamten Zuständigkeitsbereich des Amtes. Seit 29. April wird hier der vierte von fünf Bauabschnitten realisiert.


Die größte Herausforderung besteht darin, neben der Baustelle eine einspurige Durchfahrt offen halten zu müssen, um Umleitungsstrecken bei einer Vollsperrung von bis zu 140 Kilometern vermeiden zu können. Neben dem einspurig an der Baustelle vorbeilaufenden Verkehr in sehr beengtem, topografisch schwierigem Gelände arbeiten zu müssen, ist auch eine sehr große Herausforderung für die bauausführende Firma und deren Mitarbeiter.

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Notwendig wurde die Maßnahme, weil zum einen die ältesten Stützbauwerke bereits im Jahr 1899 gebaut worden waren und zum anderen sich die sehr enge und kurvige Straßenführung zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt hatte. Seit 2016 wurden bereits insgesamt drei Bauabschnitte fertiggestellt. In diesem Jahr folgen nun die letzten 195 Meter Richtung Schneizlreuth. Wie in den letzten Jahren bereits praktiziert, werden in der verkehrsstärksten Zeit im Sommer die Arbeiten unterbrochen, sodass die Strecke während der Hauptreisezeit wieder in beide Richtungen frei befahrbar sein wird. Aus diesem Grund wurden auch Kurven herausgenommen und in den Felsbereich ausgewichen.

Der letzte Abschnitt nach der 90-Grad-Kurve beim Bodenberg-Denkmal in Richtung Melleck wird wohl der schwierigste. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen und den aktuellen Vorgaben und Richtlinien, wird derzeit an einem neuen Konzept gearbeitet, um diesen südlichsten Abschnitt unter Verkehr bauen zu können. Auch die im nächsten Jahr geplante bergseitige Sicherung der Strecke vor Steinschlägen und Lawinen (Zäune und Vernetzungen) muss aufgrund der neuen Arbeitssicherheitsregeln nochmals überarbeitet und in Teilen neu konzipiert werden.

Da sich im gesamten Baustellenbereich, aber insbesondere im Bereich des fünften Abschnittes direkt neben der B 21, hochwertige Naturschutzgebiete anschließen, muss die Bauabwicklung immer wieder auch diese Belange berücksichtigen und das weitere Vorgehen anpassen. Durch die neuen Stahlbetonstützmauern und Hangbrückenbereiche mit Notgehweg und regelkonformen Absturzsicherungen entspricht der Streckenabschnitt, nach Abschluss der Arbeiten, wieder dem aktuellen Stand der Technik.

Die bisher angefallenen Kosten der Baumaßnahme korrespondieren mit den 2016 veranschlagten Kosten für die ersten vier Bauabschnitte. Insgesamt werden hierfür etwa 6,5 Millionen Euro anfallen. Nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, einschließlich der einhergehenden Felssicherungsmaßnahmen, werden Gesamtkosten in Höhe von rund 12 Millionen Euro erwartet. Wegen der kurzen Bauabschnitte sind diese Kosten höher als unter normalen Bedingungen. Wie Christian Rehm betonte, bleibe es oberstes Ziel des Straßenbauamtes, auch weiterhin eine Vollsperrung der B 21 in diesem Streckenabschnitt zu vermeiden. Immerhin passieren die Strecke durchschnittlich 11.000 Fahrzeuge am Tag. Dies bedeutet, dass die Belastung wesentlich größer ist, als im restlichen Bayern. Wenn auf der Inntalautobahn in Tirol (Großes Deutsches Eck) zusätzlich Blockabfertigung durchgeführt wird, steigt die Verkehrsbelastung in dieser Zeit um etwa weitere 2000 Fahrzeuge (20 Prozent). Erschwerend kommt laut Rehm hinzu, dass der Schwerlastanteil von etwa zehn Prozent ebenfalls weit über dem bayernweiten Durchschnitt von fünf bis sechs Prozent liegt.

Auch wenn die Verkehrsführung mittels Lichtsignalanlage für viele Verkehrsteilnehmer mit Beeinträchtigungen verbunden ist, wertet das Staatliche Bauamt den bisherigen Baustellenverlauf als großer Erfolg. Dies auch aus dem Grund, weil die dringend zu erledigenden Ertüchtigungsmaßnahmen jahrelang verschoben worden waren, weil eine Sanierung unter Verkehr als nicht durchführbar galt. Werner Bauregger