Bildtext einblenden
Die Zukunft des Unternbergs samt seines Doppelsessellifts (auf unserem Bild) stand im Mittelpunkt eines Ortstermins mit Vertretern der Volksbank Raiffeisenbank, der Behörden und der Gemeinde Ruhpolding. (Foto: Gemeinde Ruhpolding)

Volksbank Raiffeisenbank will Skibetrieb am Unternberg im Winter wieder aufnehmen

Ruhpolding – Die Volksbank Raiffeisenbank Südostbayern will nach wie vor den Skibetrieb am Unternberg im kommenden Winter wieder aufnehmen. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Iven Matheis, der die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing leitet, bekräftigt, dass die Bank die beiden Schlepplifte im unteren Teil des Unternbergs 2022/23 wieder zum Laufen bringen wolle. Doch die Wiederaufnahme des Skibetriebs sicher zusagen könne die Bank nicht. Denn das Vorhaben liege nicht allein in ihrer Hand. »Das Problem sind die Lieferketten«. Und damit sei nach wie vor ungewiss, ob denn die Bank auch das Material rechtzeitig bekomme, um die sanierungsbedürftigen Lifte in Schwung zu bekommen.


Im Juli 2021 hatte die »meine Volksbank Raiffeisenbank eG« den Unternberg samt Anlagen von der Gemeinde Ruhpolding gekauft. 141 277 Quadratmeter wechselten den Eigentümer, über den Kaufpreis verlautete nichts. Die Bank schmiedet nun schon seit geraumer Zeit Pläne für die künftige Nutzung des Gebiets. Was genau herauskommt, ist laut Angaben aus dem Kreditinstitut noch in der Schwebe. In Absprache mit den Behörden laufen laut Matheis die Planungen. Frühestens im Herbst werde die Bank in der Lage sei, das Konzept vorzustellen.

So viel jedoch hat die Bank schon mitgeteilt: Den Skibetrieb will sie unbedingt wieder aufnehmen. Doch die Wiederanknüpfung an vergangene Zeiten gestaltet sich offensichtlich weit schwieriger als gedacht. So hatte der neue Eigentümer ursprünglich geplant, den Skibetrieb bereits im vergangenen Winter fortzusetzen. Dann aber verwarf er diese Zielsetzung. Der langjährige Investitionsstau mache einen Winterbetrieb, so die damalige Aussage, unmöglich. 2022/23 werde man aber mit den Liften wieder in Betrieb gehen.

Diese Perspektive verfolgt die Bank laut eigenen Auskunft nach wie vor – verbunden aber mit einem Hinweis auf Probleme, die Bauherrn in einer angespannten Lage auf dem Markt Sorge bereiten. So sagt Matheis zwar »alles, was in unserer Hand liegt, haben wir in die Wege geleitet«, doch Lieferschwierigkeiten könnten eintreten und die angestrebte Wiederinbetriebnahme der Lifte im kommenden Winter zunichte machen.

Ungeachtet dieser Unwägbarkeiten treibt der Eigentümer die Planungen für seinen Unternberg weiter voran. Was die Aufstellung des Gesamtkonzepts betrifft, habe nun ein »Erstgespräch« an Ort und Stelle mit der Gemeinde Ruhpolding wie auch mit Vertretern der Behörde stattgefunden, sagt der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und des Marketings. »Verschiedene Modelle« seien diskutiert worden, so Matheis, »spruchreif ist noch nichts«. Weitere Gespräche seien erforderlich. Die Gemeinde teilte nach dem – nichtöffentlichen – Ortstermin mit, dass Vertreter der Volksbank Raiffeisenbank eG, des Landratsamts, des Forstbetriebs, des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie einiger Planungs-, Umwelt- und Ingenieurbüros mit von der Partie gewesen seien. Die Beteiligten hätten die Bedingungen an Ort und Stelle geprüft – und zwar mit diesem Ergebnis: »Da und dort mussten Kleinigkeiten in den Planungen nachgebessert werden.« Den geplanten Maßnahmen stehe somit nichts mehr im Wege. Der Eigentümer und Betreiber, die meine Volksbank Raiffeisenbank eG, wolle das Konzept in den kommenden Wochen in die Öffentlichkeit tragen.

Für die Wintersaison werde wieder ein Skibetrieb angedacht, so die Gemeinde weiter. Für die Sommersaison sei ein völlig neues Sommerkonzept mit mehreren Freizeitangeboten geplant. »Fest steht, dass alle Angebote für Familien, Einheimische und Touristen gleichermaßen attraktiv sein werden«, teilte die Gemeinde mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Damit bleibe dieser Freizeitberg nach wie vor für Ruhpolding und die Region erhalten.