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Volksmusik der besonderen Art begeisterte

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Herbert Pixner (Dritter von links) musizierte mit Heidi Pixner an der Harfe, Manuel Randi mit Gitarre und Werner Unterlercher am Kontrabass im Saal des Gasthofs Prinzregent. (Foto: Giesen)

Musik, die in die Glieder fährt, schlagartig gute Laune verbreitet und das Publikum sofort in seinen Bann zieht, gab es beim Konzert mit Herbert Pixner und seinem Ensemble im Saal des Gasthofs Prinzregent in Marquartstein.


Organisiert von Kilian Pfohl war der Saal mit Besuchern aus dem ganzen Achental brechend voll. Bereits vor Monaten war das Konzert kurz nach dem Bekanntwerden der Veranstaltung vollkommen ausverkauft. Wie Kilian Pfohl zu Beginn bekanntgab, ist der Reinerlös für die Achental-Tafel bestimmt, die Jugend der Bergwacht Marquartstein, Schleching und Grassau sowie für die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Marquartstein.

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Die Musik der vier Vollblutmusiker ist schwer zu beschreiben – im Kern ist es traditionelle Volksmusik, aber neu bearbeitet, mitreißend arrangiert und technisch brilliant gespielt. Die vier Musiker mit dem Südtiroler Herbert Pixner an der Spitze scheinen völlig ohne Noten zu improvisieren, sind aber doch so perfekt aufeinander abgestimmt, dass hinter diesen Darbietungen eine enorme Probenarbeit stecken muss. Herbert Pixner – während des gesamten Konzerts mit Hut, der im Eifer des Gefechts nur einmal herunterfiel (!) – spielte Steirische (diatonische) Harmonika, Klarinette oder gestopftes Fügelhorn, Instrumente, die er innerhalb der einzelnen Stücke manchmal ohne Unterbrechung wechselte.

Zu dem virtuosen Ensemble zählen weiter Herberts Schwester Heidi Pixner an der Harfe, Werner Unterlercher am Kontrabass und der Gitarrist Manuel Randi aus Bozen. In den eigenen Kompositionen und Bearbeitungen Pixners finden Elemente von Jazz, Blues, traditioneller und internationaler Volksmusik zusammen, die wohl jeden ansprechen. Das Publikum im Prinzregentensaal setzte sich jedenfalls aus allen Altersgruppen zusammen, von Kindern bis zu Senioren.

Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm unter dem Titel »Na und«, angefangen vom »Pinzgauer Perchtentanz« (»Bei den Temperaturen würd‘ des auch zu einem Adventssingen passen« – Originalton Pixner), über einen Blues in B-flat bis zu einer »musikalischen Autofahrt« in einem Roadster, benannt »Spitfire«. Das Publikum war hingerissen. Dazwischen brillierte der Italiener Manuel Randi aus Bozen noch mit dem von ihm geschriebenen Solostück »Hands of Joy« auf der Gitarre. Wenn Herbert Pixner in unverfälschtem Südtiroler Dialekt in kurzen, manchmal auch längeren Ansagen »ein neies Schtickl« ansagte, trug er mit seinem herrlich trockenen Humor nicht wenig zum Vergnügen des Abends bei. Nach der Pause fing ein wunderschönes, ruhiges Stück der vier Musiker die Stimmung auf einer Alm bei Sonnenaufgang ein – Pixner kann dabei auf genügend eigene Erfahrung zurückgreifen, da er noch immer jeden Sommer mehrere Monate als Senner auf einer Alm in Südtirol verbringt.

Ebenso eindrucksvoll war das folgende Harfensolo »Sommerwind«, souverän gespielt von Heidi Pixner. Wenn der »Volksmusikführerschein« ihm auch entzogen worden sei, wie der Moderator betonte, erklang dann doch noch ein waschechter Zwiefacher mit dem »Gerippe«, also der Taktfolge aus »Oide Kath« und einer Melodie von Michael Jackson, nämlich »Dirty Diana«, sodass das Ergebnis »Dirty Kathy« sei, so Pixner, was vom Publikum mit rauschendem Applaus belohnt wurde. Überhaupt schien sich die Stimmung im Saal im Laufe des Abends – soweit das überhaupt möglich war – noch zu steigern. Das Konzert klang mit einem Landler »Der Russ« aus dem Passeiertal aus und selbstverständlich noch drei erklatschten und erpfiffenen Zugaben - nicht zuletzt mit dem Versprechen, dass Pixner und seine Leute wieder nach Marquartstein kommen werden. Christiane Giesen