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Vom 3. zum 1. Bischofswieser Bürgermeister?

Bischofswiesen (spd) – Sepp Angerer will Bürgermeister von Bischofswiesen werden. Der 39-Jährige Gemeinderat und 3. Bürgermeister der Gemeinde wurde in der jüngsten Versammlung der Orts-SPD einstimmig für diesen Posten nominiert.

Sepp Angerer (r.) möchte für die SPD Bürgermeister in Bischofswiesen werden. Zu seiner Nominierung gratulierte ihm sein Gemeinderatskollege Hans Metzenleitner. Foto: privat

»Bürgermeister zu sein heißt für mich: Auf d'Leit zuageh, eahna zuahörn und miteinander red'n.« So umriss Angerer sein Leitbild für eine bürgerfreundliche Amtsführung als Bischofswieser Bürgermeister. Nicht zuletzt aus Liebe zu seiner Heimatgemeinde und aus Sorge um eine ortsgerechte Entwicklung kandidiere er für das Bürgermeisteramt.

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Hans Metzenleitner, Fraktionssprecher und Kollege im Gemeinderat, applaudierte mit den Worten: »Mit Sepp Angerer haben wir einen jungen und doch schon erfahrenen Kommunalpolitiker, der zum einen heimatverbunden und traditionsbewusst ist, aber als langjähriger Arbeiter und jetziger Unternehmer ebenso über sozial- und wirtschaftspolitische Kompetenz verfügt.«

Schon Sepp Angerers Lebenslauf weise ihn als einen unverkennbaren Bischofswieser aus. Sein Vater Adolf Angerer war Gründungsmitglied und 35 Jahre lang Musikmeister der Blaskapelle sowie Gründer der Jugendgruppe D'Watzmanner, die nunmehr der Sepp mit seinem Bruder seit über 20 Jahren leitet. Mütterlicherseits reichen seine Wurzeln zum Ruppenlehen. Der gelernte Maurer und Fliesenleger ist seit 15 Jahren verheiratet und hat vier Kinder. Nach seiner Ausbildung zum Baumeister führt er seit 2012 seinen Handwerksbetrieb. Dem seit 2008 amtierenden Gemeinderat und 3. Bürgermeister gilt sein ehrenamtliches Engagement nicht nur den »Watzmannern«, sondern er ist aktiver Weihnachtsschütz, ist Mitglied bei der Bischofswieser Musikkapelle, beim Obst- und Gartenbauverein, beim Sänger- und Musikantenverein sowie aktives Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr.

Der Versammlung unterbreitete er in einem Zehn-Punkte-Programm seine Zielsetzungen für die kommenden Jahre. Ganz oben auf seiner Agenda steht das »Miteinander«. So wolle er das Mitsprache- und Nachfragerecht stärken, indem er regelmäßige Bürgermeistersprechstunden anbieten sowie regelmäßige wie auch bedarfsorientierte außerplanmäßige Bürgerversammlungen einberufen wolle. Als einer, dem ehrenamtliche Tätigkeit bestens vertraut sei und der wisse, wie wichtig das Vereinsleben gerade auch für junge Leute sei, möchte er den Vereinen regelmäßige Treffen vorschlagen, um etwaige Probleme frühzeitig zu lösen.

»Gemeinderatsdebatten können durchaus hart in der Sache geführt werden, sollten jedoch niemals persönliche Wunden schlagen«, sagte Angerer. Für ihn zähle jede Meinung. Im Idealfall sollen sich die besseren Argumente durchsetzen – einen Partei- oder Fraktionszwang gebe es auf Gemeindeebene sowieso nicht. Als langjähriger Jugendleiter beim Trachtenverein liegen ihm die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen. »Ich möchte der Jugend eine Stimme geben und nicht nur über sie reden, sondern mit ihnen«, kündigte Angerer an und versprach, Jugendsprechstunden einzuführen und nach Möglichkeit ein Jugendparlament einzurichten.

Sein Leitmotiv sei das Allgemeinwohl, betonte Angerer. Es gelte daher, noch so hartnäckig verfolgte Einzelinteressen mit den Interessen der Gemeinde in Einklang zu bringen oder sie zu verwerfen. »Eine Freinderl-Wirtschaft wird es bei mir so wenig geben wie beim amtierenden Bürgermeister oder seinem Vorgänger«, so der Kandidat. Als eine zentrale Aufgabe bezeichnete er eine deutlich stärkere Zusammenarbeit mit den vier anderen Talkesselgemeinden. »Ob in der gewerblichen Entwicklung oder im Tourismus – eine Gemeinde allein kann die Probleme nicht lösen«, ist sich Angerer sicher. Er sei zumindest froh, dass auf Initiative der Marktgemeinde Berchtesgaden die gemeinsame Überarbeitung der gemeindlichen Flächennutzungspläne ins Leben gerufen worden ist und im kommenden Jahr verabschiedet werden soll. Nur in enger Kooperation könne »eine Gemeindeentwicklung mit Augenmaß« gelingen, die den Innenbereich weiter verdichte, die Flächen im Außenbereich aber vor Überbauung bewahre.