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Vom geschlossenen Hallenbad bis zur Kommunalwahl

Unterwössen. Die Unterwössner Bürgerversammlung im Oberwössner Gasthof zur Post zeigte starkes Interesse mit knapp 150 Besuchern, aber dennoch wenig Diskussionsbedarf. Das überraschte eigentlich jeden, denn Bürgermeister Hans Haslreiter griff in seinem Bericht Themen wie Verschuldung, Haushaltsplan, Hallenbad, Edeka-Neubau, Entwässerung Hinterwössen, Hochwasserschutz und Breitbandversorgung auf. Wolfgang Wimmer vom Ökomodell Achental steuerte das Thema Fließwasserkraftwerke an der Tiroler Ache bei.

Das vergangene Jahr werde vielen in guter Erinnerung bleiben, begann Haslreiter. Man habe Nachhaltiges geschaffen, freiwillige Leistungen erbracht und trotzdem noch Schulden abgebaut.

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Gutachter soll sich mit dem Hallenbad befassen

Weiter informierte Haslreiter über das derzeit geschlossene Hallenbad und den insolventen Hallenbadverein. Gemeinderat und Hallenbadausschuss hätten ergebnislos diskutiert. Die Situation erweise sich vor dem Hintergrund explodierender Energiekosten und Problemen mit dem Blockheizkraftwerk als schwierig. Bad und Sauna seien absolut sanierungsbedürftig. Das Insolvenzverfahren dauere an. Mit 85 000 Euro hatte die Gemeinde Unterwössen für das Blockheizkraftwerk gebürgt. Ende 2012 musste sie für das Darlehen einstehen. Jetzt hat die Gemeinde noch einmal 12 000 Euro ausgegeben für einen Gutachter. Das Gutachten werde eine umfassende Bestandsanalyse wie ein energetisches Sanierungskonzept bringen. Es soll aber auch Möglichkeiten einer alternativen Nachnutzung aufzeigen.

Den Bettenabbau im Tourismus stoppen

Im Tourismus habe es zuletzt einen Abbau von 60 Betten gegeben – ein Minus von 5,2 Prozent, rechnete Haslreiter. Vor dieser Zahl erscheine der Rückgang der Übernachtungszahlen um 0,35 Prozent gering. Haslreiter freute sich, dass die Gästezahlen um 1,13 Prozent zugelegt hätten. Er wolle dem Bettenrückgang unbedingt entgegenwirken, sagte er, und verwies auf regionale Kreditsonderangebote für Investitionen.

»Ich wünsche mir mehr Kinder«, sagte Haslreiter zur Einwohnerzahl, die auf 3484 gestiegen sei. In den letzten vier Jahren seien 50 Neubürger mit Erstwohnsitz hinzugekommen. Der Trend gehe zudem dazu, dass sich mehr Zweitwohnungsbesitzer mit Hauptwohnsitz anmelden. Am 31. Dezember gab es 864 Zweitwohnungsbesitzer.

Treffpunkt für die Jugend und die Senioren

Eine herausragende Neuerung sei der Treff des Wössner Regenbogens für Jugend und Senioren. Zum Balsberglift hoffte er, dass dieser auch im kommenden Winter ehrenamtlich betrieben werden könne. Ein mächtiger Werbeträger der Gemeinde sei die Deutsche Alpensegelflugschule Unterwössen, die DASSU. Sie habe mit viel Engagement ein schwieriges Jahr gemeistert. Das andere Aushängeschild sei die Ski-Weltcuprennläuferin Nicki Hronek mit ihren Erfolgen.

In diesem Zusammenhang würdigte der Bürgermeister Ehrenamtliche und Vereine als »Träger der Lebensqualität«. In Vereinen würden »Kräfte gebündelt, werde eine Gemeinde lebendig«, sah Haslreiter. Kinder und Jugendliche würden dort in die Gemeinschaft integriert.

Der Haushalt 2013 mit großen Investitionen und dennoch erheblichem Schuldenabbau sei solide. 7,3 Millionen beträgt der Gesamthaushalt, 5,3 Millionen der Verwaltungshaushalt. Der Vermögenshaushalt wurde um knapp 200 000 Euro gegenüber dem Vorjahr aufgestockt. Herausforderung sei die Sanierung der Entwässerung in Hinterwössen. Den aktuellen Planungsstand erläuterte der Bürgermeister anhand der Pläne.

Für Unterwössen stellte er noch einmal den neuen Edeka-Markt auf dem ehemaligen Gemeindegrundstück vor. Geplante Investitionen seien die Anschaffung des Feuerwehrfahrzeuges für Unterwössen, Bauwerke, Straßen und Gehsteige würden saniert.

Oberirdische Leitungen und Masten sollen verschwinden

Mit der Hochspannungsverkabelung über das zweite im Osten verlaufende Kabel sollen Leerrohre für die Breitbandversorgung verlegt werden. Letztendlich sollen in beiden Ortsteilen die Hochspannungsmasten und oberirdischen Leitungen verschwinden. Die Gemeinde nehme die Beratung des neuen Breitbandzentrums in Anspruch. Erste Anzeichen stehen dafür, dass Förderprogramme nicht greifen, weil die Versorgung nach Auffassung der Spezialisten weitgehend ausreichend sei, schätzte Haslreiter.

Der Hochwasserschutz in Oberwössen von der Bergerbrücke bis zu Preißerbrücke lasse weiter auf sich warten. Den frühesten Baubeginn signalisiert das verantwortliche Wasserwirtschaftsamt in 2014.

Investitionen machen höhere Kanalgebühren nötig

Die erste Frage eines Mitbürgers nach dem Hintergrund gestiegener Kanalgebühren beantwortete Haslreiter mit den Investitionen von jährlich 200 000 Euro ins Kanalnetz.

Walter Bauer aus Oberwössen sah die Leithengasse in sehr schlechtem Zustand, vor allem jetzt, nachdem der Umleitungsverkehr während der Hauptstraßensanierung über die Leithengasse geflossen sei. Haslreiter pflichtete ihm bei, verwies aber auf die beschränkten finanziellen Möglichkeiten.

Angelika Waack von der Initiative Gemeinschaftsliste für Unterwössen zur Kommunalwahl im Frühjahr 2014 überreichte eine Unterschriftenliste mit einem Antrag auf eine eigene Bürgerversammlung zu diesem Thema. lukk