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»Vom Glück geküsst«: Achim Reichel wird 75

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Achim Reichel
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Achim Reichel in seinem Tonstudio: Der Musiker hat Geschichte geschrieben. Foto: Ulrich Perrey Foto: dpa

Seine Hits »Aloha Heja He«, »Der Spieler« und »Kuddel Daddel Du« sind unvergessen - nun wird Achim Reichel 75. Seine Fans dürfen sich 2019 auf ein »Best Of«-Album und eine Tour des Ausnahmekünstlers freuen.


Hamburg (dpa) - Er gilt als der erste Superstar der deutschen Rockmusik, tourte in den 1960er Jahren als Frontmann der Beat-Band Rattles gemeinsam mit den Rolling Stones und den Beatles.

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Kurz vor einer geplanten US-Konzertreise mit den »Pilzköpfen« wird Achim Reichel zum Militärdienst eingezogen. Doch seiner Karriere tut dies keinen Abbruch, er erfindet sich neu und begeistert seine Fans in den darauffolgenden fünf Jahrzehnten mit ganz eigenen Interpretationen verschiedenster Musik-Genres - ob mit rockigen Shantys, aufgepeppten Volksliedern, Vertonungen von Texten großer Dichter oder psychedelischen Sounds. Am 28. Januar feiert Achim Reichel seinen 75. Geburtstag.

Er sei vom »Glück geküsst worden«, sagt der Musiker rückblickend. In eine Schublade stecken ließ sich Reichel nie. »Ich springe schon gern von Ast zu Ast«, erzählt der Hamburger Jung, der als ein Pionier der »Loop«-Technik, sich wiederholender Echos von Tonfolgen als Dauerschleife, und damit als Wegbereiter der elektronischen Musik gilt. Zu seinem umjubelten Konzert in der Elbphilharmonie 2017 kommen Fans aus aller Welt, um den experimentellen Sound seines Krautrock-Soloprojektes »A.R. & Machines« live zu erleben - Musik, die er zuletzt 45 Jahre zuvor auf einer Bühne gespielt hatte. »Dass ich ein Pionier werden würde, war mir nicht klar. Es hat einfach nur Spaß gemacht«, gibt sich Reichel bescheiden.

Ob es in musikalischer Hinsicht etwas gibt, das er noch machen möchte? »Was soll ich den Leuten mit meinen 75 Jahren noch erzählen«, schmunzelt der Künstler. St. Pauli, den Hamburger Stadtteil, in dem für Reichel alles begann, hat er längst hinter sich gelassen. »Das war eine Lebensphase«, sagt er. Heute wohnt er im beschaulichen Hummelsbüttel, fernab des Trubels auf dem Kiez. Im Erdgeschoss seines Hauses thront ein riesiges Mischpult, daneben eine ansehnliche Gitarrensammlung. An einer Lampe baumeln alte Backstagepässe, im Regal findet sich ein Bild von Reichel und Paul McCartney - Erinnerungen an das bewegte Leben des Seefahrersohns, der ursprünglich ebenfalls als Schiffssteward die Weltmeere befahren wollte.

Fast zeitgleich zu seinem Geburtstag ist das Album »Das Beste« erschienen, eine Doppel-CD beziehungsweise Vierfach-Vinyl-Box mit all seinen großen Hits, darunter natürlich auch die unvergessenen Klassiker »Der Spieler«, »Aloha Heja He« und »Kuddel Daddel Du«. Im Oktober geht es dann auf große Deutschland-Tour, unter anderem sind Konzerte in Hamburg, Berlin und Köln geplant.

Ob es seine letzte Tour sein wird, lässt der Künstler offen. »Danach werde ich in mich gehen und mich fragen: war's das?«, verrät Reichel. Doch dem umtriebigen Musiker wird sicherlich nicht langweilig - bereits jetzt schreibt er parallel an seiner Autobiografie, die 2020 erscheinen soll.

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