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Vom Leuchten der Bilder

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»Sommerabend« von Margareta Thiel.

Nicht nur die Kunst hat die sieben Frauen von »FrauenArt« nun schon seit 33 Jahren zusammengeschweißt, sondern auch ein offensichtlich fröhlich-ungezwungenes Verhältnis untereinander. Das kann man in der Jahresausstellung im Traunsteiner Kulturzentrum auch auf drei großformatigen, schillernd-bunten Exponaten sehen.


Ingrid Blüml von FrauenArt hat die gemeinsamen Ausflüge an schönen Sommertagen auf der Leinwand heiter und pointiert in Szene gesetzt und der Betrachter kann sich gut vorstellen, dass die wöchentlichen Treffen der Künstlerinnen genauso harmonisch-angeregt verlaufen. Es gibt aber trotz aller Harmonie kein Motto für diese Ausstellung, dem sich alle unterordnen, sondern jeder präsentiert sein Thema. Die unterschiedlichsten Themen und Malstile der sympathischen Künstlerinnen wecken die Neugierde beim Betrachter.

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Die großformatigen Bilder von Anna Maria Meixner – den Traunsteinern bekannt durch ihre Liebe zu den Farben Orange und Rot – locken den Blick der Besucher in eine rötlich gefärbte Stille, die oft von geheimnisvollen, gesichtslosen Gestalten bewohnt wird. Ein abstraktes Bild, das den Namen »Frequenz« trägt, ist ebenfalls von ihr und die Spannung, die von diesem Bild ausgeht, kommt von dem typischen Flimmereffekt, den sie mit Farbschattierungen von rot, schwarz, orange und weiß effektvoll eingefangen hat.

Heidi Machatschek-Flieher setzt da eher auf den französisch-mediterranen Stil. Einige ihrer Bilder leben von dem Spannungsfeld Natur und Mensch. Verlassene Stühle am Strand, ohne einen Hinweis auf die Besitzer, strahlen die zerbrechliche Melancholie eines längst vergangenen schönen Tages aus. Wer waren die Menschen, die sie dort hingebracht haben? Was haben sie dort gemacht? Und warum Stühle, und keine Strandliegen? Die Stühle wirken irgendwie fehl am Platz. Rätselhaft.

Wie Höhlenmalerei wirken zwei der Exponate, die Gisa Beyreuther gemalt hat. Von der archetypischen Darstellung von Männern und Frauen, jeweils auf einer eigenen Leinwand zu sehen, geht eine ursprüngliche Kraft aus, der man sich nur schwer entziehen kann. Ein großformatiges, farbenprächtiges, mit kühnem Strich komponiertes Bild lenkt gleich im Eingangsbereich den Blick auf eines der wohl spannendsten und beeindruckendsten Bilder der Ausstellung. Man ist ganz belebt von der Energie, die das Bild ausstrahlt. Gerti Richter, bekannt durch ihre surrealistischen Schneckenbilder, hat es gemalt.

Der Faszination der Wüstenlandschaft ging Ingrid Bauer in einem ihrer Exponate auf die Spur und fing die unwirkliche Stimmung mit gekonntem Pinselstrich ein. Margareta Thiel hat sich einem klassischen Thema der Literatur gewidmet. Mit leuchtender Koloration und weicher, fließender Formgebung gestaltet ist eines ihrer ausgestellten Bilder eine geglückte Hommage an den Sommernachtstraum von Shakespeare.

Kulturreferentin Ursula Lay, die in ihrer Eröffnungsrede die Buchautorin (Wolfsfrau) und Psychoanalytikerin Clarissa Pinkola Estes mit den Worten »Frauen, die der Natur nahe stehen, leuchten von innen heraus« zitierte, hat für diese Ausstellung die richtigen Worte gefunden, denn das Leuchten ist in den Bildern deutlich zu sehen.

Die Ausstellung geht noch bis einschließlich Sonntag. Sie ist werktags von 14 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Barbara Heigl

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