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Vom Spiritual bis hin zum Händel-Oratorium

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Mit traditionellen Gospels und mitreißenden Arrangements überzeugte der Münchner Gospelchor »Gospels at Heavens« bei seinem Auftritt im Pertensteiner Marstallsaal. (Foto: Gabi Rasch)

Gospelfreunde werden den Auftritt des Münchner Gospelchores »Gospels at Heaven« im Pertensteiner Marstallsaal nicht so schnell vergessen. Der Chor sorgte mit der Botschaft der christlich-afroamerikanischen Musik für ein imposantes Klangerlebnis und bewies mit seinen mitreißenden Arrangements, wie vielfältig und facettenreich Gospelmusik sein kann. Das Pertensteiner Publikum war überwältigt.


Die alte Weisheit »Ein Chor singt so gut wie sein Dirigent arbeitet«, trifft hier zu. Der charismatische Vollblutmusiker Charles B. Logan hat nicht nur seine stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger bestens im Griff, er versteht es auch, sich mit seiner grandiosen Soulstimme und professionaler Performance perfekt in Szene zu setzen. Nicht von ungefähr zählt der gebürtige New Yorker zu den »Who is Who« der deutschen Gospelszene. Seine Begeisterung für diese Musik überträgt das Energiebündel unweigerlich auf den Chor, der mit seiner Lebens- und Sangesfreude das Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde voll in seinen Bann zog. So dauerte es nicht lange, bis die Zuhörer begeistert mitklatschten und sich von der zarten und doch voller dynamischen Kraft der Lobpreisgesänge mitreißen ließen. Nicht nur altbekannte Traditionals, deren Intensität die Herzen der Zuhörer zutiefst berührten, gab das Ensemble scheinbar mühelos zum Besten. Auch moderne Gospels wie das Popstück »I will fallow him« aus der augenzwinkernden amerikanischen Komödie »Sister Act« reihten sich in das breitgefächerte Repertoire ein. Bewegend aus Pertensteiner Sicht war der Chorsatz »O Fortuna« aus Carmina Burana von Carl Orff, dem Ehrenbürger der Stadt Traunreut.Ein absolutes Highlight war das Halleluja aus dem Oratorium »Der Messias« von Georg Friedrich Händel und das bekannte Lied »Freude schöner Götterfunken«, das Ludwig van Beethoven im 4. Satz seiner 9. Sinfonie vertont hat.

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Bewegend war auch der Gefangenenchor »Va Pensiero« aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi. Erwähnenswert sind auch die Solisten, die mit ihren außergewöhnlichen Stimmen ebenso begeisterten wie die hochkarätigen Musiker mit ihrem grandiosen Spiel an der Cachonne (Percussion-Instrument), am Piano oder am Bass. Der Gospelchor besteht seit 1999 und hat mittlerweile in Deutschland, Italien und Tschechien vor ausverkauften Hallen über 200 erfolgreiche Konzerte gegeben. Auch im Pertensteiner Marstallsaal waren nur wenige Plätze nicht besetzt.

Organisiert wurde das Konzert von der Theaterfabrik, die mit Gospels at Heaven ein echtes Sahnestück bester Gospelmusik engagiert hatte. Die Zuhörer waren tief berührt und beeindruckt. Gabi Rasch