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Von einer Einöde zu einem Nutzplatz für alle

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Sämtliche Bewohner und Kommunalpolitiker sowie alle Projektarbeiter freuen sich über den neuen Inklusionsgarten. (Foto: Vietze)

Berchtesgaden – Die Lebenshilfe Berchtesgadener Land hatte vor ihrem neuen Wohnhaus Berchtesgaden lange Zeit eine Grünflache, die nicht offen und von jedem benutzt worden war. Das sollte sich ändern. Am Samstagvormittag wurde der sogenannte »Inklusionsgarten« nun eingeweiht. Den Projektarbeitern war ein wichtiges Anliegen, durch Offenheit einen Raum für Begegnungen zu schaffen. Zudem wurde dieser Garten durch Geistliche gesegnet.


Dieter Schroll, Geschäftsführer der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, freute sich über den Bau des Inklusionsgartens. »Wir konnten ein Stück Grün, das zunächst nur Wiese war, fördern«, betonte Schroll. Man könne durch Inklusion einen Raum schaffen. Mit einem direkten Weg zum Nachbarhaus sollen sich Hausgemeinschaft und Nachbarschaft öfters begegnen. »Der Garten ist ein Angebot für die Öffentlichkeit. Das soll Offenheit und Begegnungen schaffen«, so Schroll.

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Ein neuer Kaser wurde in den Garten gebaut, der als Unterstand dienen soll. Außerdem soll damit eine Stimmung wie auf einer Almhütte herrschen. Auch neu ist ein Wassertrog, der ebenfalls für jeden zugänglich ist. Zudem fertigte man zwei Tafeln mit Verhaltensregeln für diesen Garten an. Trotz der Regeln soll der Bereich für alle zugänglich sein, denn nur durch Begegnungen entstehe ein Verständnis.

Für den Bau der Anlage war Landschaftsarchitekt Hannes Krauss verantwortlich. Krauss konnte den Inklusionsgarten zügig in einer guten Qualität schaffen. »Es war ein sehr angenehmer Auftrag für mich«, erklärte er. Sonst beschäftige sich der Architekt mit Parkplätzen und effizienten Infrastrukturen. Dieses Projekt sei ein Ausnahmefall. Die einzige Hürde war der intensivere Bodenaustausch wegen des Aufschüttungsmaterials. Sonst lief alles reibungslos ab. »Ich konnte aus einer Einöde einen Nutzplatz für alle machen«, so Krauss.

Marktbürgermeister Franz Rasp ging auf Krauss' Worte ein: »Dieses Projekt ist effizient.« Es gehe hierbei nicht um die Kosten, sondern um die Wirkung. Der Inklusionsgarten ermögliche erst den Kontakt zur Nachbarschaft. Erst dadurch könne sich ein Selbstverständnis entwickeln. Der neue Anbau sei Teil des Ganzen und werde das gesamtgesellschaftliche Konstrukt festigen. Abschließend segneten Pfarrer Peter Schulz und Pfarrer i.  R. Hans Fischer den Inklusionsgarten. »Aus einem Garten entwickelte sich ein Segen«, sagte Schulz. Ruhestandspfarrer Fischer sagte seinerseits: »Gottes Segen begleitet uns jeden Tag.« Der Inklusionsgarten soll ebenfalls ein Segen für alle sein.

Im Anschluss an die Einweihung fand der Tag der offenen Tür im Wohnhaus der Lebenshilfe statt. Dabei hatten Besucher die Möglichkeit, zu sehen, wie die Wohngruppen zusammenleben. fb