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Von Nordfriesland durch die Toskana in den Winter

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Noch bis zum Sonntag präsentieren die Künstler der »Chiemgau-Palette« ihre Werke im Traunsteiner Kulturzentrum. Gezeigt werden verschiedenste Motive in Aquarell, Öl, Acryl und Mischtechnik. Stillleben, heimische Landschaftsbilder quer durch alle Jahreszeiten, Ansichten von Gegenden etwas südlich der Alpen, aber auch weit nördlich gelegen, Aktstudien und etwas »experimentelle« Kunst bilden einen repräsentativen Querschnitt durch die Vielfalt und Fähigkeiten der seit vielen Jahren bekannten und geschätzten Maler. Sepp Hartmann, Gabriele M. Regele, Klaus Spatzl und Reinhild Stiegler sind seit vielen Jahren Mitglieder der »Palette«, und haben sich weit über den Landkreis Traunstein einen hervorragenden Ruf erworben. Heuer zum ersten Mal dabei ist Toni Bögl aus Traunstein.


Wie dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner anerkennend bemerkte, sei die Jahresausstellung der »Chiemgau-Palette« für Kunstfreunde nicht aus dem Kalender wegzudenken. Die Ausstellung, die seit 1977 ohne Unterbrechung im Kulturzentrum stattfindet, weise stets ein breites Spektrum schöpferischer Vielfalt und auf und zeige die stimmungsvoll eingefangene Schönheit und Urwüchsigkeit des Chiemgaus, aber auch anderer Gegenden. Sie schloss ihre Ansprache mit einem Zitat des Mitbegründers und langjährigen Vorsitzenden der Chiemgau-Palette, Georg F. Winter: »Eigentlich wollten wir zeichnen aus Spaß an der Freud.« Klaus Spatzl freute sich über die zahlreichen Besucher der Vernissage, die »jedes Jahr wieder wie ein größeres Familientreffen« sei und stellte kurz das neue Mitglied Toni Bögl vor: »Einer, der was kann und gut zu uns passt.« Er hoffe, es sei ihnen gelungen, wieder eine schöne Ausstellung zusammengestellt zu haben, die es wert sei, darüber zu diskutieren. Die musikalische Umrahmung übernahmen Johanna, Anna-Lena (Geigen) und Patrizia am Cello. Das junge Trio begeisterte u. a. mit einer gelungenen Darbietung des »Divertimentos 21« von Franz Joseph Haydn und dem »Trio Nr. 1« des zeitgenössischen Komponisten Richard Rudolf Klein.

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Ein breites Spektrum an Maltechniken und Motiven in unterschiedlichsten Größen zeigt der Traunsteiner und »Neu-Palettiner« Toni Bögl. Verschiedene Gesichter in Gouache-Technik wie man sie von Matisse und Chagall kennt, flirtende Pärchen in Acryl im Kaffeehaus wechseln sich ab modernen Acrylbildern in Braun- und Gelbtönen. Pflanzen, Geschirr und Tierporträts mischen sich gekonnt unter Ansichten des Waginger Sees und des Ettendorfer Kircherls sowie Impressionen aus Südtirol und Aktstudien in Aquarell.

Sepp Hartmann, der bevorzugt mit Öl- und Pastellfarben und großer Liebe zum Detail die Stimmungen und Eindrücke der einzigartigen Landschaften des Chiemgaus einfängt, präsentiert mit dem Lindlbrunnen und lebhaftem Stadtplatztreiben mit dem Jacklturm im Hintergrund zwei interessante Traunsteiner Stadtansichten in quadratischer Form. Stillleben, Chiemgauer Wald- und Berglandschaften sowie Chiemsee- und Fraueninsler Landschaftsporträts in Öl auf Leinwand und Stillleben in Aquarell vervollständigen die Auswahl des Chiemingers.

Wohl keine Malerin versteht es, Blau- und Rottöne so leuchtend und dennoch unaufdringlich einzufangen wie Gabriele M. Regele in ihren Aquarellen. Seien es nun der rote Hummer, der einem vorwurfsvoll seine Scheren entgegenhält, das verträumte Haus in der Toskana, die scheinbar einsam gelegene berühmte Kirche in der Ramsau, feine Amaryllis- und Hortensienblüten, nordfriesische Impressionen oder Frauen in leuchtenden Saris – sie alle strahlen bezaubernd um die Wette mit dem großformatigen Olivenbaum in Acryl auf Leinwand.

Mit kräftigen Öl- und Acrylfarben wandert Klaus Spatzl durch Zeit und Gegend, vorzugsweise rund um den Chiemsee. Von den leuchtenden Sonnenuntergang beim »Wegmacher« in Chieming genießenden Spaziergängern über einsam in den Wellen schaukelnde Boote bis hin zu Uferansichten im Lauf der Jahreszeiten, den sich in sanften Wellen spiegelnden Abendhimmel in satten Ölfarben und dem leuchtend gelben Kornfeld auf dem Siedenberg in Öl-Aryl-Mischtechnik reicht seine Palette.

Reinhild Stiegler, der das Malen und Zeichnen schon von Kindesbeinen an große Freude macht, zeigt feine Stillleben in Aquarell, romantische Landschaften und Motive des Chiemgaus quer durch die Jahreszeiten, wie die Kapelle bei Buchfelln, die sich in beschaulicher Winterruhe im Schutz der Bäume in den tiefen Schnee schmiegt, das Koster Seeon hinter dicht belaubten Bäumen, die etwas versteckt gelegene Kreuzkapelle auf Herrenchiemsee, die Agergschwendteralm oder eine Winterlandschaft auf der Steinplatte.

Die Ausstellung ist täglich von 12 bis 18 Uhr, am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Maria Ortner