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Von Weibsbildern und der Weiblichkeit

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O. M. Graf in Wort und Musik: Bettina Mittendorfer und Paul Zauner in Ruhpolding. (Foto: Burghartswieser)

Der Schriftsteller Oskar Maria Graf, 1894 in Berg geboren, galt als politischer Mensch. Sein besonderes schriftstellerisches Metier: »Ländliche Sachen«, wie er selbst einmal sagte. Sein besonderer Blick ging dabei auf das Thema Weiblichkeit. Nicht von Ungefähr kommt es daher, dass eines seiner Hauptwerke das »Bayerische Dekameron« ist.


Und hier setzt das Programm der bekannten Schauspielerin Bettina Mittendorfer (»Eine ganz heiße Nummer«) an; »Weibsbilder« hat sie es genannt, und sie liest und spielt darin Texte über »Weibsbilder und andere Geschichten über die Weiblichkeit« von Oskar Maria Graf. Der Jazzposaunist Paul Zauner aus Österreich sorgte für die musikalischen Zwischentöne.

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Die Schauspielerin spannte Ruhpoldinger Hotel »Zur Post« einen Bogen von derb komischen, ja manchmal fast frivolen Erzählungen, wie dem prickelnden Erlebnis einer Magd im Saustall, über die fast wahnsinnig gewordene Rebellin »Ursula Peschl« bis hin zur sterbenden Hebreinerin von Pfefferzell aus Grafs rührender, fast märchenhafter Familiengeschichte »Mei Basl Marei, selig«. Und was lernte das Publikum daraus? »Nur eines in der Welt ist sicher – das Weib« oder »Sterben hinterlässt die Botschaft, dass Erinnerung und Liebe bleiben«.

Herrlich konnte Bettina Mittendorfer die Geschichten erzählen, amüsant und doch immer wieder nachdenklich. Sie fand Worte, die betroffen machten. Für manche vielleicht eine schwer verdauliche Abendkost, jedoch so lebensnah, wie das Leben halt so spielt. Die weiblichen Figuren, die Mittendorfer vortrug und darstellte, waren vielfältig und charaktervoll, etwas beispielhaft Großes und Sinnvolles. Eine gelungene Kombination aus Lesung, Schauspiel und Musik. hab

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