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Von Winkl nach Hallthurm in 30 Minuten – Einbahnregelung ab Mitte September

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Erklären das komplexe Bauvorhaben am Eisenrichter Berg: der Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Christian Rehm (l.), und Straßenbauchef Martin Bambach. (Foto: Fischer)

Bischofswiesen – Pendler, die über den Hallthurm nach Bayerisch Gmain oder Bad Reichenhall fahren, müssen ab Mitte September noch tapferer sein. Denn ab dann gilt am Eisenrichter-Berg eine Einbahnregelung Richtung Berchtesgaden.


Die Bauarbeiten auf der B 20, die seit einem Hangrutsch am 27. Juni dort nur noch einspurig befahrbar ist, starten bereits am Montag. Das teilten Vertreter des Staatlichen Bauamts Traunstein am Mittwochnachmittag bei einem Ortstermin mit.

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Der rund 500 Meter lange Abschnitt der Bundesstraße am Eisenrichter-Berg ist schon immer ein Sorgenkind gewesen. Schlecht ausgebaut, eng und malträtiert von Steinschlägen wartet er seit Jahren auf eine Sanierung. Zumindest bei einem Teilabschnitt muss sie wegen des Hangrutsches jetzt gemacht werden. Das kleine Glück im großen Unglück: Die Pläne dafür liegen seit Herbst im Schrank. Das teilten Bauamtschef Christian Rehm und sein Tiefbauexperte Martin Bambach mit ansonsten bedröppelter Miene bei dem Ortstermin direkt an der Baustelle mit.

Wegen Gefahr in Verzug konnte seine Behörde laut Rehm auf eine aufwendige Ausschreibung verzichten. »Wir haben eine sehr gute Baufirma gefunden, die auf solche Arbeiten spezialisiert ist«, erklärte Rehm. Die Kosten für diesen ersten Abschnitt – die weiteren werden in einigen Jahren folgen – beziffert der Amtsleiter grob auf 1 Million Euro. Insgesamt sollen es an die 6 Millionen Euro werden. Das Provisorium ist übrigens vom Tisch. »Die Dauerlösung ist kaum teurer und nur minimal aufwendiger«, so Christian Rehm. »Wir machen das jetzt gleich ordentlich«, fügt Martin Bambach hinzu.

Der Bauzeitenplan ist ehrgeizig. Noch vor Weihnachten soll Schluss sein. Bis dahin kommt auf die betroffenen Pendler aus dem Talkessel aber einiges zu. »Uns haben zahlreiche E-Mails und Anrufe erreicht«, sagt Bambach. »Ich setze mich mit jeder Kritik auseinander. Nur so kann ich Impulse für Verbesserungen erhalten.« Und tatsächlich: Die aktuelle Variante der Verkehrsführung ist minimal besser als die erste.

Einbahnregelung ab Mitte September

Vorgesehen ist Folgendes: Mitte September gibt es jeweils von Montag bis Freitag zwischen 6.30 früh und 18 Uhr eine Einbahnregelung Richtung Berchtesgaden. Wer in diesem Zeitraum Richtung Bayerisch Gmain will, muss über das Wachterl fahren. Zwischen 18 und 6.30 Uhr ist weiterhin die halbseitige Verkehrsführung mit Ampelregelung vorgesehen, ebenso am Wochenende. Damit kam das Bauamt der Forderung vieler Pendler nach zeitlicher Ausdehnung der Ampelregelung nach. Der Linienverkehr der RVO hat übrigens eine Ausnahmegenehmigung. Hier rechnet das Staatliche Bauamt nur mit kleinen Problemen. Die Bahnlinie zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden ist ebenfalls kaum von den Baumaßnahmen betroffen.

Der Vorschlag betroffener Verkehrsteilnehmer, den parallel verlaufenden Holzstubenweg, der für Radfahrer erst vor zwei Jahren asphaltiert wurde, als Ausweichstrecke zu benutzen, verwarf das Bauamt. Christian Rehm erklärt, warum: Auf dieser Strecke ist ein ungesicherter Bahnübergang zu queren und es sind mehrere unübersichtliche Grundstückszufahrten vorhanden. Die geringe Fahrbahnbreite lässt keinen Begegnungsverkehr zu.« Zudem hat dort die Gemeinde Bischofswiesen die Verkehrssicherungspflicht. Weshalb sie diese Lösung ebenfalls ablehnt.

Genauso viel rein wie raus

Betroffene schlugen auch vor, die Einbahnregelung umzudrehen. Auch davon halten Rehm und Bambach nichts. Der Verkehr aus Richtung Süden lässt sich in Berchtesgaden und Bischofswiesen leichter »abfangen« als in Bad Reichenhall. Auswertungen verschiedener Videobeobachtungen der vergangenen Monate würden zudem belegen, dass die Verkehrsbeziehungen auf der B 20 von Norden nach Süden und umgekehrt in etwa ausgeglichen sind.

Eine weitere Ausdehnung der Ampelregelung vormittags bis auf etwa 8 Uhr, wie von einzelnen Pendlern gewünscht, ist laut Rehm wegen der kurzen Bauzeit bis Mitte Dezember nicht möglich. Christian Fischer