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Vor zwei Großereignissen

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Skeletonpilotin Anja Huber wurde beim Weltcup auf ihrer Heimbahn am Königssee Dritte. Bis Sotchi möchte sie auf alle Fälle dabei sein, danach ist alles offen. Foto: Anzeiger/cw

Berchtesgaden - Die Berchtesgadener Skeleton-Pilotin Anja Huber blickt auf eine Serie von sieben Plätzen zwischen zwei und acht zurück. Dreimal stand die Red- Bull-Pilotin auf dem Siegerpodest. In der Mitte platzierten sich jedoch siebenmal andere Damen und das möchte Anja Huber möglichst schnell ändern. »Mein Trainer Raimund Bethge hat alles auf den Saisonhöhepunkt in St. Moritz mit den Weltmeisterschaftsläufen am 31. Januar und 1. Februar ausgerichtet. Mir liegt die Naturbahn im Oberengadin, ich freue mich schon und hoffe, dass mein neues Material dort schnell ist«, erklärte Huber, die bei den Europameisterschaften in Igls am kommenden Wochenende schon vor einem weiteren Highlight steht.


Wie zufrieden sind Sie mit dem dritten Platz auf der Hausbahn am Königssee?

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Anja Huber: Gewinnen ist natürlich schöner, aber im ersten Lauf bin ich nicht gut gefahren und habe zu viele Fehler gemacht. Nachdem der zweite Lauf besser war und ich noch Dritte wurde, bin ich dennoch zufrieden.

Mit sieben Plätzen zwischen zwei und sieben zeigen Sie Stabilität und Sicherheit. Folgt Platz eins bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz am 1. Februar?

Huber: Das würde ich auf Anhieb unterschreiben, aber wir sehen, dass viele Nationen sehr gut dabei sind. Das wird ein harter Kampf.

Jetzt schaue ich aber erst einmal zur Europameisterschaft nach Igls und möchte dort ein gutes Ergebnis erzielen. Danach konzentriere ich mich voll auf St. Moritz.

Es hat bei den Rennen am Königssee geschneit, ging alles mit rechten Dingen zu?

Huber: Unter den Bedingungen hätten andere Bahnbetreiber wahrscheinlich längst kapituliert. Die Bahnarbeitermannschaft vom Königssee hat wieder einmal einen sehr guten Job gemacht. Alles war im Reglement, wenn es auch nicht so schnell war wie ohne Schneefälle.

Was eigentlich hat die Siegerin Noelle Pikus-Pace besser gemacht?

Huber: Ich habe mir die Läufe der Amerikanerin angesehen, sie ist zweimal sehr gut sowie konstant gefahren und hat somit verdient gewonnen. Auch ihr Material schien optimal auf die Bedingungen abgestimmt gewesen zu sein.

Mit Sophia Griebel an der sechsten Stelle scheint ein neues Talent hinter Ihnen her zu sein? Entsteht da Konkurrenz aus dem eigenen Lager?

Huber: Ich hoffe doch, denn die Ära Thees, Huber wird ja auch nicht bis ins Unendliche weitergehen, wir brauchen junge Leute.

Wenn Sophia an Konstanz gewinnt und zwei Läufe gut hinunter bringt, dann wird mit ihr ganz stark zu rechnen sein. Ich denke schon, dass sie bald ganz vorne mitfahren kann.

Marion Thees duelliert sich mit ihren schlechten Startzeiten mit den Exoten und liegt am Start um Platz 20. Ab der Hälfte ist sie sodann in der Nähe der Bestzeit und im Ziel ganz weit vorne. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Huber: Marion ist wohl die beste Pilotin, sie müsste halt nur am Start noch etwas schneller werden.

Sie haben viel getüftelt und am Material gearbeitet. Hat es sich gelohnt?

Huber: Ich bin mit dem neuen Material doch bereits zufrieden und hoffe, dass es nach vorne geht.

Wie liegt Ihnen die Naturbahn in St. Moritz, die mit einer ewig langen Geraden beginnt?

Huber: Ich mag die Bahn in St. Moritz. Man sieht das oben nicht, aber auf der langen Gerade ist eine saubere Fahrt wichtig, bei der man Speed mitnehmen muss.

Wenn wir ein Stück voraus blicken, dann folgen als großer Höhepunkt die Olympischen Spiele in Sotschi. Wie liegt Ihnen die Bahn am Schwarzen Meer und könnte dort vielleicht eine große Karriere enden?

Huber: Es war meines Wissens außer den Russen noch kein Skeletoni in Sotchi. Wir fliegen gleich nach der WM nach Russland zu ersten Tests. Es klingt interessant und ich freue mich riesig auf eine neue Bahn, das wird eine große Herausforderung. Einen Abschied vom Skeletonsport möchte ich nach Sotchi nicht ausschließen.Sicher werde ich nicht mehr bis Korea weiter fahren. Aber vielleicht bin ich auch noch bis zur Heim-WM in Winterberg im Jahre 2015 dabei. Wer weiß das schon?

Eine anderer Frage. Wie läuft es mit dem Salzburger Sponsor und wie schmeckt sein Getränk?

Huber: Es läuft sehr gut. Red Bull war immer schon mein großes Sponsorziel. Ich bin superhappy, nun diesen Sponsor zu haben. Ich denke, die stehen voll hinter mir. Die Firma ist nah dabei, wenn es gut läuft, aber auch umgekehrt gibt es keine Probleme, wenn es einmal nicht so rund ist. Ich hoffe das geht bis zu meinem Karriereende so weiter. Ich habe übrigens das Getränk immer palettenweise im Auto dabei und trinke es ebenso gerne wie meine Skeletonfreunde, die immer sehr froh sind, wenn ich ihnen etwas davon abgebe. cw