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Rudolf Krauß nach einem Unfall beim Wandern gestorben

Vorbild für viele

Berchtesgaden – Rudolf Krauß verunglückte am Freitag direkt neben seinem Lieblingsbankerl nicht weit von seinem Haus entfernt tödlich.

Starb im Alter von 76 Jahren bei einem Wanderunfall: Rudolf Krauß. (Foto: privat)

Heute nehmen Familie und Freunde auf dem Bergfriedhof Abschied von dem angesehenen Geschäftsmann und ehrenamtlich Engagierten.

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Der erfolgreiche Versicherungskaufmann erlernte den Beruf des Drogisten und kam über die Bundeswehr nach Berchtesgaden. Die Liebe zu der Gegend und vor allem zu seiner Frau Ingo führte ihn nach kurzer Zeit in München wieder nach Berchtesgaden zurück. Als ihm von einem Pharmakonzern der Posten eines Betriebsleiters angeboten wurde, stand eine Versetzung nach Hessen zur Debatte. Doch seine Ehefrau wollte auf keinen Fall aus der geliebten Heimat weg.

Nachdem Rudolf Krauß seine Ingo 1965 geheiratet hatte, kam 1967 Sohn Stefan auf die Welt. Seiner Ingo zuliebe baute Krauß in Berchtesgaden eine anerkannte Versicherungsagentur auf. Er war Geschäftsmann und Führungspersönlichkeit mit klaren Wertvorstellungen und Handschlagqualität. Viele Kunden unterschrieben die Policen blanko, weil sie von der Integrität und Seriosität von Rudolf Krauß überzeugt waren.

Doch er war nicht nur im Beruf erfolgreich, das Wichtigste war ihm stets seine Familie. Eigene Interessen stellte Rudolf Krauß immer zugunsten der Familie hinten an. Trotzdem fand er Zeit für das Ehrenamt. So war er viele Jahre alpiner Sportwart beim SKB. 16 Jahre lang führte er den TSV Berchtesgaden als Vorsitzender, ordnete die damals schlechten Finanzen und übergab den größten Berchtesgadener Sportverein mit einem schönen Guthaben an seinen Nachfolger Werner Böhnlein. Als Anerkennung für seine Leistungen um den Verein ernannte man Rudolf Krauß zum Ehrenvorstand. 1983 kam Sohn Wasti als Nachzügler auf die Welt. Nachdem der Verstorbene mit dem erstgeborenen Stefan recht streng gewesen war, ging er mit Wasti milder um. »Unser Vater hatte das Herz immer am rechten Fleck mit harter Schale und weichem Kern. Er hatte für uns beide immer nur das Beste im Sinn«, blickt Stefan Krauß liebevoll auf seinen Vater zurück.

Wie er zu Lebzeiten gesagt hat, wurde dem Verstorbenen 1994 durch die Hochzeit seines Sohnes Stefan mit Bille Kattengell die Traum-Schwiegertochter geschenkt. Sein »Ein und Alles« war seine Enkeltochter Alisa, die er nicht ein einziges Mal geschimpft hat, obwohl der gebürtige Nürnberger manches Mal eine streitbare Persönlichkeit war.

Rudolf Krauß zog sich mit 60 Jahren aus dem Berufsleben zurück und genoss das Familienleben im herrlichen Haus am Rabensteinweg. Stundenlang konnte er vor dem Haus sitzen und den Blick auf den Watzmann genießen. Jedes Jahr zog es Rudolf Krauß zum Familienurlaub in die Abruzzen. Vor zwei Monaten war er mit seiner Frau noch einmal dort. Es sollte das letzte Mal sein. Krauß wurde 76 Jahre alt. Christian Wechslinger