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Waginger Kläranlage muss aufgerüstet werden

Waging am See. Auf die Waginger Gemeindewerke kommen hohe Investitionen zu. Die 1995 gebaute Zentralkläranlage in Spöck für den Ringkanal um den Waginger See muss erweitert werden. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung legte Diplom-Ingenieur Detlef Wedi von der Firma ATM in Braunschweig ein Gutachten vor, in dem drei Varianten gegenübergestellt wurden. Die Kosten bezifferte er zwischen 1,2 und 2,6 Millionen Euro.

Die Zentralkläranlage für den Waginger See in Spöck ist an der Grenze ihrer Kapazität angelangt. Um sie für die Anforderungen der Zukunft zu ertüchtigen, müssen siebenstellige Beträge investiert werden. (Foto: H. Eder)

Spätestens 2015 ist eine neue Betriebserlaubnis nötig

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Heinrich Thaler, Leiter der Gemeindewerke Waging, schilderte den Gemeinderäten die Situation an der Kläranlage. Er hob mit Nachdruck hervor, dass die zulässigen Werte stets eingehalten würden, auch wenn die Kläranlage an die Grenze der Belastbarkeit gekommen sei. 1995 war die Kapazität des Klärwerks für eine Abwassermenge von 32 500 Bewohnern ausgerichtet – bei einem Einzugsgebiet von damals rund 13 000 Einwohnern war damit auch genügend Kapazität für die Abwässer von Gastronomie, Tourismus und Gewerbe gegeben.

Inzwischen sind die Reserven aber erschöpft, schon 2009 war die Kapazitätsgrenze erreicht, gab Thaler bekannt. Vergangenes Jahr stieg die Abwassermenge auf eine Größenordnung zwischen 43 000 bis 57 000 Einwohnergleichwerte. Dennoch aber hätten die Ablaufwerte eingehalten werden können, die Anlage sei keineswegs am Ende und liefere hervorragende Werte, betonte Thaler. Spätestens 2015 aber sei eine neue Betriebserlaubnis notwendig, fügte er hinzu.

Wedi stellte fest, dass die Zusammensetzung der Waginger Abwässer durch die Produktionsabwässer der Firma Bergader eine besondere Konsistenz habe. Diese stelle sich als günstig heraus, fügte er hinzu, weil der Stickstoffgehalt deutlich niedriger sei, als es normalerweise bei Kläranlagen der Fall sei. Dennoch aber könne die Überschreitung der Einwohnergleichwerte nicht ewig so weiter gehen, deshalb werde man die Kläranlage wohl auf 70 000 Einwohnergleichwerte aufrüsten müssen, betonte er.

Für die Aufrüstung der Kläranlage könnten die bisherigen Anlagenteile integriert werden, sagte Wedi. Aber aus Gründen der Effizienz seien einige Ertüchtigungen im Bestand notwendig. Drei Varianten kämen dafür infrage. Eine Möglichkeit wäre, dass das Bergader-Abwasser vorgereinigt wird, um die organische Fracht zu eliminieren, betonte Wedi. Das bedeute hohen baulichen Aufwand am Standort der alten Kläranlage und zusätzlichen Personalaufwand. Die Kosten dafür bezifferte Wedi auf rund 2,6 Millionen Euro.

Die zweite Alternative wäre der Ausbau der Belebungsbecken und der Anbau einer dritten Beckeneinheit. Die Energiekosten seien dabei sehr hoch, der Schlammanfall ebenfalls. Auf 2,46 Millionen Euro schätzt Wedi die Kosten.

Schließlich gäbe es noch die Vorklärung mit einer Vorfällung mit chemischen Mitteln. Dazu wäre eine Erweiterung der Anlage um zwei einfache Rechteckbecken von je 500 Kubikmetern Fassungsvermögen notwendig. 1,15 Millionen Euro würde diese Variante in etwa kosten, so Wedi

Maßnahmen werden wohl 2014 und 2015 umgesetzt

Schon jetzt stehen etliche Maßnahmen an: die Modernisierung der Belüftung, die Erneuerung der Überschussschlammeindickung sowie die Modernisierung der Regelungstechnik. Dadurch ergäben sich zwar Baukosten in der Größenordnung von 930 000 Euro, aber auch Einsparungen von jährlich rund 100 000 Euro, sagte Wedi. Daher sollte das unmittelbar realisiert werden. Werkleiter Thaler ergänzte, dass schon seit Jahren an Verbesserungen gearbeitet werde. Jedes Jahr würden dafür bis zu 150 000 Euro investiert – und das, »ohne dass die Gebühren in Gefahr sind«, sagte er.

Bürgermeister Herbert Häusl dankte dem Klärwerkspersonal. Den Mitarbeitern sei es zu verdanken, dass die Anlage so hervorragend fahre, obwohl die Kapazitätsgrenze oft überschritten werde. Wedi informierte am Schluss noch darüber, dass ein Gutachten mit verschiedenen Varianten gemacht werden solle. In einigen Wochen werde eine Messreihe durchgeführt, fügte er hinzu. Im Herbst werde es dann wohl soweit sein, dass man in die konkreten Planungsarbeiten eintreten könne. Mit einer Umsetzung der Maßnahmen sei laut Bürgermeister Häusl in den Jahren 2014 und 2015 zu rechnen. he