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Waldbahnweg und Weißbachschlucht gesperrt

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Warnschilder allein schützen die Gemeinde nicht vor Haftungsrisiken. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Seit dem Brückeneinsturz im letzten Jahr, bei dem einige Jugendliche verletzt wurden, ist Schneizlreuths Bürgermeister Wolfgang Simon, mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeindebauhof besonders sensibilisiert, wenn es um den Zustand der vielen Wanderwege und vor allem der Brücken dort geht.


Seit geraumer Zeit versucht er Klarheit zu erlangen, wie es im Falle eines Unfalls mit der Haftung für ihn als Bürgermeister, für die Gemeinde und die Grundstücksbesitzer, aussieht. Die Ergebnisse zweier Ortstermine veranlassten die Gemeinde nun, beide beliebten Wanderstrecken bis auf Weiteres zu sperren.

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Neben dem Brückeneinsturz sah sich Bürgermeister Simon auch durch einen massiven Felssturz auf den Waldbahnweg im Frühjahr veranlasst, die Georisiken von einem Geologen prüfen zu lassen. Parallel dazu versuchte er, Unterstützung zur Rechtslage vom Gemeindetag zu erhalten. Eine mehrfach empfohlene, dauerhafte Sperre wollte und will der Bürgermeister unbedingt verhindern, weil etwa der Waldbahnweg gerade bei Familien, den Einheimischen und bei den Urlaubsgästen sehr beliebt ist. Auch die Weißbachschlucht und die Aschauer Klamm sind sehr beliebte Wanderstrecken.

Problem soll schnell gelöst werden

Während beim Waldbahnweg die Hauptgefährdung in erster Linie durch Steinschlag oder durch marode Bäume oberhalb des Weges gegeben ist, sind es bei den beiden anderen Wegen unsichere oder marode Brücken, die dem Gemeindeoberhaupt Kopfzerbrechen bereiten. Um einer Problemlösung einen Schritt näher zu kommen, lud die Gemeinde vor kurzem einen Geologen, einen Vertreter der Bayerischen Staatsforsten – Forstbetrieb Berchtesgaden als Grundeigentümer –, einen Vertreter des AELF Traunstein und Mitarbeiter des Bauhofes zu einer Ortsbesichtigung des Waldbahnweges und der Weißbachschlucht ein.

Schnell wurde allen Beteiligten klar, dass in beiden Fällen dringender Handlungsbedarf besteht, wenn diese Wanderwege weiterhin offengehalten werden sollen. Klar wurde auch, dass die Haftung in jedem Fall bei der Gemeinde bleiben wird. Wegen der aktuell bestehenden Gefährdung wurden beide Wege vor einigen Wochen nun vorerst gesperrt.

Hubschrauber kommt zum Einsatz

Oberhalb des Waldbahnweges ist es nun im Frühjahr unabdingbar notwendig, alle Lockersteine oberhalb der Trasse zu entfernen. Wie und mit welchen Kräften dies geschehen könnte, muss allerdings noch geklärt werden, da durch das sehr steile Gelände nur mit Absturzsicherung gearbeitet werden kann. In Bezug auf die Brücken und Stege wird der stellvertretende Leiter der Forstbetriebe Berchtesgaden, Armin Haberl, abklären, ob die notwendige Sanierung dieser Bauwerke – allein in der Weißbachschlucht gibt es davon 62 – über ein Förderprogramm unterstützt werden kann. Ein Teil wurde in den letzten Jahren bereits von der Gemeinde saniert. Was die Arbeiten speziell in der Weißbachschlucht sehr kostspielig machen, ist die Tatsache, dass die Bauteile und anderes Material größtenteils mit dem Hubschrauber eingeflogen werden müssen. Werner Bauregger