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»Waldinventur 2016. Ich war dabei«

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Gemeinsam mit Mitarbeitern des Nationalparks Berchtesgaden halfen Schüler des Gymnasiums Broich aus Mühlheim an der Ruhr mit ihren Lehrern bei der Waldinventur im Klausbachtal. (Foto: Rothenbuchner)

Berchtesgaden – Bäume vermessen, Schäden katalogisieren, Spuren suchen. Das und mehr gehörte zum Programm des achten ESRI-Sommercamps im Nationalpark Berchtesgaden. 15 Schüler zwischen 13 und 16 Jahren halfen seit Montag bei der Waldinventur im Klausbachtal. Am Freitag stellten sie im Haus der Berge ihre Ergebnisse vor.


Die Schüler des Städtischen Gymnasiums Broich aus Mühlheim an der Ruhr waren von Montag bis Donnerstag im Nationalpark unterwegs und hatten bei ihrer Präsentation einiges zu erzählen. Am ersten Tag stand für die jungen Forscher »Tierspurencaching« auf dem Programm. Dabei, so erklärten die Schüler am Freitag, geht man ähnlich vor wie beim »Geocaching«. Ausgerüstet mit den Koordinaten ihres Ziels und Fotos der zu suchenden Spuren machten sie sich auf den Weg in den Nationalpark. Gefunden haben sie einiges. Verbiss an Bäumen, Vogelnester und Spechthöhlen oder Spuren der Futtersuche von Dachsen. Auch Kuhfladen gehörten zu den gesuchten Spuren, auch wenn diese, wie einer der Schüler formulierte, »für den Menschen auf den ersten Blick nur Mist sind«.

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Am zweiten Tag begannen die Nachwuchsforscher dann mit der Waldinventur im Klausbachtal. Ausgestattet mit GPS und Geoinformationssystemen (GIS) nahmen sie gemeinsam mit ihren Lehrern sowie Mitarbeitern des Nationalparks im Gelände verschiedene Umweltdaten auf. Darunter etwa den Umfang der Bäume auf Brusthöhe (BHD) an speziellen Standpunkten oder die dortige Verjüngung, also Bäume über 20 Zentimeter, die höchstens fünf Zentimeter Durchmesser haben.

Ihre Daten analysierten sie anschließend und bereiteten sie für die gestrige Präsentation vor. 351 Bäume, Verjüngungen und Tothölzer haben die Schüler heuer erfasst. Sie haben sich angesehen, welches Verhältnis der verschieden Baumarten besteht, welche die höchsten Bäume sind oder auf welchem Untergrund das meiste wächst. Auch eventuelle Schäden betrachteten sie genauer. 23 Prozent der erfassten Bäume waren beschädigt, so ihr Ergebnis. Die meisten davon durch Verbiss, aber auch durch Käfer, Pilze oder Kronenbruch.

Nationalparkmitarbeiter Dominik Joosten lobte bei der Präsentation die große Motivation der Schüler, die mit viel Fleiß bei der Sache waren. Auch Fabian von Bechen von der Firma ESRI Deutschland zog eine positive Bilanz: »Ihr habt hier sehr viel gemacht und hoffentlich auch gelernt.« Er hat das Sommercamp heuer organisiert und übergab den Schülern im Anschluss an ihre Präsentationen Zertifikate.

Bei allem fleißigen Vermessen und Analysieren blieb den Schülern auch Zeit für lustige Einfälle: Auf einem Baum im Klausbachtal ist seit dieser Woche zu lesen »Hallo, ich bin ein Baum. Waldinventur 2016. Ich war dabei.« ra