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Wallner-Kinder vom SC Inzell bei Olympia in Südkorea

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Foto: Portrait Winkler, Bad Endorf
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Foto: Portrait Winkler, Bad Endorf
Marina Wallner
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Marina Wallner vom SC Inzell Foto: Charles Krupa (dpa)

Inzell – Marina Wallner fährt schon seit gut 20 Jahren Ski. Dabei ist die junge Sportlerin vom SC Inzell gerade einmal 23 Jahre alt. Wie es dazu kam und wohin die Reise geht...


Marina Wallner, Tochter von Andrea und Hans Wallner, ist eine „späte“ 94-igerin. Mit drei Jahren fing sie hinterm Haus zum Skifahren an. Sobald die ersten Gehübungen eingeübt waren, ging es schon auf ihrem Haushang in den 1er- und den Kessellift. Sie eiferte fleißig ihrem Bruder Maxi (1991) nach und wurde auch von Vater Hans und Mutter Andrea (Trixi) immer unterstützt.

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Für das damalig geführte „Bittner-Junior-Team“, in dem ihr Bruder war, war Marina noch zu jung. Aber Armin Bittner fackelte nicht lange und installierte, mit Trainer Wallner Hans, Schrankl Paul, Zeller Sigi und Bittner Regina, in der Skiabteilung des SC Inzell gleich eine Gruppe mit jüngeren Athleten. Dank dieser aufopferungsvollen Trainer entwickelte sich Marina hervorragend und war, bis sie in den FIS-Bereich kam, gut aufgehoben.

Mit 14 Jahren kam sie dann ins Christophorus Internat nach Berchtesgaden – eine Kaderschmiede – und blieb dort zwei Jahre, bis sie die mittlere Reife mit 16 Jahren erreichte. Hans und Trixi mussten sich schon strecken, den finanziellen Anteil des Internats (einen geringen Anteil bekamen sie von der Sporthilfe) zu stemmen. Dazu kam, Marina musste chauffiert werden und auch die Lehrgänge – teils im Ausland – schlugen zu Buche. Die Skier wurden gesponsert, der Rest musste aber selbst übernommen werden.

Mit 16 Jahren absolvierte das Jungtalent eine Ausbildung bei der Bundespolizei und schloss diese als Bundespolizei-Meisterin ab. Im 16. und 17. Lebensjahr schaffte es die ehrgeizige Marina in den C-Kader des DSV, dort müssen bestimmte Kaderkriterien (gute Platzierungen, Weltranglistenplatz) erfüllt werden, sonst ist man wieder schnell weg vom Fenster. Diese Platzierungen erreichte sie im Europacup und Weltcup – und war damit auf einem sehr guten Weg.

Schwere Verletzung am Sprunggelenk

2014 hatte sie einen fixen Europacup-Platz – es lief hervorragend, aber dann verletzte sie sich sehr schwer am Sprunggelenk und konnte erst nach sechs Monaten Pause wieder schmerzfrei Skifahren. Wieder stieg sie voll motiviert in die Vorbereitung ein, 2015 aber, bevor sie das erste Rennen bestreiten konnte, zog sie sich im November einen Kreuzbandriss zu. Andere geben auf, nicht so Marina.

Mit großer Unterstützung ihren Eltern, ihres Reha- und Konditionstrainers Markus Kahr, ihres Arbeitgebers – die Bundespolizei –, und eines Sponsors kämpfte sie sich ins deutsche Weltcupteam zurück. Nach anderthalb Jahren ohne Renneisatz konnte sie sich gut vorbereiten und belohnte sich selbst und alle, die an sie glaubten, mit einer ersten guten Platzierung in Levi (16. Rang im Weltcup). 2017 belegte sie bei der Weltmeisterschaft den grandiosen 17. Platz und in Squaw Valley konnte sie sich mit dem 7. Platz für das Weltcupfinale in Aspen (10. Platz) qualifizieren. Momentan liegt sie mit 119 Punkten auf Weltranglistenplatz 17.

Am 8. Februar 2018 fliegt das Technik-Team (Geiger, Dürr und Wallner) mit ihrem Servicemann Franz Höflehner, dem Trainer-Team und ihren zwei Physios nach Pyeongchang, Südkorea – dort wird dann am 14. Februar der Slalom bestritten. Dann wird man auch sehen, wer im Team-Event starten darf (zwei Mädchen, zwei Buben und jeweils ein Ersatz). Alle, die nicht startberechtigt sind, werden wieder nach Hause fliegen.

Auch ihr Bruder Maxi Wallner wird als Servicemann in diesen Tagen mit „seinem Starter“ Streif-Gewinner Thomas Dressen ins entfernte Südkorea fliegen. Maxi wurde nach seiner Zeit beim Bittner- Junior-Team Servicemann beim Europacup bei den „Speed-Jungs“; seit einem Jahr betreut er Thomas Dressen.

Damit sind die beiden Wallner-Kinder auch ein Teil der Inzeller Olympia-Teilnehmer und ein Vorbild für die jungen Athleten im SC Inzell.

Erika Pohlner vom SC Inzell (mit Änderungen der Redaktion)