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Aufregung auf Campingplatz: Baum fällt fast auf Zelt – Viele Feuerwehreinsätze

Wanderbus am Hirschbichl eingeschlossen

Vor allem umgestürzte Bäume verursachten nach dem Unwetter am Dienstagabend viel Arbeit. Meistens waren die Feuerwehren zur Stelle, am Faselsberg (Foto) setzte man darüber hinaus auf Nachbarschaftshilfe. (Foto: Kastner)

Berchtesgadener Land – Ein eingeschlossener Wanderbus am Hirschbichl und ein Baum, der auf einem Königsseer Campingplatz fast auf ein besetztes Zelt gefallen wäre – nach dem heftigen Unwetter am Dienstagabend herrschte kurzzeitig Aufregung. »Am Ende ging aber wieder alles glimpflich aus«, bilanzierte Kreisbrandinspektor Anton Brandner gestern gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Trotzdem waren die Feuerwehren in Schönau am Königssee, Ramsau, Berchtesgaden und Bischofswiesen bei zahlreichen umgestürzten Bäumen und Wassereintritten gefordert.


Es war kurz vor 18 Uhr, als sich die dunkle Wolkenwalze über die Reiteralpe in Richtung Hoher Göll schob. In Ramsau erwischte es gleich einen österreichischen Postbus, der als Wanderbus von Hintersee in Richtung Weißbach unterwegs war. Der Bus, der nur mit dem Fahrer besetzt war, passierte gerade noch die Furt, kam dann aber an der Engert-Holzstube nicht mehr weiter, weil umgestürzte Bäume die Hirschbichlstraße blockierten und die gerade noch passierte Furt mittlerweile vermurt war. Weil die Freiwillige Feuerwehr Ramsau und die Bergwacht Ramsau wegen ebenfalls umgestürzter Bäume nicht bis zum Bus vordringen konnten, alarmierte man die Feuerwehrkollegen aus Weißbach. Vor allem war lange nicht klar, ob sich Fahrgäste im Bus befanden.

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Die österreichischen Florianijünger arbeiteten sich dann mit dem Einsatz von Motorsägen bis zur Engert-Holzstube durch und befreiten den Busfahrer aus seiner misslichen Lage. Der Bus selbst konnte dann erst am Mittwochvormittag geborgen werden. Niederlassungsleiter Andreas Datz vom Regionalverkehr Oberbayern ging gestern davon aus, dass der Linienverkehr auf der Hirschbichlstraße heute Donnerstag wieder aufgenommen werden kann.

Einige Schreckminuten gab es während des Unwetters auch auf einem Königsseer Campingplatz, wo es zunächst geheißen hatte, dass ein Baum auf ein Zelt gestürzt sei. Tatsächlich aber, so war von der Königsseer Wehr zu erfahren, war der Baum rund 30 Zentimeter oberhalb des Zeltes hängen geblieben. Glück für die Person, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Zelt befunden hatte. Erheblichen Sachschaden gab es aber ein Stück weiter, wo ein Baum auf dem Campingplatz auf ein Auto gefallen ist.

Doch auch sonst hatten die Wehren von Schönau und Königssee einiges zu tun. Sie waren mit umgestürzten Bäumen, vor allem auf der Holzlobstraße und entlang des Sieglwegs, beschäftigt. Am Sieglweg war ein Baum auf einen Carport gefallen, zwei weitere Bäume lehnten an einem Haus. Am Faselsberg waren einige Hauszufahrten von ebenfalls umgestürzten Bäumen blockiert, die aber meist im Rahmen von Nachbarschaftshilfe beseitigt werden konnten. Erheblicher Schaden entstand auch an den Wanderwegen in der Gemeinde.

Im Einsatz waren darüber hinaus die Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden und Bischofswiesen. In Berchtesgaden beseitigte man, wie auf der Salzbergstraße, umgestürzte Bäume und kämpfte gegen Wassereintritte. Ähnlich war es in Bischofswiesen, wo einige Keller, auch der einer größeren Firma, unter Wasser standen und Bäume beseitigt werden mussten. Darüber hinaus war Heizöl in die Ache gelaufen. Kreisbrandinspektor Anton Brandner schätzt die Zahl der Einsätze auf rund 30. Ulli Kastner