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Wandteppich für Frauenwörth fertiggestellt

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Elisabeth Lammers in der Chorkapelle mit beiden Wandteppichen: dem großen, neunteiligen im Besucherbereich rechts und dem kleineren, dreiteiligen im Eingangsbereich links. (Foto: Mix)

Die Chorkapelle von Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee, in der sich die Klosterschwestern zum gemeinsamen Gebet treffen, wurde vor wenigen Jahren komplett renoviert und neu gestaltet. Bereits seit September 2017 hängt dort im Besucherbereich ein großer Wandteppich von Elisabeth Lammers, einer Künstlerin aus Trostberg. Nun hat sie auch die drei noch fehlenden Teile für den Eingangsbereich fertiggestellt und aufgehängt.


Gemeinsam mit Bruder Thomas Hessler OSB im Kloster Aich entwickelte Elisabeth Lammers eine Idee für die Darstellung der zwölf Demutstufen der Benediktregel in Form eines Wandteppichs. Mit den letzten drei der zwölf Teile zur Aussage »Werde Mensch« ist das Kunstwerk nun vollendet und fügt sich bestens in die Chorkapelle ein. Die drei waagerechten Teppiche zeigen in leuchtend hellen Farben den »Lebensfluss hin zur Erleuchtung«, wie Elisabeth Lammers es beschreibt.

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Gleich am Eingang führt ihr Werk quasi in die Kapelle rein und ins Licht. Sie hat in ihren Wandteppichen die Farben Gelb, Weiß und Rot, die auch in den Kapellenfenstern in Form von Flammen vorkommen, aufgegriffen. Rot steht bei ihr für das Körperhafte, weiß für das Geistige. Die rote Farbe und damit das körperliche Leben verschwindet im Laufe der drei gewebten Teile immer mehr und geht ins helle Licht über. Ein goldener Faden steht für das Göttliche, das vom Licht zurück zum Menschen fließt, und nimmt damit auch die Farbe auf, die im Chorgestühl der Kapelle immer wieder zu finden ist.

In vielen Stunden daheim an ihrem Webstuhl und in zwei intensiven Wochen in der Ruhe des Klosters hat Elisabeth Lammers seit Februar die letzten drei Teile gewebt. Die Klosterschwestern konnten ihr dabei über die Schulter sehen und die Entstehung mitverfolgen. Auch Äbtissin Johanna Mayer war immer mit eingebunden und unterstützte die Künstlerin mit Ratschlägen und »zahlreichen Cappuccinos«. Nach insgesamt zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit an den Wandteppichen und ständigem Kontakt mit dem Kloster ist Elisabeth Lammers nun zum einen froh, dass die Arbeit beendet ist und sich so gut in die Chorkapelle einfügt. Andererseits wird sie die enge Zusammenarbeit mit der Äbtissin und die angenehmen Zeiten auf der Fraueninsel auch vermissen. Die Chorkapelle ist nur zu den Gebetszeiten geöffnet. Pia Mix