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Wank Grand-Prix-Gesamtsieger - Freund gewinnt Finale

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Andreas Wank ist erst der zweite Deutsche, der den Sommer-Grand-Prix gewinnt. Foto: Joachim Hahne Foto: dpa

Klingenthal (dpa) - Der Jubel fiel verhalten aus, doch aus dem Gesicht von Andreas Wank sprach Genugtuung. Mit dem Gewinn des Skisprung-Sommer-Grand-Prix schaffte der Oberhofer etwas, was vor ihm nur Sven Hannawald 1999 gelang.


Angesichts der Tatsache, dass es sich eben nur um Mattenspringen handelte, blieb Wank auf dem Boden der Tatsachen. »Es ist schön, den Grand Prix in meinem Lebenslauf stehen zu haben«, sagte der 24-Jährige, der beim Finale in Klingenthal lediglich 15. wurde. Für ihn sprang Severin Freund (Rastbüchl) in die Bresche. Als erster Deutscher schaffte er im elften internationalen Wettbewerb in der Vogtland-Arena einen Sieg. Er gewann vor dem Japaner Taku Takeuchi und Thomas Morgenstern aus Österreich.

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»Ich bin mit dem Sommer insgesamt zufrieden, weiß aber auch, dass noch einiges zu tun ist, um auch im Winter erfolgreich springen zu können«, sagte Wank und ergänzte: »Um ehrlich zu sein: Der Gesamtsieg ist überhaupt nicht wichtig, da er nichts im Winter entscheidet.« Der Sommer sei eine Standortbestimmung. Danach wisse man, was zu tun ist. »Ich muss in jedem Fall körperlich noch zulegen sowie am Absprung und dem Übergang in die Flugphase arbeiten«, sagte der Thüringer.

Wank verdiente sich den Gesamtsieg mit kontinuierlich guten Sprüngen. Zweiter in Courchevel, Sieger in Hinterzarten und zweimal in Hakuba, dazu ein neunter und ein elfter Platz machten ihn zum besten Springer des Sommers. Dabei kam dem in Hinterzarten trainierenden gebürtigen Hallenser die Umstellung der Anzüge entgegen. Die müssen von dieser Saison an maßgeschneidert sein, was athletische Springer wie den 1,90 Meter großen Wank bevorteilt.

Doch nicht nur die Anzugsänderung spielen dem Juniorenweltmeister von 2008 und olympischen Mannschafts-Silbermedaillengewinner in die Karten. Er hat massiv am Absprung gearbeitet, springt dazu mit Keilen zwischen Wade und Schuhschaft.

Ein besonderes Comeback nach seiner Bandscheibenoperation feierte Severin Freund. Erst am vergangenen Sonntag stieg er in Hinzenbach ins Wettkampfgeschehen ein, um gleich Platz zwei zu belegen. Der Sieg in Klingenthal war das i-Tüpfelchen, zumal er bereits in der Qualifikation allen davon gesprungen war.

»Skispringen ist Kopfsache und wenn der Kopf frei ist, gelingt vieles besser«, berichtete Freund. Er habe in der Zeit seiner Rehabilitation genügend Zeit gehabt darüber nachzudenken, was er will. »Ich habe mir neue Ziele gesetzt. Es hat jetzt geklappt und ich denke, es wird auch im Winter funktionieren«, meinte der Bayer.