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Warum gerade so viel gezählt wird

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Coronazahlen
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Die Zahlen sind in der Coronakrise wichtig, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Doch die Experten beziehen zum Beispiel auch Studien mit ein. Foto: Annette Riedl/dpa Foto: dpa

Graf Zahl aus der Sesamstraße wäre vielleicht begeistert: Denn viele Menschen beschäftigen sich gerade mehr mit Zahlen als üblich. Doch es geht dabei um ein ernstes Thema, nämlich die Coronakrise.


50, 4000, 100 000: Immer wieder hören wir in den Nachrichten von neuen Zahlen. Sie sind wichtig, um mehr über die Coronakrise zu erfahren. Wir erklären, was die Zahlen bedeuten und wo sie herkommen.

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Wer zählt und wie läuft das ab?

Stellt etwa eine Ärztin fest, dass ihr Patient sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, muss sie das dem Gesundheitsamt in ihrer Region mitteilen. Von solchen Ämtern gibt es mehrere Hundert. Sie sammeln die Zahlen für ihre Region und geben sie weiter an das Robert Koch-Institut. Die Mitarbeiter dort fassen die Zahlen zusammen. Das Ergebnis veröffentlichen sie täglich im Internet.

Auf welche Zahlen wird besonders geachtet?

Wie viele Leute haben sich an einem Tag neu angesteckt? Das ist eine Zahl, auf die viele Menschen schauen. Ende März gab es über 6000 Neuansteckungen. Dann ging die Zahl stark zurück. Jetzt ist sie wieder auf über 4000 gestiegen. Auch die Frage nach der Inzidenz interessiert viele. Dafür rechnet man aus: Wie viele von 100 000 Menschen haben sich in den vergangenen sieben Tagen neu angesteckt? Waren es an einem Ort mehr als 50, werden meist strengere Regeln erlassen. Die Bewohner dürfen etwa nicht mehr überall in Deutschland hinreisen.

Was nützen die vielen Zahlen?

Wer etwas über die Inzidenz weiß, kann gezielt entscheiden, wo strengere Regeln nötig sind. So will man verhindern, dass sich das Virus schnell weiterverbreitet. Doch oft ergibt es wenig Sinn, nur auf eine Zahl zu achten. Darauf machte am Donnerstag noch mal der Chef des Robert Koch-Instituts aufmerksam. Schaut man nur auf die Zahl der Neuansteckungen, kann das bedrohlich wirken. Allerdings verlaufen viele dieser Ansteckungen sehr mild. Viele Leute werden also nicht schwer krank. Es müssen gerade weniger Patienten im Krankenhaus behandelt werden als im Frühjahr.

Die Zahlen sind deshalb eine von vielen Möglichkeiten, die das Robert Koch-Institut nutzt. Die Mitarbeiter schauen sich zusätzlich zum Beispiel Studien von Forschern an. Aus allen Informationen zusammen entwickelt das Institut dann Empfehlungen an die Regierung, wie die Gesundheit der Menschen am besten geschützt werden kann.