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Warum Männer und Frauen so unterschiedlich sind

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Der Kabarettist Karsten Kaie brillierte als »Caveman« im Traunreuter k1. (Foto: mix)

Warum gibt es zwischen Männern und Frauen so viele Missverständnisse? Weil sie einfach völlig verschiedene Sprachen sprechen, verschiedene Verhaltensweisen zeigen und verschiedener Herkunft sind. Und das alles ist so seit Urzeiten, seit damals, als die Männer Jäger und die Frauen Sammlerinnen waren. Karsten Kaie als »Caveman« erklärte diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf eindrucksvolle und äußerst amüsante Art und Weise im Traunreuter k1.


Nach zwei Stunden geballter Information über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wie kann es bei so viel Verschiedenheit überhaupt sein, dass Beziehungen funktionieren und dann vielleicht sogar noch Jahre oder gar Jahrzehnte halten? Karsten Kaie steht zu Beginn des Programms »Caveman« (zu Deutsch: Höhlenmensch) erst einmal vor der Tür seines Hauses, einen Koffer neben sich, eine Tüte Chips und ein paar Flaschen Bier. Seine Angetraute Heike hat ihn vor die Tür gesetzt und wirft ihm vor: »Du bist ein richtiger Neandertaler, ihr Männer habt euch doch in den letzten 10 000 Jahren nicht geändert.«

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Das streitet Karsten Kaie auch gar nicht ab und erläutert, dass die Männer ihrem Urinstinkt, dem Jagen, noch heute folgen und die Frauen dafür ihre in frühen Zeiten antrainierte Sammelleidenschaft nicht ablegen können. Wenn ein Mann beispielsweise ein neues Hemd braucht, was natürlich nur der Fall ist, wenn das alte bereits auseinander fällt und gar nicht mehr zu gebrauchen ist, dann geht er ins Geschäft und »jagt« ein neues Hemd. Das geht so: »Ziel anvisieren, Objekt auswählen, rascher Zugriff und raus aus dem Laden.« Eine Frau dagegen sammelt, auch wenn sie daheim den Schrank schon voller guter, tragbarer Klamotten hat, immer weiter, »man kann ja nie wissen« und kauft auch nicht nur eine Bluse sondern gleich zwei, drei, weil zur Sammelleidenschaft noch dazu kommt, dass sie sich nicht entscheiden kann.

Neben dem Sammeln von Kleidung ist für Frauen auch das Sammeln von Informationen und vielen kleinen Details besonders wichtig. Nach einem Abend bei Freunden weiß die Frau jedes kleinste Detail von dem anderen Paar und will natürlich auch von ihm wissen, was sie unter Männern für Informationen ausgetauscht haben. Die einzige Information, die er ihr geben kann, lautet allerdings: »Thomas hat einen neuen Bohrer.« Ganz klar, dass die Frau nun meint, er will ihr die Infos vorenthalten, denn dass sich das Gespräch der Männer über einen ganzen Abend nur auf diese Tatsache bezogen haben soll, kann ein weibliches Wesen nun einmal absolut nicht nachvollziehen. Nicht umsonst geht laut Karsten Kaie der kürzeste Männerwitz so: »Plaudern zwei Männer am Telefon!«

Neben diesem gravierenden Unterschied zwischen Männlein und Weiblein spielen noch andere Verständigungsschwierigkeiten eine große Rolle. Wenn sich Frauen treffen, werden Komplimente ausgetauscht, und sie sagen sich auch gegenseitig, wie gute Freundinnen sie sind. Männer klopfen sich auf die Schulter, sagen »Na du alter Sack« und meinen damit eigentlich das Gleiche. Mit diesen wenigen Worten haben sie quasi schon ihr ganzes Herz ausgeschüttet, was natürlich gegenüber einer Frau gar nicht gut ankommen würde.

Über Verständigungsschwierigkeiten anderer Art berichtete Karsten Kaie, wenn es beispielsweise um höfliche Gesten geht, und betonte damit, dass die Männer eigentlich von vornherein nur alles falsch machen können. Hält er beispielsweise einer Frau die Tür auf, kann es sein, dass sie sagt: »Typisch Mann, du meinst wohl, ich könnte das nicht selber, ich bin schließlich emanzipiert.« Hält er ihr dann beim nächsten Mal die Tür nicht auf, kommt prompt: »Typisch Mann, hast du nicht was vergessen, wo bleibt dein Anstand?«

Und so geht es weiter im Programm mit unzähligen Unterschieden und Missverständnissen zwischen Männern und Frauen, die seit Urzeiten gelten und wohl auch weiterhin Bestand haben werden. Doch am Ende des Abends ist es doch so wie in vielen Beziehungen: Das Telefon klingelt, Heike entschuldigt sich und will, dass ihr »Caveman« wieder nach Hause kommt.

Karsten Kaie traf mit so mancher Aussage genau ins Schwarze, was auch an den Reaktionen im Publikum deutlich wurde. Auf seine Frage, wer Zuhause normalerweise das Sagen hat und wo die Männer im Haus ihre Zufluchtsorte finden, kamen spontan aus dem Saal die gängigen Antworten: im Keller, in der Garage, im Gartenhaus. Die Herren der Schöpfung sind sich offenbar einig und tragen alle das gleiche Los.

Neben seinen Auftritten als Caveman hat Karsten Kaie auch ein neues Soloprogramm, das er im k1 kurz vorstellte und mit dem er demnächst auf Tour geht. Es heißt »Ne Million ist so schnell weg« und entführt die Zuschauer auf eine Kreuzfahrt. Dabei lernen sie die unterschiedlichsten Figuren kennen, die auf so einem Kreuzfahrtschiff unterwegs sind. Da sind der einsame, namenlose Gästebetreuer, die durchgeknallte Frau Salzmann-Schlichtegroll, der C-prominente Friso van der Valk, der schmierige Bord-Entertainer Henri Schmock und viele andere, die vereint von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen.

Der Abend im k1 machte auf jeden Fall Lust auf mehr Karsten Kaie, und die Besucher gingen mit vielen neuen Erkenntnissen nach Hause, die ihnen vielleicht dabei helfen, eventuelle Beziehungskrisen in einem anderen Licht zu sehen. mix