»Was bleibt?«

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Hildegard Bauer-Lagallys Werke wie »Feuervogel« sind in der Klosterkirche zu sehen. (Foto: Giesen)

Nachdem die große Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag der Malerin Hildegard Bauer-Lagally wegen der Pandemie drei-mal verschoben werden musste, findet sie nun doch noch im Jahr ihres 100. Geburtstags statt. Am 10. Januar 2021 hätte die 2018 im 98. Lebensjahr verstorbene Künstlerin ein Jahrhundert gelebt. Die groß angelegte Präsentation findet nun vom kommenden Samstag bis zum Samstag, 12 Juni, im Kulturforum Klosterkirche in Traunstein statt.

Schirmherr der Ausstellung, die auch von der Kulturfördervereinigung ARTS unterstützt wird, ist Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Hildegard Bauer-Lagally gehörte 1983 zu den ersten Mitgliedern des Kunstvereins Traunstein, an dessen Ausstellungen sie sich regelmäßig bis zu ihrem Tod beteiligte.

In der Kunstszene im Chiemgau und weit darüber hinaus genießt die Malerin seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf. Ihre schönen, eigenwilligen Gemälde schmücken öffentliche Gebäude in der Region ebenso wie viele Privathaushalte. Besonderes Merkmal ihrer Bilder sind ornamentale Muster und kunstvolle Spiegelungen. Die Gedächtnisausstellung wird rund 40 ihrer wichtigsten Werke aus 70 Schaffensjahren zeigen. Der bekannte Bildhauer Carsten Lewerentz aus Staudach-Egerndach, mit dem HBL – so ihr Kürzel – seit Jahrzehnten freundschaftlich eng verbunden war, zeigt ergänzend einen Teil seiner Skulpturen und Plastiken. Obwohl Lewerentz gut 40 Jahre jünger ist, scheint er wegen seiner unkonventionellen Arbeiten und eigenständiger Suche nach dem künstlerischen Weg seelenverwandt mit HBL zu sein.

Die Künstlerin hielt sich einen Großteil ihres Lebens im Chiemgau auf. Schon 1930 erwarb ihr Vater den Thomahof direkt am Chiemseeufer in Arlaching bei Seebruck, wo sie seit 1977 lebte und arbeitete, aber auch in den schwierigen Kriegsjahren sich und ihre Kinder durchbrachte.

Hildegard Bauer-Lagally studierte in ihrer Jugend an der Kunstakademie in München, bevor sie ihren Mann, Dr. Günter Bauer, heiratete. Mit ihm lebte sie 25 Jahre lang in Düsseldorf, zog drei Kinder auf und unternahm weite Reisen. Stark beeinflussten ausgedehnte Reisen nach Marokko mit seinen wunderbaren Landschaften und der faszinierenden Ornamentik, die überall zu finden ist ihre farbenprächtigen Bilder. Themen ihres umfangreichen, sehr verschiedenartigen Nachlasses sind aber auch das ursprüngliche Spanien, das Rheinland, Südfrankreich und nicht zuletzt die mystische Kultur der Osterinseln, wo sie die riesigen Steinskulpturen, die Vogelmotive und Runen, in Stein gehauen, faszinierten.

Bis wenige Wochen vor ihrem Tod war ihre Schaffenskraft bei guter Gesundheit ungebrochen. Auf einer großen Projektionsfläche von fünf mal 2,50 Metern werden in der Apsis Fotos aus ihren wichtigsten Lebensabschnitten gezeigt und das Motto der Ausstellung »Was bleibt?« thematisiert.

In einer Videodokumentation ist auch Carsten Lewerentz´ Priener Installation »Biotop der Vergänglichkeit« zu sehen. Bei der aufwendig angelegten Ausstellung in der Klosterkirche werden die bedeutendsten Beispiele ihres Schaffens aus den wichtigsten Schaffensperioden zu sehen sein.

Der Fotograf Alain Roux wird die gesamte Präsentation fotografisch dokumentieren, sodass sie auch online besichtigt werden kann. Außerdem erscheint zeitgleich ein Katalog.

Der allergrößte Teil der gezeigten Werke ist unverkäuflich. Die Präsentation ist ab Samstag täglich von 11 bis 17 Uhr im Kulturforum Klosterkirche zu sehen. Da es keine Vernissage geben kann, liegen die Grußworte von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, der langjährigen Vorsitzenden und Initiatorin der Kulturfördervereinigung ARTS, Sigrid Ackermann, dem Vorsitzenden des Kunstvereins Traunstein, Herbert Stahl, sowie der Präsidentin des Soroptimist Clubs Traunstein, Hedwig Amann, schriftlich aus und sind auch im Internet unter www.hildegardbauerlagally.de/aktuelles zu finden.

Christiane Giesen