Bildtext einblenden
Grandiose Leistung: Der Ruhpoldinger Hans-Jörg Stolz wurde beim Ironman Hamburg Dritter in seiner Altersklasse. Für den 21-Jährigen war's eine überaus erfolgreiche Premiere über die Triathlon-Langdistanz. (Fotos: Stolz)

Was für eine starke Langdistanz-Premiere

Sportlich war Hans-Jörg Stolz schon immer unterwegs gewesen. Sieben Jahre lang machte er etwa Kraftsport, vor rund elf Monaten entdeckte er dann seine Liebe zum Triathlon. »Das ist einfach genau meines«, erzählt der 21 Jahre alte Sportler aus Ruhpolding im Gespräch mit unserer Sportredaktion und verfolgt nun akribisch einen großen Traum: Er möchte Profi in dieser Sportart werden – und das Zeug dazu hat er!


Im vergangenen Jahr nahm er an seinen ersten beiden Triathlon-Rennen teil: eine Olympische Distanz in Podersdorf, ein Sprint am Mondsee – und es lief! Stolz wagte sich nun bereits an seine erste Langdistanz heran und finishte beim Ironman Hamburg, bei dem es auch um den EM-Titel ging, in einer ganz starken Zeit von 9:17 Stunden. »Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen wird«, erzählt er stolz. »Ich wollte es einfach mal probieren und bin ohne große Erwartungen nach Hamburg gefahren.«

Doch es kam eben ganz anders! Der Ruhpoldinger, der von seinen Eltern in die Hansestadt begleitet wurde, belegte mit dieser schnellen Zeit in seiner Altersklasse M 18-24 den hervorragenden dritten Platz. »Das hätte ich wirklich nie gedacht«, freut er sich. Und er verfehlte damit auch nur ganz knapp den Slot für die Ironman-WM auf Hawaii. In seiner Altersklasse gab es nämlich genau einen Platz für den legendären Langdistanz-Klassiker. Weil der Erstplatzierte seiner Altersklasse, Finn von Schmeling, der für die 3,8 km Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen 8:54 Stunden benötigte, bereits einen Platz für Kona hatte, kam zunächst der Zweitplatzierte zum Zug: Mathias Hansen (9:00 Stunden) nahm den freien Platz an. Hans-Jörg Stolz ging leer aus, für ihn war das aber kein Beinbruch. »Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung und sich gleich bei der ersten Langdistanz, für Hawaii zu qualifizieren, das wäre schon extrem gewesen«, sagt er.

Aber damit längst noch nicht genug: Stolz belegte in Hamburg unter 1610 Athleten in der Gesamtwertung der Männer den 65. Platz! Bei den Frauen verteidigte ja Topfavoritin Laura Philipp ihren Titel erfolgreich und erzielte dabei in 8:18 Stunden die beste Zeit einer Frau bei einem Ironman-Rennen weltweit. Bei den Männern fand das Rennen als reine Alterskonkurrenz statt. Die schnellste Zeit lief der Deutsche Sascha Hubbert in 8:30:14 Stunden. Die EM der Profi-Männer ist dann im Rahmen des Ironman Frankfurt/Main am 26. Juni.

Hans-Jörg Stolz hat in Hamburg vor allem gesehen, dass sein Körper auch diese extremen Belastungen gut mitmacht. Und deshalb will er weiter hart an sich arbeiten. »Ich war ja vor elf Monaten ein kompletter Anfänger im Triathlonsport«, berichtet Stolz, der aktuell auch auf der Suche nach Sponsoren ist, um seine Ziele verwirklichen zu können. Und gerade im Schwimmen habe er bisher sehr große Sprünge erzielt. »Es ist schon sehr schön zu sehen, wenn man solche Leistungsfortschritte macht«, erzählt der sympathische Athlet.

Bildtext einblenden
Diesen Pokal bekam Hans-Jörg Stolz für seine Top-Leistung beim Ironman Hamburg.
Bildtext einblenden
Zieleinlauf für Hans-Jörg Stolz: Er beendete den Ironman Hamburg mit einer starken Leistung.

Für das Schwimmen in der Alster benötigte Stolz bei besten äußeren Bedingungen 1:06 Stunden. Es lief seiner Meinung nach allerdings eher schlecht. »Ich hatte mich zu weit hinten angestellt und hatte deshalb zu viele langsame Schwimmer vor mir, deshalb musste ich dauernd ausweichen.« Beim Radfahren musste er teilweise gegen den Gegenwind ankämpfen, stellte sein Rad aber nach 4:47 Stunden wieder in der Wechselzone ab und ging dann noch den Marathon an. Dort lief es bis Kilometer 20 richtig gut für den Ruhpoldinger, dann gibt er ehrlich zu, musste er etwas zurückschrauben. Dennoch beendete er den Lauf in 3:13 Stunden – unter dem Strich war es eine grandiose Gesamtleistung für den jungen Athleten!

Das harte Training über die Wintermonate hatte sich also ausgezahlt – und das absolvierte er alles neben seiner Ausbildung zum Installateur. Diese hat er mittlerweile abgeschlossen, nun arbeitet der Triathlet in einem Fitnessstudio.

Die Saison ist für Hans-Jörg Stolz aber damit freilich noch nicht beendet – sie nimmt jetzt erst richtig Fahrt auf! Er wird unter anderem beim Chiemsee-Triathlon (25. Juni) über die Olympische Distanz starten – und für sein Heimrennen hat er sich einiges vorgenommen. »Ich würde gerne aufs Podium kommen«, sagt er selbstbewusst. Danach folgen noch Starts beim Alpentriathlon Schliersee (17. Juli), beim Höglwörther-See-Triathlon des SC Anger (30. Juli), beim Austria Triathlon Podersdorf(4. September) und beim Triathlon Wien (11. September). Zudem will er beim München Marathon (9. Oktober) dabei sein.

Bei all diesen Rennen wird mit dem ehrgeizigen Sportler zu rechnen sein, denn »ich möchte meinen Traum vom Profisportler verwirklichen«. Aber das Wichtigste für ihn ist vor allem auch, »dass mir das alles unheimlich viel Spaß macht«.

SB