Bildtext einblenden
Beeindruckende Experimente verdeutlichten den Neuntklässlern am Annette-Kolb-Gymnasium die Ursachen für den Klimawandel.

Was ist eigentlich der Treibhauseffekt? Klimatage am Annette-Kolb-Gymnasium

Traunstein – Was ist eigentlich genau der Treibhauseffekt? Warum erwärmt sich die Erde noch schneller, wenn Eisflächen abschmelzen? Was passiert mit dem in den Ozeanen gespeicherten CO2, wenn das Meerwasser wärmer wird?


Drei neunte Klassen des Annette-Kolb-Gymnasiums hatten bei einem Klimatag im Rahmen des Physikunterrichts die Möglichkeit, einiges über die Ursachen und Rückkopplungseffekte des Klimawandels zu erfahren. Grundlage des Projekts waren die »Klimakoffer«, die an der LMU München unter Leitung der Astrophysikerin Dr. Cecilia Scorza konzipiert und der Schule unter anderem von der Sparkasse Traunstein zur Verfügung gestellt worden waren.

Etwas überrascht erkannten die Schüler, dass wir den natürlichen Treibhauseffekt durchaus brauchen, um auf eine lebensfreundliche Durchschnittstemperatur von 14 Grad zu kommen. Doch was passiert, wenn die Konzentration der Klimagase in der Atmosphäre immer weiter steigt? Im Experiment leiteten die Schüler Kohlenstoffdioxid, das sie durch Mischen von Natron und Zitronensäure produzierten, in ein abgeschlossenes Luftvolumen, das mit einer Wärmelampe bestrahlt wurde. Nach kurzer Zeit war ein deutlicher Temperaturanstieg zu messen. Beeindruckend für alle war die Messung der Temperaturen eines weißen und eines schwarzen Pappquadrats, die von einem Glühstrahler beleuchtet wurden. Nach kurzer Zeit war das schwarze Quadrat um mehr als 10 Grad wärmer als das weiße. Durch dieses Experiment wurde jedem veranschaulicht, dass dunkle Oberflächen einen deutlich größeren Anteil der Strahlung absorbieren, weiße Oberflächen hingegen mehr reflektieren. Auf die Erde übertragen wurde den Schülern klar, dass durch abschmelzende Eisflächen die Fähigkeit der Erde, Strahlung zu reflektieren, vermindert wird und der weiteren Erwärmung Vorschub geleistet wird.

Ein weiteres Experiment verdeutlichte die Ursache und Folgen der Versauerung der Ozeane auf das Klima. Ein Glas Wasser färbte sich mit einigen Tropfen einer Indikatorlösung grün und die Schüler konnten mit Hilfe einer Farbtabelle den neutralen pH-Wert ablesen. Nachdem eine kleine Menge CO2 eingeleitet wurde, änderte sich die Farbe zu gelb, was eine Verschiebung in den sauren Bereich bedeutete. Das Erwärmen des versauerten »Ozeans« über einem Teelicht führte das Wasser wieder zu einem neutralen pH-Wert, das jetzt ausgetretene CO2 befeuert allerdings wieder in der Atmosphäre den anthropogenen Treibhauseffekt und damit den Klimawandel.

Abgesehen von vielen – wenn auch teilweise ernüchternden – Erkenntnissen und Zusammenhängen hatten die Schüler auch viel Spaß an den zahlreichen Experimenten. »Nur was man wirklich verstanden hat, dem kann man überzeugt entgegenwirken«, war das Fazit einer beteiligten Schülerin zum Klimatag.

fb