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Was tun gegen die Gerüche aus dem Kanal?

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Vier Kilometer liegen Schönram und Petting auseinander. Ist die Streckenlänge mit verantwortlich für den üblen Geruch in Petting? (Foto: Höfer)

Petting – Die Geruchsprobleme aus dem Kanal von Schönram nach Petting gibt es schon lange. Zwischenzeitlich hat man sie relativ erfolgreich mit Eisensulfid bekämpft. Ein Einsatz, der nicht mehr zulässig ist. Was also tun? Darüber diskutierte Pettings Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausgiebig.


»Wahrscheinlich liegt es an der langen Leitung und dem fehlenden Gefälle«, vermutet Bürgermeister Karl Lanzinger, Ablagerungen könnte zu dem üblen Geruch führen. »Der Einsatz von scharfem Eisensulfat ist nicht gut für die Kläranlage und musste eingestellt werden«, erinnerte der Rathauschef.

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Geschäftsleiter Reinhard Melz informierte, dass man mit Hilfe eines Geruchsmessgeräts Schwefel-Wasserstoff ermittelt habe, die starke Schwankung dieser Werte sei allerdings rätselhaft. Ein solches Gerät koste 345 Euro monatlich. Nach zwei Monaten Einsatz sollten die Tests zwei weitere Monate fortgesetzt werden.

Als Lösung könne ein System eingebaut werden, das ein anderes chemisches Mittel zuführt, so Melz weiter. Ein solcher Testlauf über zwei Monate schlage mit 4400 Euro zu Buche. Bei einer Fortführung entstehen laut dem Geschäftsleiter monatliche Mietkosten von etwa 200 Euro.

»Das muss sich doch anders regeln lassen«, zeigte sich Franz Vordermayer skeptisch. Ein Mann vom Fach habe eine Teilung der Strecke angeregt, also zunächst von Schönram bis Ringham, und dann von Ringham in den Ort Petting. So sei ein Ausblasen besser möglich. Bei einer solchen Lösung »auf Dauer« entstünden einmalige Kosten; es müsse halt die Pumpe im Ringhamer Becken aufgerüstet werden. Er, Vordermayer, vertraue diesem Fachmann mehr als irgendwelchen Firmenvertretern.

»Dauerhaft Chemie zuzuführen gefällt mir nicht«, merkte Roland Krammer dazu an. Im Übrigen werde das hier wohl nicht die einzige so lange Druckleitung sein, um die sich eine Spezialfirma kümmern könne. »Erstmal Abhilfe schaffen und dann eine zweite Meinung einholen«, empfahl Franz-Martin Abfalter, während Thomas Stippel »vielleicht heiß durchspülen« würde, wenn Luft allein nicht reiche. Auch der dritte Bürgermeister erachtet eine Zwischenpumpe bei Ringham als die »bessere Lösung auf Dauer.«

Andreas Götzinger warnte allerdings davor, das Problem nach Ringham zu verlagern. Dort komme mit dem neuen Baugebiet »eine Menge Häuser« hinzu, gab Ludwig Prechtl zu bedenken, während der Bürgermeister unterstrich, dass dieser jetzige Vorschlag vom Klärwerk komme, das neue Mittel sei möglicherweise biologisch abbaubar. »Schauen, dass es ohne Chemie geht«, blieb Josef Stippel dennoch dabei. »Am Ball bleiben, denn das ist kein Zustand«, machte Vizebürgermeister Prechtl deutlich. Lanzinger schlug abschließend vor, beide Vorschläge »parallel« zu prüfen und die Kosten zu ermitteln. Damit waren alle Gemeinderäte einverstanden. höf